Das neue Projekt soll die 2019 zum Hessentag umgesetzte intelligente Beleuchtung im Stiftsbezirk für andere Teile des Stadtgebietes weiterentwickeln. - Fotos: Schréder GmbH

BAD HERSFELD Mehr Klimaschutz und Insektenfreundlichkeit

Innovatives Projekt bei Straßenbeleuchtung: "Neue Ansätze werden erprobt"

16.06.21 - "Es ist schon eine besondere Sache, mit der Beleuchtung im öffentlichen Raum: Sie soll hell sein, aber gleichzeitig Energie sparen und weniger CO2 Emissionen verursachen. Dem Sicherheitsgefühl von Bürgerinnen und Bürgern muss Rechnung getragen werden, aber die 'Lichtverschmutzung' soll minimiert werden. Stichworte wie "Insektenfreundlichkeit" beschreiben weitere Ziele, die völlig zurecht mit der Straßenbeleuchtung in Verbindung gebracht werden",  beschreibt die Stadt Bad Hersfeld ihr neustes Projekt beim Thema Straßenbeleuchtung.

Dieses Dilemma mit zum Teil gegensätzlichen Zielsetzungen werde von aktuellen Straßenbeleuchtungsanlagen bisher nicht aufgelöst. Deshalb werde ein neues Projekt, dass die Kreisstadt Bad Hersfeld gemeinsam mit der Deutschen Bank, Microsoft und "The Urban Institute" begonnen, neue Ansätze zu erproben und umsetzen. Der Magistrat habe auf Vorschlag von Bürgermeister Thomas Fehling den Start des Vorhabens beschlossen, erklärt die Stadt weiter.
 
"Insbesondere durch intelligente und integrative Lichtsteuerung und die Verknüpfung verschiedener Systeme können nach Ansicht der Projektpartner die Anforderungskonflikte zwischen Kosteneinsparungen, Energieeffizienz, Sicherheit und Klimaschutz zwar nicht gänzlich, aber weitestgehend aufgelöst werden", ergänzt die Festspielstadt in der Pressemitteilung

Dazu zählen neue Ansätze, die es ermöglichen, die Helligkeit durch dynamisches Dimmen an das Verkehrsaufkommen und an die Anforderungen der Bürger und Bürgerinnen anzupassen. Neueste Leuchttechnik erlaubt es mittlerweile auch, die sogenannte Farbtemperatur zwischen einem neutralen Weißton und einem gelblichen, oft auch als "Amber" bezeichnetem Licht zu regulieren. Insekten und Wanderer in der Fuldaaue brauchen anderes Licht als Verkehrsteilnehmer auf dem Stadtring.

Die Lichtsteuerungstechnik wird darüber hinaus so eingerichtet, dass sich die Lichtverteilung und die Helligkeit den Straßenverhältnissen anpassen. Dadurch soll die Verkehrssicherheit erhöht und die Lichtverschmutzung sowie der Energieverbrauch der Leuchten weiter optimiert werden. Die Datenerhebung über den Betriebszustand der einzelnen Leuchten soll zukünftig bei Störungsanalysen helfen. Damit reduzieren sich zeitaufwändige Fehlersuchen und Ausfallzeiten.

Die Straßenbeleuchtung soll zudem als Träger für weitere "intelligente" Zusatzeinrichtungen etabliert werden. Die Stadt hat schon 2019 zum Hessentag im Stiftsbezirk und auf Hauptverkehrsstraßen begonnen, in den Masten unter anderem Sensoren für Lärm- und Luftschadstoffimmissionen, für Daten zu Verkehrsmengen und –arten oder Geschwindigkeitsmessungen zu installieren. Dies könnte im Projekt weiterentwickelt werden. Zukünftig könnten auf diese Art und Weise zum Beispiel auch Daten zur aktuellen Witterung messtechnisch aufgenommen werden.

Stadt Bad Hersfeld beschafft Straßenbeleuchtung neuester Art


Die Kreisstadt hat bereits in der mittelfristigen Finanzplanung des städtischen Haushalts jährlich sechsstellige Beträge für die schrittweise energetische Modernisierung der Straßenbeleuchtung vorgesehen. Damit konnte in den letzten Jahren die Hälfte der etwa 6.000 Bad Hersfelder Straßenleuchten schon umgerüstet werden – je nach lokalen Bedingungen mit Energieeinsparungen zwischen 30 und 60 Prozent.

Intelligente Lampen und intelligente Masten – mit Platz für weitere Module wie ...

Ein Anteil der vorgesehenen Investitionsmittel für die Straßenbeleuchtung in Höhe von 220.000 Euro fließt nun als städtischer Anteil in das Projekt ein. Notwendige Voraussetzung ist, dass jetzt Straßenleuchten der neuesten Generation beschafft werden, die die Signale aus der Lichtsteuerung und der eingesetzten künstlichen Intelligenz (KI) auch verarbeiten können.

160 neue Straßenleuchten werden dieses Jahr in den Teilen des Stadtgebietes installiert, die bislang noch nicht auf LED-Technologie umgestellt sind. Konkret sind das auf dem nördlichen Stadtring Bereiche der Dippelstraße, Wehneberger Straße, Uffhäuser und Meisebacher Straße, die Berliner Straße zwischen Hainstraße und der Bundesstraße B 62 und Teile der Eichhofssiedlung.

Leistungen der Projektpartner


Das Projekt hat insgesamt ein Investitionsvolumen von rund 791.000 Euro. Neben dem städtischen Anteil von 220.000 Euro werden für die Umsetzung in Bad Hersfeld 571.000 Euro von den Partnern beispielsweise für KI-basierte Software-Lösungen für Energieverbrauchsberechnungen oder die Ausarbeitung einer App zur möglichen individuellen Steuerung der Lichtintensität durch Bürgerinnen und Bürger eingebracht.

Als Kernaussage des Projektes gilt, dass das bloße Austauschen alter verbrauchsintensiver Leuchtentechnik gegen LED-Leuchtentechnik ohne Mehrwert für Mensch und Umwelt nicht mehr zielführend ist. Das Projekt wird ab Juli schrittweise umgesetzt und ein Jahr dauern, um alle witterungsbedingten und jahreszeitlichen Anforderungen an die öffentliche Beleuchtung zu erfassen.

"Ich freue mich, dass sich der Magistrat einstimmig für das Projekt ausgesprochen hat", resümiert Bürgermeister Fehling die Haltung des Gremiums zum Thema Klimaschutz. (kku/pm)+++


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