Die Bürgermeister favorisieren die "Hersfeld"-Variante der Neubahnstrecke der Bahn zwischen Fulda und Gerstungen: Harald Preßmann, Manfred Koch, Wilfried Hagemann, Timo Lübeck, Timo Heusner, Walter Glänzer, Thomas Rohrbach, Thomas Fehling, Daniel Iliev, Dirk Noll, Ingo Wawrosch. (1. Beigeordneter aus Breitenbach am Herzberg), Carl Christoph Möller und Andre Stenda (von links) - Fotos: Hans-Hubertus Braune

BAD HERSFELD Neubaustrecke Fulda-Gerstungen

13 Bürgermeister machen klar: "Der ICE-Bahnhof muss in Bad Hersfeld bleiben"

23.04.21 - "Wir sind für die Hersfeld-Variante": Das unterstreichen die 13 Bürgermeister aus der Kreisstadt Bad Hersfeld, der Nachbarkommunen und aus dem Werratal. Bei einem Treffen vor dem Bahnhof in Bad Hersfeld machten sie klar, dass der Fernhalt in der Stadt bleiben müsse - und nicht auf der "grünen Wiese" neu gebaut werde.

Aktuell befindet sich die Neubaustrecke zwischen Fulda und Gerstungen in der Planungsphase. Die Bahn sucht die Vorzugsvariante und will in diesem Jahr - wahrscheinlich nach der Bundestagswahl - ihre favorisierten Strecken vorstellen. Die Region setzt auf den Fernbahnhof - gerade auch bei der steigenden Nachfrage nach Wohnraum in den ländlichen Regionen.

Die Bürgermeister Timo Lübeck( Hanetal, links) und Thomas Fehling (Bad Hersfeld) ...

Im Bahnhof in Bad Hersfeld soll weiter Fernzüge halten

Den Bahnhof in Bad Hersfeld nutzen viele Pendler - etwa in das Rhein-Main-Gebiet ...

Die Bürgermeister Harald Preßmann (Hauneck), Thomas Fehling (Bad Hersfeld), Wilfried Hagemann (Ludwigsau), Walter Glänzer (Neuenstein), Manfred Koch (Kirchheim), Thomas Rohrbach (Niederaula), Volker Jaritz (Breitenbach/H.), Carl Christoph Möller (Schenklengsfeld), Dirk Noll (Friedewald), Andre Stenda (Hohenroda), Daniel Iliev (Heringen), Timo Heusner (Philippsthal) und Timo Lübeck (Haunetal) favorisieren die "Hersfeld"-Variante.

Ingo Wawrosch. (1. Beigeordneter aus Breitenbach am Herzberg)

Die Bürgermeister Thomas Fehling, Harald Preßmann, Thomas Rohrbach und Wilfried ...

Neben zahlreichen Argumenten, die vor allem vor Ort in den jeweiligen Kommunen eine Rolle spielen, sind für die Rathauschefs zwei Punkte für die gesamte Region von besonderer Bedeutung: "Der ICE-Halt muss in Bad Hersfeld erhalten bleiben. Und K+S darf als größter Arbeitgeber im Landkreis nicht in seinem zukünftig vorgesehenen Abbaugebiet eingeschränkt werden", sagt Timo Lübeck stellvertretend für seine Kollegen.

"ICE-Bahnhof ist eine Generationenchance"

Den ICE-Bahnhof in der Kreisstadt bezeichnen die Bürgermeister als eine Generationenchance, für die es sich zu kämpfen lohne. Bad Hersfeld würde mit einer besseren und vor allem dauerhaften Anbindung an das schnelle Personenverkehrsnetz mit Reisezeiten unter einer Stunde zum erweiterten Speckgürtel des Rhein-Main Gebietes. "Das ist eine gute Entwicklungsperspektive für die Stadt selbst, aber wegen der Zentralität auch für unseren gesamten Landkreis", sagte Lübeck.

Bürgermeister Thomas Fehling hatte eine Variante vorgeschlagen, die Bürgermeisterkollegen unterstützen den Rathauschef der Kreisstadt. In weiteren kurzen Redebeiträgen unterstrichen die Rathauschefs die Bedeutung des Bahnhofs.

Manfred Koch (Kirchheim, links) und Walter Glänzer (Neuenstein)

Mit den ebenfalls erwogenen Nord-Varianten durch Neuenstein und Ludwigsau ließe sich der Halt in Bad Hersfeld nicht realisieren. Zudem würden unnötig natürliche Lebensräume zerschnitten, die Artenvielfalt eingeschränkt und Grundwasserreserven in Frage gestellt.

Kalistandort Werra sichern

Der Kali-Bergbau bei K+S bietet vielen Menschen in der Region einen Arbeitsplatz ...Archivbild: O|N / Hans-Hubertus Braune

Einig sind sich die Kommunalpolitiker auch darin, dass die Neubaustrecke nicht über das zukünftige Abbaugebiet des Kaliwerkes Werra führen darf. Eine Trasse oberhalb der Lagerstätte würde die Entwicklungsperspektive des Bergbaus im Landkreis beeinträchtigen und sich negativ auf die Nutzung der wichtigen heimischen Rohstoffe auswirken. Mehr als 4.500 Arbeitsplätze wären davon direkt betroffen. Hinzu kämen Folgewirkungen für die regionale Wirtschaftsstruktur, die stark vom Kalibergbau getragen wird. "Die "Hersfeld-Variante" kann realisiert werden, ohne diese weitreichenden negativen Auswirkungen in Kauf nehmen zu müssen. Es wäre in der Region nicht vermittelbar, wenn trotzdem eine Trasse über das zukunftssichernde Abbaugebiet gelegt würde", so die Bürgermeister.

Bürgermeister Andre Stenda aus Hohenroda

Die südöstlich verlaufenden Trassenvarianten seien deshalb aus bergbaulicher Sicht keine Alternative. Im Moor bei Wehrda würde zudem ein in der Region einzigartiges Naturschutz- und FFH-Gebiet mit höchster Priorität und einer außergewöhnlichen Artenvielfalt zerstört.

Die Bürgermeister werden sich im weiteren Verlauf des DB-Beteiligungsforums für die "Hersfeld-Variante" einsetzen. Konkret biegt diese bei Langenschwarz von der bisherigen ICE-Strecke in einen Tunnel ab, der nördlich von Unterhaun endet. Von dort führt die Strecke weiter nach Bad Hersfeld. (Hans-Hubertus Braune / pm) +++


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