Im vergangenen Dezember gab es in Fulda erstmals eine Ausgangssperre - die Polizei führte strenge Kontrollen durch. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist derzeit keine Ausgangssperre geplant. - Archivfoto: O|N/Christian P. Stadtfeld

REGION HEF Deutlicher Anstieg bei Kindern

Trotz hoher Zahlen im Kreis: bislang keine Ausgangssperre

26.03.21 - Hohe Inzidenzwerte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg - was ist die Ursache? Aktuell hat der Landkreis einen Inzidenz-Wert von 274,2 (laut RKI). Damit belegt die Region hessenweit den traurigen Spitzenplatz und auch deutschlandweit liegt der Landkreis unter den "Flop 15-Kreisen". OSTHESSEN|NEWS hat beim Landkreis nach möglichen Ursachen für die hohen Corona-Zahlen nachgehakt.

"Wie die vergangenen Wochen gezeigt haben, gestaltet sich das Infektionsgeschehen auch auf Kreisebene noch immer äußerst dynamisch. Mittlerweile hat sich die Situation wieder deutlich verschärft und die britische Mutationsvariante hat sich im Kreisgebiet ausgebreitet", erklärt Kreis-Pressesprecher Pelle Faust. Zuletzt seien gerade in mehreren Einrichtungen - wie Kindertagesstätten - Infektionsherde ermittelt worden, die auch auf die Mutationsvariante zurückzuführen sind. Vor allem im engeren Familienumfeld oder in einzelnen Betrieben mache sich dies schnell bemerkbar. 

Aktuell liegt der R-Wert (also der Ansteckungswert) für Deutschland bei 1,2, für unseren Landkreis jedoch bei 1,7. Jeder Infizierte steckt damit durchschnittlich 1,7 Personen an, das sind 0,5 mehr als im Bundes-Durchschnitt. Solange der R-Wert über 1 liegt, wird sich das Pandemiegeschehen nicht verlangsamen.

Nähe zum Wartburgkreis könnte mitverantwortlich sein


Inwieweit die Nähe zum Wartburgkreis (Inzidenz laut RKI bei 385,8) eine Rolle spielt, kann nicht beantwortet werden: "Eine detaillierte Auswertung darüber, welche positiv getesteten Personen aufgrund ihres Arbeitsplatzes als Ein-/Auspendler anzusehen sind, kann auf die Schnelle nicht erfolgen", so Faust weiter.

Ein erhöhtes Infektionsgeschehen ist derzeit im Ostteil des Landkreises sowie in den Kommunen Bad Hersfeld und Kirchheim feststellbar, müsse allerdings auch in Relation zur Gesamteinwohnerzahl der jeweiligen Kommune gesehen werden. Parallel dazu gibt es kleinere Cluster in fast allen Kommunen. Bei entsprechenden Landkreis-/Landesübergreifenden Infektionsvorkommnissen verständigen sich die Gesundheitsämter und treffen dann in Absprache Quarantänemaßnahmen, ergänzt der Kreis-Pressesprecher.

Wichtig zu betrachten sind hier die Inzidenzzahlen in den einzelnen Altersgruppen. Zur Verdeutlichung der Inzidenz-Anstieg der einzelnen Altersgruppen, ermittelt für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Stand 25. März:

Gruppe 0-6 Jahre: Anstieg von 2 auf 36/100.000 Einwohner innerhalb 1 Woche
Gruppe 6-10 Jahre: Anstieg von 6 auf 14/100.000 Einwohner
Gruppe 10-15: Anstieg von 3 auf 13/100.000 Einwohner
Gruppe 15-20: Anstieg von 9 auf 16/100.000 Einwohner

Rund ein Fünftel der derzeit aktiven bestätigten Corona-Fälle im Landkreis sind ...Foto: Kevin Kunze

Bislang wurde noch keine Ausgangssperre verhängt, dies hat auch mit den landesweiten Beschlüssen zu tun: "Am Mittwoch hat das Landeskabinett nochmal getagt, die Beschlüsse sind noch nicht in neue Verordnungen gegossen. Die gilt es, abzuwarten. Die Notbremse haben wir ja vorerst mit unserer Allgemeinverfügung gezogen, die zum heutigen 25. März in Kraft getreten ist: Alle Kitas im Kreis und viele Schulen (für Jahrgangsstufen 1-6) sind bis einschließlich 16.4. zu - der deutliche Anstieg, vor allem bei den Kindergartenkindern hat ein schnelles Handeln unabdingbar gemacht. Rund ein Fünftel der derzeit aktiven bestätigten Corona-Fälle im Landkreis sind Kinder beziehungsweise Jugendliche. Um das Infektionsgeschehen einzudämmen, vor allem in Einrichtungen oder im familiären Umfeld, ordnet das Gesundheitsamt umfassende und vorsorgliche Quarantänemaßnahmen an", erklärt Pelle Faust.

Derzeit sind rund 75 Prozent der Infektionen auf die britische Mutationsvariante B.1.1.7. zurückzuführen, die Tendenz ist steigend: Betrachtet man die zuletzt 310 ermittelten Corona-Fälle, die weiter sequenziert wurden, ist für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg bei 275 Fällen eine britische Mutation festgestellt worden. Nur 35 davon haben sich nicht mit der Mutation angesteckt. (Kevin Kunze)+++


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