Weite Teile des hessischen Handels sind nun wieder bis mindestens zum 18. April geschlossen. - Symbolbilder: O|N

REGION Handelsverband schlägt Alarm!

"Schlag ins Gesicht des Handelns": Click-and-Meet ist überlebensnotwendig!

26.03.21 - Gerade einmal drei Wochen konnten die hessischen Einzelhändler über das Click-and-Meet-Konzept nach vier Monate Lockdown wieder öffnen. Ab kommenden Montag läuft alles wieder rückwärts - es geht zurück zu Click-and-Collect. Ministerpräsident Volker Bouffier hatte das als "bitteren Schritt" bezeichnet. Doch dieser sei notwendig, um die Infektionszahlen wieder in den Griff zu kriegen. Nun schlägt der hessische Handelsverband Alarm. 

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer aktuellen Regierungserklärung die regionale Betrachtung des Infektionsgeschehens stärke, streiche Hessen das funktionierende - für den Handel überlebensnotwendige - Konzept Click-and-Meet für das ganze Bundesland ersatzlos aus der Verordnung und schließt weite Teile des hessischen Handels bis zum 18. April.

Erneut fehlende Perspektive

"Für den Hessischen Handel ist die neue Verordnung ein Schlag ins Gesicht. Die Mühen des Handels der vergangenen Monate, die Investitionen in Hygienekonzepte und die Tatsache, dass weder Studien noch das RKI dem Handel einen nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen zuschreibt, werden nicht gewürdigt", so Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Hessen. Ein erneuter Lockdown für den Handel sei ideenlos und realitätsfern. Für den Handelsverband verdeutliche das Land Hessen erneut die fehlende Perspektive - während in Bayern und Rheinland-Pfalz die Geschäfte weiterhin öffnen dürfen. 

"Das bisherige Motto der Pandemie "Hessen bleibt besonnen", müsse um "…und ideenlos und realitätsfern" ergänzt werden", so der Handelsverband.

Den Handel in Hessen zum Bauernopfer zu machen, um der Bevölkerung vor Augen zu führen, dass man sich in einer Pandemie befinde, sei indiskutabel. Jeder Kauffrau und jedem Kaufmann werde somit jegliche unternehmerische Verantwortung genommen. Dieser Schritt zerstöre Existenzen.

Handelsverband ist "fassungslos"

Mit keinem plausiblen Argument lasse sich erklären, warum man auf 40qm im Fitnessstudio schwitzen, aber im Geschäft keine Hose mit Termin kaufen dürfe. Jochen Ruths, Präsident des Handelsverbandes Hessen-Süd verdeutlicht: "Das Handeln der Landesregierung ist für uns nicht mehr nachvollziehbar. Wie jetzt den Händler:innen in den Kreisen mit Inzidenzwerten weit unter 100 erklärt werden soll, warum sie wieder schließen müssen, lässt mich fassungslos zurück."

Ein Gutes habe die neue Verordnung jedoch. Nun würden die Landkreise, Städte oder Gemeinden in Modell-Projekten zeigen, was die Landesregierung nicht zu leisten vermag: Verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein verantwortungsvolles Leben und Wirtschaften in der Pandemie ermögliche. (ld) +++


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