Das Groenhoff Areal verfällt - der Eigentümer, das Land Hessen, kümmert sich nicht - Fotos: Miriam Rommel

GERSFELD (RHÖN) Eigentümer redet sich raus

Ein Armutszeugnis: Groenhoff Areal auf der Wasserkuppe verfällt

14.05.21 - Seit fast zehn Jahren ist bekannt, dass das Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe saniert werden muss. Geschehen ist bisher noch nichts und das, obwohl das Areal zusehends verkommt.

Es hätte ein Vorzeigeprojekt werden können: Der denkmalgeschützte ehemalige Kasernenkomplex beherbergte 20 Jahre lang die hessische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Auch ein Infozentrum mit Medien- und Tagungsräumen, Dauer- und Wechselausstellungen sowie ein Regionalwarenladen waren hier untergebracht. Seit Mai 2020 steht das Gebäude nun endgültig leer, das Areal, welches nach einem der ersten Segelflugpioniere benannt ist, verfällt.

"Intensiv vorangetriebene Planung" – nach fast zehn Jahren noch immer kein Ergebnis

Nach einem der ersten Segelflugpioniere wurde das Haus benannt

Der Glanz ist längst vergangen

Der Eigentümer des Gebäudekomplexes, das Land Hessen, führt, nach eigenen Angaben, mit dem Landkreis Fulda seit einiger Zeit intensive Gespräche, inwiefern eine denkmalgerechte Sanierung des Groenhoff-Areals realisiert werden könne.

Bis vor ein paar Jahren war die Jugendbildungsstätte im Groenhoff Haus untergebracht ...

Keine Augenweide auf der Wasserkuppe

Der Zutritt auf das Gelände ist verboten. Ein Sicherheitsdienst hat die Überwachung ...

Auch das Lilienthal-Haus verkommt

"Entsprechende Prüfungen, insbesondere wegen des bestehenden Denkmalschutzes, sind jedoch sehr komplex und daher noch nicht abgeschlossen" teilt das hessische Finanzministerium auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS mit. Die Prüfungen, so heißt es weiter, würden "intensiv vorangetrieben". Aber auch den Verkauf des Geländes schließt das Ministerium offenbar nicht aus. "Eine mögliche Beteiligung privater Investoren an der weiteren Entwicklung des Areals ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen."

Überwachungskameras sind überall angebracht

Wenig einladend

Geplant sei allerdings, die Biosphärenreservats-Verwaltungsstelle in Bürogemeinschaft mit dem Naturpark Rhön und dem Verein Natur und Lebensraum Rhön (VNLR) auch künftig wieder bedarfsgerecht auf dem Groenhoff-Areal unterzubringen. Im Juni des letzten Jahres war die Verwaltungsstelle nach Hilders umgezogen. "Eine zunächst erforderliche Sanierung des Groenhoff Areals würde dabei allein vom Land Hessen durchgeführt."

"Bankrotterklärung"

Diese Sanierung, erklärt Landtagsabgeordnete Sabine Waschke (SPD), sei offensichtlich auch in naher Zukunft nicht geplant. Die Politikerin setzt sich seit Jahren für den Erhalt des Hauses ein. Laut des Finanzministers habe es immer wieder Vorstöße von privater Seite, bis hin zu einer französischen Hotelgruppe gegeben. Ebenfalls seien Gutachten auf dem Weg der Fertigstellung. "Schätzungen zufolge belaufen sich auf eine Investition in die Bausubstanz von mindestens 10 Millionen Euro. Das der Minister jetzt erklärt, dass dieses Investment nur Sinn mache, wenn man irgendeine Idee habe, wie das Gebäude in Zukunft genutzt werde, ist nach über sieben Jahren eigentlich eine Bankrotterklärung." Bis die Landesregierung endlich eine Idee hat, was man mit dem historischen Bau machen könne, bleibt der hessische Teil die Schmuddelecke des Biosphärenreservats Rhön"

Wie ist mit dem Areal weitergeht, ist also nach wie vor ungewiss. Seit Ende Juni 2020 wird das leerstehende Gelände von einem Sicherheitsdienst überwacht. Hierfür sind bereits bis jetzt Kosten in fünfstelliger Höhe entstanden.

Groenhoff Haus

Im Ursinus-Haus waren bis Ende 2020 Mitarbeiter des Deutsche Wetterdienstes stationiert. ...

Das Groenhoff Haus wurde nach dem bekannten Segelflieger Günther Groenhoff (1908 bis 1932) benannt, der am 23. Juli 1932 durch einen Absturz bei Tränkhof ums Leben kam. Er war Verkehrs-, Kunst-, See- und Segelflieger. 1929 wurde er Fluglehrer und Versuchspilot auf der Wasserkuppe. Dabei erprobte er den Flugzeugschlepp für Segelflugzeuge, erforschte die klimatischen Verhältnisse in großer Höhe und in Gewittern sowie die Bedingungen für Alpenflüge. Das 1936 errichtete Gebäude diente als Verwaltungs- und Unterrichtsgebäude der Reichsflugschule. Es beherbergte ab 1936 unter anderem die Leitung der Rhönsegelflugwettbewerbe und die Luftaufsicht. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1998 wurde das Haus als Verwaltungsgebäude militärisch genutzt. Anschließend zogen die Jugendbildungsstätte Wasserkuppe, die Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön mit einem Informationszentrum und ein Regionalladen in das Gebäude ein. (mr) +++


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