Pfarrer Alexander Riedel ist seit Jahren in der Notfallseelsorge aktiv. Doch auch daneben sind seine Türen für ein Gespräch niemals verschlossen. - Fotos: Gerhard Manns

ROTENBURG/F. Organisation einzigartig in Hessen

Notfallseelsorge: Wichtiges Element bei dramatischen Einsätzen

07.07.21 - Die Notfallseelsorge ist ein wichtiger Bestandteil um Unfälle, Brände oder sonstige Einsätze zu verarbeiten. Nicht nur für Beteiligte oder Angehörige ist das Gespräch von enormer Bedeutung, auch Einsatzkräfte frequentieren die Notfallseelsorge nach Einsätzen. Über die Arbeitsweisen und den Alltag berichtet Alexander Riedel, Pfarrer in Rotenburg-Lispenhausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) im ausführlichen OSTHESSEN|NEWS-Gespräch.

"Die Notfallseelsorge ist ein Teil der Seelsorge, allerdings ist die Notfallseelsorge nicht annähernd so tiefgreifend wie die normale Seelsorge. Dazu ist es gerade bei Verkehrsunfällen oder sonstigen Ereignissen immer schwierig, an einen neutralen Ort zu gelangen. Das macht das Gespräch mit unter Schock stehenden Personen nicht einfach", erklärt Pfarrer Riedel zu Arbeitsweise der Notfallseelsorgerinnen.

Miteinander über tiefgreifende Einsätze sprechen

Im Einsatz sind dabei die Pfarrer im Kreisgebiet, denn unter ihre Aufgaben fällt auch die Notfallseelsorge. Lediglich ein Ehrenamtlicher begleitet den psychisch hoch-anspruchsvollen Beruf. Laut Riedel sei man allerdings zukünftig bereit, auch Personen außerhalb der Kirche diesen Job anzuvertrauen. Schulungen und Foren sind generell schon ein wichtiger Bestandteil der Notfallseelsorge. "Gerade nach Einsätzen hilft auch uns ungemein, wenn wir über die Geschehnisse vor Ort sprechen. Natürlich müssen wir vor Ort eine gewisse Souveränität und Distanz wahren, dennoch begleiten uns manche Schicksale einfach auch einige Tage", ergänzt der Pfarrer aus Lispenhausen.

Pfarrer Alexander Riedel im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS-Reporter Kevin Kunze. ...

Derzeit arbeiten 40 Pfarrerinnen und Pfarrer in der Notfallseelsorge, plus ein Ehrenamtlicher. Am Tag sind drei Seelsorger in Bereitschaft, falls irgendwo etwas passiert, werden sie separat von der Leitstelle darüber in Kenntnis gesetzt. Dann melden sie sich vor Ort beim Einsatzleiter und beginnen die Gespräche mit den schockierten Personen. Auch nach dem ersten Gespräch an der Unfallstelle hört die Betreuung nicht auf: "In den darauffolgenden Tagen kann dann eine weitere Seelsorge in Anspruch genommen werden. Diese führt dann zumeist der ortsnahe Pfarrer durch", so Riedel.
 

"Flächendeckendste Notfallseelsorge in Hessen"

Besonders hervorstechend ist laut Riedel allerdings die Organisation der Notfallseelsorge im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: "Wir haben derzeit wohl die flächendeckendste Notfallseelsorge in Hessen. Natürlich hat es dafür einige Anlaufschwierigkeiten benötigt. Doch nun haben wir mithilfe von digitalen Dienstplänen eine optimale Bereitschaft gefunden und können somit 24 Stunden, sieben Tage die Woche, eine Notfallseelsorge garantieren."
Es gebe noch Optimierungsbedarf, gerade zukünftig müsse laut Riedel mehr auf Freiwillige anstatt Geistlicher geachtet werden: "Die Personaldecke bei den Pfarrerinnen und Pfarrern wird dünner, deshalb muss man zukünftig mehr Ehrenamtliche in das Konstrukt einbauen. Nur so können wir die guten Voraussetzungen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg erhalten." (Kevin Kunze)+++


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