Besucher des ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Marien in Volkmaresen zünden am Tag nach der Amokfahrt Kerzen an. - Foto: picture alliance/dpa:Swen Pförtner

REGION Anklage wegen 91-fachen Mordversuchs

Grauenhafte Amokfahrt von Volkmarsen jährt sich - schwarzer Rosenmontag

24.02.21 - Entsetzen am Rosenmontag: Es ist heute genau ein Jahr her, dass ein damals 29-jähriger Autofahrer in den Rosenmontagsumzug im nordhessischen Volkmarsen raste und mehr als 150 Menschen zum Teil schwerst verletzte - darunter auch 18 Kinder. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat den in Untersuchungshaft sitzenden Maurice P. mittlerweile wegen 91-fachen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr angeklagt. Noch ist der Prozess vor dem Landgericht Kassel nicht terminiert. Doch niemand - nicht einmal sein Anwalt - kann erklären, wie es zu der Wahnsinnsfahrt kommen des Mannes konnte. Wo ist das Motiv für die offensichtlich geplante Amoktat?

Lachende, schunkelnde Menschen am Straßenrand hatten den Rosenmontagszug feiernd begleitet, als kurz vor 15 Uhr Maurice P. seinen 260 PS starken Mercedes in die Menschenmenge lenkt - und das offensichtlich geplant und zielgerichtet mit 50 bis 60 Stundenkilometern. Seinen Wagen hatte er bereits einen Tag zuvor so geparkt, dass er leicht durch die Absperrung fahren konnte. Mit einer Dashcam im Wagen wollte er filmen, was er anrichtete. Außer der Tatsache, dass der junge Mann isoliert und zurückgezogen gelebt habe, ist wenig über ihn bekannt. Er hatte bei einem Autozulieferer in Baunatal gearbeitet, der ihm wegen wiederholten Alkoholkonsums aber fristlos gekündigt hatte. Auch von extremen Gefühlsschwankungen ist die Rede.

"Es war ein wunderschöner Rosenmontagsumzug und gerade, als der Zug zu Ende ging, hörte ich plötzlich Blaulicht und Sirenen. Mir kamen weinende Menschen entgegen. Es lagen vor allem verletzte Kinder auf der Straße, aber auch Ältere", hatte Waldeck-Frankenbergs Landrat Dr. Reinhard Kubat als Zeuge nach der unfassbaren Tat berichtet. Der Amokfahrer, der selbst in Volkmarsen wohnt, konnte noch vor Ort festgenommen werden. Weder Medikamente noch Drogen oder Alkohol fanden sich in seinem Blut. Das Motiv für die Tat bleibt bis heute ein Rätsel.

Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk hatte zwischenzeitlich mitgeteilt, dass sich nach Abschluss der Ermittlungen keine Anhaltspunkte dafür ergeben hätten, dass die Tat eine politische Motivation gehabt habe. "Der Angeschuldigte hat bis heute keine Angaben zur Sache gemacht, sodass eine weitergehende Aufklärung, was die Motivation angeht, nicht ohne Weiteres möglich ist."

Am heutigen ersten Jahrestag der Amokfahrt findet um 18 Uhr ein ökumenischen Gedenkgottesdienst in der evangelischen Kirche in Volkmarsen statt. (Carla Ihle-Becker)+++


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