Hans-Jürgen Rupp, Leiter des Forstamts Romrod und Vorsitzender der SDW Vogelsberg, Bürgermeister Edwin Schneider und Revierförster Peter Kraus (von links) bei der Pflanzaktion im Stadtpark Ulrichstein - Fotos: gr

ULRICHSTEIN Als Schmuckreisig beliebt

Die Stechpalme: Baum des Jahres im Stadtpark gepflanzt

27.04.21 - Die Stechpalme (Ilex aquifolium) ist Baum des Jahres 2021. Viele Menschen kennen sie nur als Gartenstrauch oder Weihnachtsdekoration. Sie ist jedoch auch ein seltener Waldbaum. Im Unterholz wird sie kaum höher als fünf Meter. Wächst sie im Freistand, zum Beispiel auf Waldweiden, kann sie bis zu 15 Meter hoch werden.

"Ihr Nutzen für uns ist eher ästhetischer Natur”, erklärt Hans-Jürgen Rupp, Leiter des Forstamts Romrod und Vorsitzender der Kreisgruppe Vogelsberg der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) bei der Pflanzaktion des "Baum des Jahres". Gleich drei Exemplare der Stechpalme hatte die SDW Vogelsberg gestiftet, die am Montagmorgen, einen Tag nach dem "Tag des Baumes", von Rupp zusammen mit Bürgermeister Edwin Schneider und Revierleiter Forstamtmann Peter Kraus im Stadtpark Ulrichstein gepflanzt wurden. Das grau-weißliche Holz der Stechpalme hat eine hohe Dichte, feine Fasern und ist recht zäh. Es lässt sich aber hervorragend beizen und ist außerdem gut für Furnier- und Drechselarbeiten geeignet. "Ilex bereichert unsere Wälder als zusätzliche Art und ihre roten

Beeren sind eine beliebte Vogelnahrung. Wer Vogelsberg aufmerksam durch den Wald geht, kann sie jetzt öfters leicht entdecken”, erklärte Hans-Jürgen Rupp weiter. Der Name Stechpalme entstand durch die christliche Tradition des Palmsonntags, der an den Einzug Jesus in Jerusalems erinnert. In der Bibel steht, dass die Bevölkerung Jerusalems Jesus mit Palmenwedel begrüßten. Da in Mitteleuropa keine Palmen vorkommen und zum Teil andere Pflanzen zu diesem Zeitpunkt noch keine Blätter besitzen, wurden Bündel aus Stechpalmenästen als geweihter Palmwedel Ersatz genutzt.

Die Blätter der Stechpalme sind dunkelgrün und ledrig-glänzend. Im Bodenbereich sind sie spitz-gezackt, zum Schutz gegen Fraß. In höheren Bereichen sind die Blätter meist glattrandig. Alle wesentlichen Teile der Stechpalme sind für Menschen giftig. In der Naturheilkunde werden jedoch vor allem Blätter und Teile der Rinde benutzt, um Krankheiten wie Bronchitis oder Rheumatismus zu behandeln. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen Gerbstoff und Ilicin, die fiebersenkend und krampflösend wirken.

Die Stechpalme ist ein immergrüner Baum und eine Verwandte der Magnolien. Ihr natürliches Verbreitungsareal erstreckt sich seit über zwei Millionen Jahren über ganz Europa. In Deutschland kommt sie vor allem im Nordwesten vor, in Hessen jedoch überwiegend im Süden. An den Standort stellt die Stechpalme geringe Ansprüche und kommt mit wenig Nährstoffen und viel Schatten aus. Ihr Wärmebedürfnis und ihre Schattentoleranz machen die Stechpalme zu einer Gewinnerin des Klimawandels.

Bürgermeister Schneider dankte zum Abschluss der Pflanzaktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald für die Spende der drei Bäume und hoffte dass sie prächtig wachsen und gedeihen würden, um den Stadtpark mit einer weiteren Baumart zu bereichern. (gr)+++


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