Bei Ludwigsau tappten nun gleich zwei Wölfe in eine Fotofalle - Symbolbilder: Pixabay

KREIS HEF-ROF Mehrere Sichtungen und Risse

Drei Wölfe bestätigt- Bildet sich hier das erste hessische Rudel?

05.05.21 - Neben der "Stölzinger Wölfin", die für mehrere Nutztierrisse im Landkreis Hersfeld-Rotenburg verantwortlich war, wurden nun zwei weitere Wölfe im Gebiet rund um Ludwigsau nachgewiesen.

Um die Wölfin mit dem Laborkürzel GW1409f (Stölzinger Wölfin) ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden. Ihr letzter genetischer Nachweis stammt vom Oktober des vergangenen Jahres. Was mit dem Tier geschehen ist – ob es sich noch in dem Gebiet aufhält oder überhaupt noch lebt - kann derzeit nicht beantwortet werden. Zwar wurden in ihrem Revier in den vergangenen Monaten mehrere Wildtierrisse verzeichnet, eine Beprobung fand allerdings nicht statt.

Mehrere Augenzeugen haben die Tiere bereits gesehen

Dafür konnte eine weitere Wölfin (GW1142f), die sich bisher weitgehend unentdeckt seit mindestens März 2019 im Gebiet Ludwigsau aufhält, anhand von analysierten Kotproben bestätigt werden. Auch ein männlicher Wolf, der seit mindestens Dezember 2020 durch die Region streift, wurde erneut identifiziert.

 

Fotonachweise

Ende Februar 2020 tappten zwei Wölfe gemeinsam in eine Fotofalle bei Ludwigsau. Ob es sich dabei um die bereits bekannten Tiere handelt, ist nicht bekannt. Einzelne Wölfe wurden im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in diesem Jahr bereits mehrfach fotografiert.

Sichtungen

Jäger aus dem Gebiet berichten seit Anfang des Jahres von Wölfen, die zu zweit jagen. Auch zwei Nordic-Walkerinnen gaben im April an, Wölfen im Wald bei Ludwigsau begegnet zu sein. Zu Sichtungen kam es außerdem beispielsweise bei Alheim und Bad Hersfeld.

Kalb gerissen

Immer wieder kommt es zu Nutztierrissen- und das, obwohl die Tiere ordnungsgemäß ...Archivbild: O|N

Wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Dienstag bestätigt, wurde ein Wolf an einem tot aufgefundenen Kalb nachgewiesen: Ein ehrenamtlicher Wolfsberater hatte am 16. April 2021 vor Ort die Beprobung vorgenommen. Der Tierkörper wies Fraßspuren auf und war stark verschmutzt, was die genetische Analyse der Probe schwierig gestaltete. Dennoch gelang die Artbestimmung: Diese ergab, dass ein Wolf Speichelspuren an dem Kalb hinterlassen hatte. Die Frage, ob einer der drei bekannten Wölfe dafür verantwortlich ist, müsse wegen der ungenügenden Probenqualität des Abstriches jedoch offen bleiben. (mr) +++


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