Ein kleiner Teamausschnitt der Häuslichen Pflege des Klinikum Bad Hersfeld um die stellv. Leitung Kerstin Göppel (3. v. re.) - Foto: privat

BAD HERSFELD Wenn Hilfe benötigt wird

Seit 25 Jahren da: Häusliche Krankenpflege des Klinikums feiert Jubiläum

15.07.21 - Medikamentendosen vorbereiten, Kompressionsstrümpfe anziehen oder den Blutzucker kontrollieren – vor allem aber auch Dasein und Reden. Seit rund 25 Jahren betreuen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Häuslichen Pflege am Klinikum Bad Hersfeld ältere Menschen oder chronisch Kranke in ihrem eigenen zu Hause. In 2021 feiern die rund 40 Mitarbeiter ihr Jubiläum.

Unter Geschäftsführer Martin Ködding und Pflegedirektor Karl Nieding entsteht im Frühjahr 1996 die Häusliche Krankenpflege am Klinikum Bad Hersfeld. Die erste Pflegedienstleiterin ist Tanja Breitbart. Heute, rund ein Vierteljahrhundert später, liegt diese Aufgabe bei Helma Schuster, stellvertretende Leiterin ist Kerstin Göppel: "In den vergangenen Jahren ist unsere Arbeit noch stärker als früher ein ganz zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Vor allem die Betreuung von älteren Bürger unseres Landkreises ist wichtig, weil Familienstrukturen einfach nicht mehr so wie früher vorhanden sind." So stünden ältere Menschen gerade nach einem operativen Eingriff oder im Falle einer Erkrankung häufig vor der Entscheidung, in ein Heim zu gehen oder die häusliche Pflege in Anspruch zu nehmen. "In vielen Fällen unterstützen Familienmitglieder in der Betreuung, können aber selbst nicht alles leisten. Dann sind wir da", ergänzt Göppel. Damit schaffe ihr Team ein ganz wichtiges Angebot für alle, die gerne zu Hause gepflegt werden möchten.

"Jederzeit für uns telefonisch erreichbar"

Eine solche Patientin ist Anna Matthé, die vergangenes Jahr 100 Jahre alt wurde. Seit einem Oberschenkelhalsbruch vor sieben Jahren wird sie von der Häuslichen Pflege betreut. "Ich habe eine große Familie. Mein Sohn, meine Tochter und ihr Mann kümmern sich gemeinsam um mich und übernehmen viele Aufgaben", berichtet die gelernte Schneiderin. Bei manchen alltäglichen Dingen, wie beispielsweise dem morgendlichen Waschen, ist professionelle Hilfe notwendig. "Seit dem Oberschenkelhalsbruch kann ich mein Bein nicht mehr so beugen. Deshalb helfen mir hier die Pflegekräfte", so die 100-Jährige. Im Gespräch mit uns spricht sie offen ihre Dankbarkeit an die Damen aus, die jeden Tag zweimal zu ihr kommen. Auch wenn die Pflegefachkraft an manchen Tagen mal ein paar Minuten später kommt, macht das Frau Matthé nichts: "Ich weiß ja, dass wenn ich einmal an einem Tag ein bisschen mehr Hilfe brauche, ich diese auch bekomme."

Besonders dankbar ist auch die Tochter von Anna Matthé: "Das Team der Häuslichen Pflege ist jederzeit für uns telefonisch erreichbar, so dass wir unsere Anliegen immer direkt besprechen können." Auch seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Pflegefachkräfte weiterhin regelmäßig gekommen – mit Mundschutz, coronagetestet und neuen Hygienevorschriften.

Die Entscheidung zur Häuslichen Pflege treffen Betroffene in der Regel selbst oder bei Behandlungspflege in Absprache mit dem Haus- oder Facharzt. "Bei Patienten, die im Klinikum Bad Hersfeld behandelt werden, stellen wir normalerweise direkt den Kontakt her", so Kerstin Göppel. (pm) +++


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