Sonntag, 27. Juni - 0:30 Uhr: Der Domplatz in Fulda wird immer mehr zum Party-Hotspot. - Alle Fotos: Martin Engel

FULDA Das O|N-Protokoll vom Samstag-Abend

Feierwütige Schmutzfinken und Wildpinkler am Domplatz

28.06.21 - Weggeworfene Kippen, Gläser, Flaschen. Der Domplatz in Fulda wird immer mehr zum Party-Hotspot. Die Bilder vom Samstagmorgen sind eine Schande für Fulda. "Ohne die Stadtreiniger, die schon früh morgens unterwegs waren und die gröbsten Verunreinigungen beseitigt haben, hätte man meinen können: Wir sind hier mitten im Assi-Viertel", berichtet ein Leser der OSTHESSEN|NEWS-Redaktion. Doch es war kein Problemviertel, sondern das ansehnliche Barockviertel von Fulda.

Die Polizei ist erneut bis spät in die Nacht vor Ort.

Ein Wildpinkler verrichtet sein Geschäft in die Hecken.

Alles war verdreckt. Überall flogen Müll und Scherben herum. Die kürzlich extra aufgestellten Mülltonnen auf dem Domplatz schienen von den Feierwütigen ganz bewusst ignoriert worden zu sein. Zwar begrüßt die Stadt grundsätzlich, dass sich Fuldaer generationsübergreifend im Bereich von Sehenswürdigkeiten aufhalten und - auch die herrlichen Sommerabende dort genießen, "aber die Würde dieses besonderen Ortes muss gewahrt bleiben – Vandalismus, Lärm und Vermüllung haben gerade dort nichts zu suchen", mahnte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) bereits in der vergangenen Woche und kündigte mehr Kontrollen an.

OSTHESSEN|NEWS nahm die Zuschriften und Leser-Hinweise zum Anlass, sich am Samstagabend ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

Samstagabend, 21:30 Uhr: Noch ist alles ruhig. Vereinzelt treffen sich junge Leute vor dem Wahrzeichen der Stadt Fulda. Stadt- und Landespolizei sind präsent, müssen aber nicht eingreifen. Doch je später der Abend, desto mehr Menschen kommen. Viele bringen sich Essen (Pizza, Döner oder Sushi) mit. Dabei trinken sie Wein, Bier und auch Mix-Getränke. Zum Transport werden Plastik-Tragetaschen verwendet.

Es wird immer lauter und dreckiger. Verpackungen von mitgebrachtem Essen fliegen auf dem Boden herum. Wenn die Polizei vereinzelt Leute anspricht, will niemand aus der Gruppe für den Müll verantwortlich sein. Auch Diskussionen hat die freundliche Ansprache der Beamten zufolge.

Übervolle Mülltonnen.

Kurz nach Mitternacht stehen unzählige Autos entlang der Pauluspromenade. Ein neuer Treffpunkt der Poser- und Tuner-Szene? Unser Reporter vor Ort berichtet derweil von "ohrenbetäubendem Lärm" auf dem Domplatz, da jedes Grüppchen über mitgebrachte Boxen seine eigene Musik hört. Wildpinkler sind auch unterwegs und nutzen die Dommauern oder die Hecken für ihr kleines Geschäft.

Um 0:30 Uhr am Sonntagmorgen ist Fuldas neue Partymeile mit rund 400 Menschen gut gefüllt. Vieles hat sich aus den Kneipen, die um 24 Uhr ihre Außengastronomie schließen müssen, ins Barockviertel verlagert. Denn hier kann die Party noch einige Stunden weitergehen.

Nach dieser erneuten Müll-Eskalation ist klar: Stadt und Polizei müssen schnell handeln und diejenigen, die sich nicht benehmen zur Rechenschaft ziehen. Aufgebrummte Sozialstunden bei der Stadtreinigung dürften so manchem Schmutz-Finken eine Lehre sein. Schade, dass es solche Maßnahmen wohl braucht. Doch der Domplatz darf kein Glasscherben-Viertel werden. (Christian P. Stadtfeld) +++

Leere Flaschen, Dosen und Müll fliegen auf dem Domplatz herum.

Fotos (2): Wolfgang Rother


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