Kanzleramtschef Dr. Helge Braun (CDU) fordert strengere Corona-Maßnahmen - Foto: picture alliance / dpa / dpa-Pool / Michael Kappeler

BERLIN Auf Reisen an Ostern verzichten

Kanzleramtschef Dr. Helge Braun (CDU) warnt vor neuer Virus-Mutation

28.03.21 - In einem Interview in der Bild am Sonntag warnte Kanzleramtschef Dr. Helge Braun (48, CDU) davor, die weiter steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus zu leicht zu nehmen. Die sogenannte Osterruhe ist zwar gekippt, doch der Christdemokrat aus Gießen fordert strengere Maßnahmen zumindest in den Regionen, in denen der Inzidenzwert über 100 pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen beträgt.

Schnelltests sollen die Ausbreitung des Coronavirus verringern

"Da können regionale Ausgangssperren am Abend und in der Nacht helfen, weil wir die höchsten Ansteckungsraten bei privaten Treffen haben", wird Braun in der Bild am Sonntag zitiert. Der Kanzleramtschef erklärt: "Die nächsten Wochen entscheiden, ob wir die Pandemie absehbar in den Griff bekommen. Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff."

"Ich habe auch Fernweh"

Braun weiter: "Dann bräuchten wir neue Impfstoffe, dann müssten wir mit dem Impfen wieder ganz von vorn beginnen. Das müssen wir unter allen Umständen verhindern. Wir dürfen die Chance auf einen weitgehend normalen Sommer nicht dadurch gefährden, dass wir jetzt ein paar Wochen zu früh lockern."

Der Christdemokrat rechnet damit, dass sich die Situation bis Pfingsten bessern werde. Er könne sehr gut verstehen, dass die Menschen sich nach Freiheit sehnen und verreisen möchten. Er selbst habe auch "Fernweh". Aber es sei nicht die Zeit für Urlaub an Ostern. Auch nicht im eigenen Bundesland etwa in einer Ferienwohnung.

Im April sollen mehr Impfdosen geimpft werden Archivbilder: O|N / Martin Engel

Zur Thematik der Schnelltest sagte Braun, dass die Unternehmen mehr testen sollen. Der Bund werde eine Erhebung machen, wie viele Unternehmen sich an der Selbstverpflichtung halten. Eine Testpflicht sei möglich. Er selbst lasse sich zweimal pro Woche testen. Die Schnelltests seien auch für die Schulen wichtig: "Funktionierende Testsysteme sind in meinen Augen Bedingung dafür, dass die Schulen nach den Osterferien geöffnet bleiben können", sagte Braun gegenüber der Bild am Sonntag.

"Weitere acht Wochen vorsichtig sein"

Das Bundeskanzleramt in Berlin Archivbild: Hans-Hubertus Braune

Je länger die Corona-Pandemie dauert, umso unzufriedenen würden die Menschen über die Politik. Braun erklärt, wieso er sich für strengere Corona-Maßnahmen einsetzt: "Es wäre falsch, wenn wir jetzt überall lockern und damit extreme Risiken eingehen würden, statt weitere acht Wochen vorsichtig zu sein. Dann haben wir so viel Impfstoff, dass wir schrittweise aus der Pandemie rauskommen können, ohne unser Gesundheitswesen zu überfordern und viele weitere Todesfälle in Kauf zu nehmen. Die Mehrheit der Bürger findet nicht, dass wir stattdessen den Weg über eine hohe dritte Welle gehen sollten." (Hans-Hubertus Braune) +++


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