Ralph Hönscher, Vorstandsvorsitzender des Gesundheitsnetzes Osthessen (GNO), fordert eine Bestrafung für Impfschwänzer - Archivfotos: ON

REGION Verhalten "sozial unverträglich"

GNO-Chef Hönscher spricht Klartext: Strafen für Impfschwänzer

06.07.21 - Nach holprigem Start nahm das Impfen in Deutschland in den vergangenen Wochen und Monaten endlich merklich an Fahrt auf. Doch jetzt droht die Impfkampagne ins Stocken zu geraten. Der Grund? Die vielen Impfschwänzer, die ihre Termine nicht wahrnehmen – und das trotz der sich in vielen Teilen Europas rasant ausbreitenden hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Für Ralph Hönscher, Vorstandsvorsitzender des Gesundheitsnetzes Osthessen und praktizierender Hausarzt, eine besorgniserregende Entwicklung.
 
Egal ob in England, Israel, Spanien oder Portugal. Überall steigen die Corona-Inzidenzen wieder stark an. Grund dafür ist die Delta-Variante. In Deutschland sind die Inzidenzzahlen zwar noch gering, doch auch hierzulande breitet sich die hochansteckende Variante immer schneller aus. Der Anteil der Delta-Variante an den gesamten Corona-Infektionen wächst. Das RKI geht davon aus, dass Delta spätestens in einer Woche der dominierende Virusstamm in Deutschland sein wird.

Starker Anstieg nach den Sommerferien? 

in den Impfzentren wird es leerer, weil viele ihren Impftermin schlicht nicht wahrnehmen ...

Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst viele Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch genau hier liegt das Problem. Viele Impfkandidaten erscheinen einfach nicht zu ihrem Termin. "Dabei muss doch allen klar sein, dass der Weg aus der Pandemie nur durch Impfen möglich ist", sagt Ralph Hönscher, der selbst einer der drei ärztlichen Leiter im Impfzentrum Fulda ist. 
 
Den Grund für die neue Impfunwilligkeit sieht er ausgerechnet in den Erfolgen der letzten Wochen. "Die Leute lesen die niedrigen Inzidenzzahlen, sehen Bilder von feiernden Menschen, wie bei der Fußball-EM, da kommt bei dem ein oder anderen der Gedanke auf, die Pandemie sei vorüber." Deshalb rechnet er auch mit einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen nach den Sommerferien.

Hönscher fordert Bestrafung für Impfschwänzer

Viele scheinen auch zu denken, dass bereits eine einmalige Impfung ausreichend wäre und lassen deshalb den zweiten Termin platzen. Hörscher stellt aber klar, "dass nur zwei Impfungen den vollen Schutz bedeuten, ausgenommen der Impfstoff von Johnson & Johnson". Das Verhalten derer, die nicht zu ihrem Termin erscheinen, nennt er "sozial unverträglich". "Damit nehmen diese Leute anderen die Chance sich impfen zu lassen", sagt er. Deshalb befürwortet er auch eine Bestrafung für Impfschwänzer. "Ich finde, dass man das ahnden sollte. Bei manchen Friseuren werden ja auch Ausfallgebühren fällig, wenn man nicht zum Termin erscheint."
 
Zumal der Betrieb eines Impfzentrums mit einem enormen personellen und logistischen Aufwand verbunden ist. "Das kostet den Steuerzahler viel Geld", so Hönscher. Deshalb appelliert er, den Impf-Termin abzusagen, wenn man ihn nicht wahrnehmen könne. (Felix Hagemann) +++


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