In Mexico war alles fast ein bisschen zu schön und einfach, um wahr zu sein. - Fotos: Privat

MEXICO/JOSSGRUND Reise-Tagebuch (5)

Eine Weltreise in Corona-Zeiten: Mexiko, das Paradies für Backpacker

10.05.21 - Während die meisten Menschen in dieser Zeit ihren Urlaub stornieren und nur noch zum Einkaufen vor die Tür gehen, hat der Jossgründer (Main-Kinzig-Kreis) Nico Hagemann etwas gewagt, was er selbst und wohl auch viele andere als verrückt bezeichnen. Er brach gemeinsam mit seiner Freundin Anfang November zu einer mehrmonatigen Weltreise auf. In unregelmäßigen Abständen schildert er auf OSTHESSEN|NEWS seine Erlebnisse und Eindrücke.

Buenos dìas, liebe Leser:innen!
 
In Kenya habe ich einen Spruch gelesen: Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es das meistens auch. Also nicht wahr. Das gilt jedoch nicht für Mexiko. Mexiko ist ein Land, in dem fast alles ein bisschen zu schön und zu einfach scheint, aber trotzdem wahr ist.
 

Zwischenstop in der Heimat

Es begann mit der Einreise. Als wir uns in Ägypten darüber informierten, welche Länder aktuell zu bereisen waren, stießen wir recht schnell auf Mexiko. Laut Auswärtigem Amt brauchte man keinen PCR-Test, keine Quarantäne und musste nicht Mal ein Visum beantragen. Da wurden wir stutzig: Wo ist der Haken? Wir konnten keinen finden, also beschlossen wir, es auszuprobieren.
 
Auf dem Weg dorthin betraten wir mit dem Frankfurter Flughafen auch für etwa fünf Stunden wieder deutsches Staatsgebiet, doch in Deutschland ist nicht alles (in diesem Fall aus gutem Grund) so einfach, und ohne einen negativen PCR-Test konnten wir den Flughafen nicht verlassen. Aber dafür kamen wir nach einem halben Jahr mal wieder in den Genuss echten deutschen Laugengebäcks. Leider fand ich um fünf Uhr morgens noch keinen Laden, der mir einen Äppler verkauft hätte, aber der Wille zählt.
 
Und so flogen wir in einer ausgebuchten Lufthansa-Maschine von Frankfurt nach Cancun. Offensichtlich hatten noch mehr Leute herausgefunden, wie einfach man in Mexiko einreisen konnte. Tatsächlich verlief die Einreise völlig reibungslos und ehe wir uns versahen, waren wir drin in Mexiko.
 
Und da stießen wir auf die nächste Sache, die sich zu einfach anfühlte, nämlich innerhalb Mexikos von einem Ort zum anderen zu kommen. Besonders, da wir noch die Infrastruktur in Afrika gewohnt waren. Das Bus-Netz in Mexiko ist ein Traum für Backpacker. Man kann Tickets online oder vor Ort kaufen und es fährt so gut wie jeden Tag ein Bus zu deinem nächsten Reiseziel, oft sogar mehrere. Und sogar Nachtbusse sind sehr bequem und bieten einem eine einigermaßen geruhsame Nacht.
 

LSD-Trip des kleinen Mannes

Unser erster Stopp in Mexiko war Tulum. Neben der generell entspannten, fast hippie-artigen Stimmung in der Stadt und dem wunderschönen Strand, der 30 Minuten mit dem Fahrrad entfernt liegt, war für mich vor allem der Tauchgang in der Cenote Angelita ein Highlight.

Eine Cenote ist ein Gewässer, das im Landesinneren liegt und so tief ist, dass es vom Grundwasser gespeist wird. Auf der Yucatan-Halbinsel gibt es einige Cenoten, viele sind verbunden mit unterirdischen Höhlensystemen und an der Oberfläche nur durch kleinere, etwa 20-30 Meter große Öffnungen zu sehen.

Wenn man nicht weiß, wie tief Angelita ist, könnte man glatt denken, dass noch eine Pfütze vom letzten Regen übriggeblieben ist. Die Cenote ist umgeben von Dschungel, rund und hat einen Durchmesser von etwa 20 Metern. Dabei erstreckt sie sich zylinderförmig bis in eine Tiefe von etwa 60 Metern. Das Besondere ist eine weiße Wolke, hervorgerufen durch eine chemische Reaktion, die zwischen 25 und 30 Metern Tiefe die gesamte Fläche blickdicht bedeckt. Nur ein kleiner Hügel mit den Resten eines Baumes, der durch das spezielle Gas am verrotten gehindert wird, ragt aus der Wolke, was eine gespenstische Atmosphäre schafft.

Das Tauchen in diesem Wasser fühlte sich so ähnlich an, wie wenn man einen der berüchtigten Schamanen im mexikanischen Dschungel besucht und dort ein paar Kräuter ausprobiert. Das Wasser war an manchen Stellen warm, dann wieder kalt, plötzlich flimmerte es vor uns und dann war das Wasser wieder völlig klar. Zwischen allem schwebt der weiße Schleier, der bei Berührung durch meine Finger rann. Kurz gesagt: Angelita ist der LSD-Trip des kleinen Mannes.
 

Spanischkurs und Tequila

Von Tulum aus ging es für uns weiter nach Playa del Carmen, wo wir einen Spanischkurs absolvierten. Spanisch lernen gehört leider nicht zu den Sachen, die zu einfach sind, um wahr zu sein. So mussten wir uns eingestehen, dass zwei Wochen nicht ausreichen, um eine Sprache zu lernen. Trotzdem an dieser Stelle ein Tipp für alle Sprachanfänger: Mit jedem getrunkenen Bier wird die Bestellung des nächsten einfacher. Neben des Spanisch-Kurses genossen wir nachmittags den traumhaften Karibikstrand und probierten natürlich auch den örtlichen Tequila, der zwar am Abend ungeahnte Fähigkeiten in diversen Fremdsprachen zum Vorschein brachte, den Spanisch-Kurs am nächsten Tag aber nicht grade leichter machte.
 

Am Strand tummeln sich die Menschen

Am freien Wochenende fuhren wir auf die Insel Cozumel, wo wir im zweitgrößten Korallenriff der Welt (größer ist nur das Great Barrier Reef in Australien) tauchen konnten. Wer in Cozumel ist, der sollte unbedingt einen Roller mieten und damit über die Insel fahren, denn so gelang es uns, einen Strandabschnitt abseits der touristischen Gegenden zu finden an dem wir fast ganz alleine waren.
 

Inselhopping an der Karibikküste

Nach den zwei Wochen in Playa weilten wir für drei Tage auf der Isla Mujeres und waren damit mitten im Urlaubsparadies für US-Amerikaner angekommen. Während unseres Aufenthaltes lief die Insel über von jüngeren und älteren US-amerikanischen Urlaubern, die vor allem auf eins aus waren: Party. Und so kam es vor, dass wir während eines Strandspazierganges am späten Nachmittag einem betrunkenen Amerikaner im besten Alter dabei zuhören durften, wie er in einer Karaoke-Bar aus vollem Halse "Country Roads, Take Me Home" zum Besten gab.
 
Die dritte Insel auf unserer Reise und unsere letzte Station an der Karibikküste bot wieder eine etwas romantischere Atmosphäre. Die Insel Holbox (sprich Olbosch) mit ihren weißen Stränden und hellblauem Wasser ist nicht so leicht zu erreichen, daher vor allem unter Backpackern beliebt und unter Pauschaltouristen kaum frequentiert. Und so konnten wir nochmal einige ruhige Tage am Strand verbringen.
 

Blaues Wasser und ein Konzert

Nach einer längeren Busfahrt quer durch den Bundesstaat Quintana Roo erreichten wir das an der Grenze zu Guatemala gelegene Städtchen Bacalar. Bacalar liegt am Ufer einer Lagune, die "Lagune der 7 Farben" genannt wird. Es entsteht der Eindruck, dass das Wasser sieben verschiedene Farbtöne von Blaugrün bis Türkis besitzt. Hervorgerufen werden die Farbunterschiede durch die variierende Wassertiefe. Denn am Rand der Lagune sind mehrere Cenoten, die bis zu 100 Meter tief sind.
 
In Bacalar konnten wir außerdem ein echtes Konzert einer lokalen Musikgruppe besuchen. Es war zwar Open Air und hatte nur etwa 50 Zuschauer, aber trotzdem fühlte es sich zu schön an, um wahr zu sein!
 
In Bacalar stellten wir erschrocken fest, dass wir bereits vier Wochen in Mexiko waren. Bisher haben wir in jedem Land etwa vier Wochen verbracht, doch das reichte uns in Mexiko vorne und hinten nicht. Und deswegen könnt ihr euch bald auf den zweiten Teil unserer Erlebnisse in Mexiko freuen. Dort geht es dann unter anderem um versunkene und wiederentdeckte Maya-Städte und darum, welches Nahrungsmittel man in Mexiko immer und überall bekommt.
 
Bleibt gesund und Hasta Luego! (Nico Hagemann)+++


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