Noch kein Wähler - aber schon genervt! - Symbolbild: pixabay

REGION "Undemokratisch und ignorant!"

CDU-Anhänger sind wütend auf Parteivorstand: Austritte drohen

21.04.21 - Poppenhausens Bürgermeister Manfred Helfrich hatte bei O|N ausgesprochen, was wohl vielen CDU-Mitgliedern in der Region gerade auf der Seele brennt. Sie können in weiten Teilen die "einsame" Entscheidung des CDU-Bundesvorstands für Armin Laschet nicht nachvollziehen, empfinden sie als fatal, ignorant und schädlich für das Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl. Der Unmut darüber ist offensichtlich so groß, dass auch langjährige treue Parteimitglieder ihren Austritt aus der CDU erwägen. Nachdem wir dazu aufgerufen hatten, uns über die Stimmung bei der christdemokratischen Stammwählerschaft Osthessens zu informieren, erreichten uns zahlreiche Zuschriften. Wir veröffentlichen hier eine Auswahl der Reaktionen.

1) Hallo Team Osthessen-news,

ich kann Herr Helfrich nur zustimmen. Ich bin schon in 2018 aufgrund der Politik von Frau Merkel aus der CDU nach 20 Jahren Parteizugehörigkeit ausgetreten, fühle mich aber aufgrund der neuesten Ereignissen in meiner Entscheidung bestätigt. Dieses Klüngeln in den Hinterzimmern ist scheinbar mittlerweile ein Standard, wird aber auf Dauer zu einem bösem Erwachen führen.

Ich kann und werde nicht von meiner Überzeugung, deren Übereinstimmung ich ursprünglich mal  bei der CDU gefunden hatte, abweichen. Diese konservativen Werte haben uns dahin gebracht, wo Deutschland heute steht, diese werden aber meiner Meinung nach von Herrn Laschet und dem CDU Präsidium nicht mehr vertreten. Vielleicht sollten diese Herren inkl. Frau Merkel mal überlegen, ob sie nicht in der falschen Partei sind. Schade, was aus dieser Partei geworden ist. Hoffentlich findet man bald eine Partei mit den ursprüngliche Werten der CDU, dann können diese Möchtegern alle einpacken. Die Meinung des Volkes interessiert schon seit Jahren niemanden mehr, ich frage mich, warum wir eigentlich noch wählen gehen. Armes Deutschland, viel Vergnügen mit Angela Laschet.

Mit freundlichem Gruß  Michael Dehler


2) Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mehr als bedauerlich, dass die CDU im Bundesvorstand eine schnelle Entscheidung herbeigeführt hat, ohne auf die Basis der CDU zu hören bzw. diese mit einzubeziehen. Bei der Kanzlerfrage kommt es nicht auf 1 bis 2 wohlüberlegte Wochen an. NEIN, hier hat der CDU-Bundesvorstand schnell entschieden und die Basis und Wähler ungefragt überrumpelt! Wohl nach dem Motto: Bis zur Wahl haben die Wähler diese Angelegenheit vergessen...

Werte CDU: Einige meiner bekannten CDU-Bekannten werden ihr Parteibuch zurückgeben - die Parteispitze macht ihr Spiel, ohne auf ihre Wähler und ihre Mitglieder zu hören. Auch für Hessen wird es sicherlich einige Nachwirkungen geben: Vergangene Entscheidungen der CDU-Regierung stoßen in der Basis immer mehr auf Widerstand, der allerdings ungehört bleibt. Abgeordnete der CDU gehen einen Weg, der von der Wählerbasis immer weniger getragen wird. So auch in der Bundespolitik! Ein 'Bundesvorstand' entscheidet, die Basis wird nicht gefragt!


3) Guten Tag,

mein Sohn arbeitet seit vielen Jahren für die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung. So war er einige Jahre in Tansania und jetzt in Kolumbien als Büroleiter vor Ort. Immer mit dem Ziel den Ländern Demokratieverständnis zu vermitteln. Doch verfolgt man die Entwicklungen in der CDU, so muss man feststellen, in der eigenen Partei geht das Verständnis für Demokratie verloren. Hätte die Basis den Kanzlerkandidat gewählt, wäre jetzt Herr Söder der Kandidat. Ich musste diese Entwicklung in dem CDU-Ortsverband Neuhof selbst erleben. Für die Kandidaten der Gemeindevertretung wurde eine Vorschlagsliste zu 100 % von der Versammlung gewählt, doch im sogenannten 7-Ausschuß wurde diese Liste ignoriert. Den 7-Ausschuß gibt es immer noch in der CDU, doch was hat dies mit Demokratie zu tun? Ich bin immer noch Mitglied in der CDU und MIT Eichenzell, doch über einen Austritt habe ich auch schon nachgedacht.

Viele Grüße Dieter Reith


4) Absolute Ignoranz wird hart bestraft! Die CDU geht in die Opposition und das wird ihr guttun, um die verkrusteten Hierarchien aufzulösen! Die greisen Männer müssen weg und die CDU sollte sich von Grund auf erneuern! Hat dafür sehr wahrscheinlich die nächsten Jahre Zeit.


5) Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin total enttäuscht über diese Entscheidung. Deutschland braucht Zukunft und Führung. Meine Wahl, wäre Markus Söder gewesen. Als langjähriger CDU-Wähler überlege ich, mir eine andere Partei zu wählen.

Mit freundlichen Grüßen C. Wirth
 

6) Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin ausgetretenes AfD-Mitglied und hätte mir bei einem Friedrich Merz als Kanzlerkandidat vorstellen können, die CDU auch zu wählen. Einen Markus Söder stand auf meiner Wunschkandidatenliste zwar nicht ganz oben, aber ich hätte auch ihn als momentan parteilose Person mitgetragen.

Die CDU ist unter der Kanzlerschaft von Frau Dr. Angela Merkel leider für viele konservativ eingestellte Menschen unwählbar geworden. Wenn dieser Kurs mit Laschet jetzt entgegen dem Willen der Basis durchgedrückt wird, sehe ich ebenso wie viele andere, dass die CDU unter die 20 % Marke fallen wird!

Mit freundlichen Grüßen Silvia Alt-Schreiber


7) Die Sache ist doch ganz einfach: Der CDU-Bundesvorstand hat sich für Laschet entschieden. Und Söder hatte angekündigt, diese Entscheidung zu akzeptieren. Die mittelständischen Merz-Fans sollen sich an ihrer Galionsfigur ein Beispiel nehmen. Er trägt die Laschet-Kandidatur ebenfalls mit. Und hat außerdem die Chance, demnächst im Bundestag für die Mittelständer Lobbyarbeit zu machen. Alls wird gut.

Interessant und journalistisch beachtenswert: Der Poppenhäuser Bürgermeister bekommt von osthessen-news eine Plattform geboten, seine Wunden zu lecken. Und  dafür zu sorgen, dass die Mitgliederzahl der osthessischen CDU abnimmt. Osthessen-news sei Dank!!!!

Es grüßt Manfred Pachten


8) Was nun... CDU?!  Ja, seit gestern wird folgende Frage gestellt:"Wer soll denn jetzt Wahlkampf machen und in welcher Form?" Ich gebe zu, ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht; denn von der Geschlossenheit, der Einheit als Union und dergleichen sind WIR ein großes Stück weit entfernt, aber ich mag doch eines sagen:Am Ende mache ich Wahlkampf für meine Überzeugungen. Ich mache Wahlkampf, damit wir im Landkreis Fulda weiterhin von CDU Abgeordneten vertreten werden. Ich mache Wahlkampf für MdB Michael Brand, für MdL Thomas Hering und MdL Markus Meysner. Ich mache Wahlkampf für bessere Ideen, die wir haben und einbringen möchten. Ich mache Wahlkampf für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der einen - und für den Mittelstand auf der anderen Seite. Ich mache Wahlkampf, um zu verhindern, dass in Zukunft Dirigismus, Verbote und Vorgaben den Takt unseres Alltags bestimmen. Ich mache Wahlkampf, weil ich bei allen Differenzen, die in den letzten Tagen zum Vorschein kamen, nach wie vor felsenfest davon überzeugt bin, dass die Union unser Land in die Zukunft führen muss - geeint und zusammen!! Außerdem - und das wissen alle, die mich kennen - mache ich dies, weil Wahlkampf auch unglaublich viel Freude macht. Ich hoffe sehr, dass wir einen "normalen" Wahlkampf führen können, mit Bürgerkontakt, mit Infoständen, mit Veranstaltungen und mit vielen Aktionen.

Vielleicht ist es sogar so, dass wir seit heute wissen, dass es umso mehr auf jeden Einzelnen ankommen wird - in diesem durchaus nicht einfachen Wahlkampf. Es ist ganz gewiss so, dass uns ein gehöriger Gegenwind ins Gesicht blasen wird!! Aber ich bin nicht Mitglied der CDU, um mich nur in guten Zeiten in Erfolgen zu sonnen, sondern auch dann, wenn es einmal härter wird. Nun, ich bin Mitglied in der CDU aus Überzeugung. Für diese Überzeugung werde ich kämpfen: Innerparteilich und dann auch im Wahlkampf! Daher gilt ab heute auch, dass ich mich weiterhin mit Vehemenz auch innerparteilich dafür einsetzen werde, dass Mitglieder stärker eingebunden werden und dass wir Politik aus Überzeugung und nicht aus opportunistischen Gründen machen. Ich war immer ein loyaler Kämpfer und ich werde ein geradliniger Kämpfer für die Bürgerinnen und Bürger bleiben. Das Ergebnis war aus meiner Sicht kein guter Tag für die Union. Aber es liegt an uns selbst, dies zu verbessern. Auch ohne der Partei jetzt den Rücken zu kehren oder verärgert auszutreten! Dafür trete ich ein und dafür kämpfe ich auch einmal gegen Widerstände, wenn es erforderlich ist. Für ein tolles l(i)ebenswertes Land.

Besonnene Grüße Andreas Scheibelhut - langjähriges Mitglied der CDU


9) Sehr geehrte Damen und Herren, 

endlich mal einer der klar und mutig Stellung bezieht. Manfred Helfrich ist vollumfänglich zuzustimmen. Es scheint so, als wollten die "oberen Etagen" der Partei einen Mann mit Ecken und Kanten, einen Mann, der sich nicht verbiegen lässt, zugunsten eines weichgespülten und leichter "lenkbaren" Kanzlerkandidaten verhindern. Koste es was es wolle! Nach der Geschichte mit Friedrich Merz ist es das zweite Mal, dass ein solcher Mann verhindert wurde. Dieses Verhalten fällt langsam auf. Die CDU hat es noch nie einer anderen Partei, hier den Grünen, so leicht gemacht, die Wahl zu gewinnen und so den/die nächsten Kanzler/in zu stellen.

Johannes Koch
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