Der 60-Jährige ist zufrieden mit seiner Bilanz als Bürgermeister - Fotos: Henrik Schmitt

HILDERS (RHÖN) "Hier kann man sich richtig wohlfühlen!"

Abschied nach 18 erfolgreichen Amtsjahren: Alt-Bürgermeister Hubert Blum

08.04.21 - Die Verwunderung war groß in Hilders: der immerhin seit 18 Jahren amtierende, allseits beliebte und unumstrittene Bürgermeister Hubert Blum (SPD) hatte seinen Mitarbeitern und dem Gemeindeparlament Ende 2019 mitgeteilt, dass er nicht erneut zur Wahl stehe: "Meine jetzige Amtszeit endet am 15. April 2021. In den letzten Monaten habe ich mich sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, ob ich mich noch einmal zur Wahl stelle. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Nach vielen Gesprächen und Gedanken zu diesem Thema habe ich nun aus persönlichen Gründen den Entschluss gefasst, nach über 30 Jahren Kommunalpolitik, davon 12 Jahre ehrenamtliche und dann 18 Jahre hauptamtliche Tätigkeit, nicht mehr zu kandidieren", schrieb der 60-Jährige.

Hubert Blum hinterlässt seinem Nachfolger eine gut aufgestellte Gemeinde ...

Auf dem Milseburgradweg

Dabei gab und gibt es in unserer Region nur wenige Rathauschefs, bei denen es derart geräusch- und reibungslos lief wie bei Blum. Einer der dienstältesten Bürgermeister in der Rhön und dann auch noch mit einem SPD-Parteibuch hat dieser Tage schon fast etwas Exotisches. Doch Blum hat keineswegs vor, künftig die Hände in den Schoß zu legen. "Ich wechsele nach meinem Ausscheiden zur Technikerkrankenhasse nach Frankfurt/Main", erzählt er im O|N-Gespräch. Das bedeutet für ihn, quasi zurück zu seinen beruflichen Wurzeln, denn gelernt hat er 1980 bei der AOK Fulda und half später nach dem Mauerfall in Thüringen beim Aufbau gesetzlicher Krankenkassen. Im Jahr 2000 wechselte er zur Technikerkrankenkasse nach Hannover, wurde dort Geschäftsstellenleiter- und hatte dort zu Beginn Verständigungsprobleme. "Mein Rhöner Dialekt war dort wie eine Fremdsprache", erinnert er sich lachend. Im neuen Job jedenfalls wird er ganz geregelte Arbeitszeiten und vor allem keinen Wochenenddienst mehr haben: "Ich möchte vor allem für meine Familie etwas kürzertreten!", sagt der Vater von zwei erwachsenen Söhnen und zwei Enkeltöchtern. Auch seine Frau hat in den letzten Jahren nicht viel von ihrem Ehemann zu sehen bekommen."In einem Hilderser Kindergarten wurde einmal ein Kind befragt, ob es mich kennt und weiß, wer ich bin. Da sagte das Kind: das ist der Mann, der ab und zu die Annette (meine Ehefrau) zuhause besucht!"

"Hilders ist eine echte Wohlfühlgemeinde!"


Mit Ehefrau Annette nach seiner erfolgreichen Wiederwahl 2014 Foto: ON-Archiv: Hendrik Urbin

Rotes Kreuz und Gemeinde starten im Oktober 2020 "LAeufT" für sozial benachteiligte ...

Gute Gastronomie gehört auch zur Lebensqualität

2012 beim 40. Hilderser Heimatfest mit Landrat Bernd Woide

Lang ist's her: 2002 trat Hubert Blum gegen Altbürgermeister Lothar Klüber an und ...O|N-Archivfoto: Martin Angelstein

Seine Bilanz als scheidender Rathauschef ist rundum positiv: "Hilders ist ein Wohlfühlort, gerade für junge Familien", berichtet er stolz auf das Erreichte. Die Gemeindekasse und die Infrastruktur stimmen, es gibt genügend Wohnungen, Kindergartenplätze und insgesamt vier top-sanierte Schulen. Alle großen Supermarktketten und auch inhabergeführte Läden sind im Ort vertreten und seit einem Jahr gibt es donnerstags einen Wochenmarkt, der sehr gut angenommen wird. Das alles sei aber nicht sein persönlicher Verdienst, sondern eine Teamleistung der ganzen Gemeinde, deren Vertreter konstruktiv zusammenarbeiten. "Wir punkten auch mit unserem lebendigen Vereinsleben, natürlich der Naturnähe und dem ländlichen Charakter der Gemeinde." Doch wie überall gibt es auch noch unerfüllte Wünsche: vor allem bei der medizinischen Versorgung und der Belebung der Ortsmitte.

Abschied vom Rathaus nach 18 Jahren

Diese Zukunftsprojekte sieht Blum bei seinem jungen Nachfolger aber in besten Händen. Ronny Günkel (44) hat als parteiunabhängiger Bewerber bei der Wahl aus dem Stand über 80 Prozent der Stimmen geholt - ganz in der Tradition seines Vorgängers, der bei seinem beiden Wiederwahlen jeweils über 90 Prozent der Stimmen bekam. "Auf kommunaler Ebene ist nicht Parteipolitik entscheidend, sondern das ist eher eine Frage von Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit", sagt er. "Nach 18 Jahren im Amt hat man doch auch 'Verbrauchsspuren' und wird für manches blind. Da ist es gut, dass das Amt jetzt in jüngere Hände kommt." Hubert Blum kann jedenfalls zufrieden auf die Entwicklung der Marktgemeinde und seine erfolgreichen Amtsjahre zurückblicken. (Carla Ihle-Becker)+++


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