Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (rechts) im Gespräch mit Moderatorin Ute Wellstein. Auf dem Bildschirm: Joachim Becker (Direktor der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien) - Fotos: FFH / Chris Born

BAD VILBEL Kooperation: #KeineMachtdemHass

Gegen Hass und Hetze im Netz: FFH und Partner machen sich stark

24.07.21 - Beleidigungen, Hetze oder Mobbing im Netz erleben leider viel zu viele Menschen täglich. Radio FFH hat deshalb klar ein Zeichen gegen Hass und Hetze am "Internationalen Aktionstag gegen Hasskriminalität" (22. Juli 2021) gesetzt – zusammen mit weiteren Partnern der Kooperation "#KeineMachtdemHass", wie dem hessischen Justizministerium, der hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk oder dem Hessischen Rundfunk. In zwei Gesprächsrunden, die im FFH-Funkhaus in Bad Vilbel stattgefunden haben, tauschten sich im Livestream (jederzeit im Internet unter der Adresse www.ffh.de abrufbar) die Kooperationspartner aus.

Den ganzen Tag hat Radio FFH das Thema schwerpunktmäßig mit verschiedenen Aktionen auf allen Kanälen aufgegriffen. Im Programm kamen Prominente aus den Bereichen Musik, Boulevard oder Sport sowie Hörer*innen, Expert*innen und FFH-Moderator*innen zu Wort, die ihre Erfahrungen teilten.

Zoe Wees zählt aktuell zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Musikbranche. Auch sie musste bereits Beleidigungen und Hate Speech im Netz erleben. "Bei meinem Song ‚Control‘ hat dann irgendjemand geschrieben (übersetzt): ‚Begeh‘ Selbstmord, sodass es wenigstens ein paar gute Nachrichten 2021 gibt! Fette Kuh!‘ Das ist immer noch so krass in meinem Kopf und geht nicht raus", sagt die 19-Jährige im FFH-Interview. Sich selbst sieht sie als starke Frau und verarbeitet ihre Erlebnisse vor allem in ihrer Musik. Sie gibt allen Betroffenen eine wichtige Botschaft: "Nur, weil irgendjemand schreibt, dass du nicht gut genug bist – bitte zweifle niemals an dem, was du machst, an dem, was du bist! Du bist gut, so wie du bist!"

"Gebt diesen Leuten nicht so eine große Plattform"

Auch Eintracht Frankfurt-Fußballspieler Timothy Chandler sah sich in seiner Karriere bereits einigen verbalen Angriffen ausgesetzt. "Es gab eine Beleidigung, bei der ich tief getroffen und wütend war – kurz bevor meine Tochter geboren wurde. Da hat jemand meinen Namen in ‚Kinder-Chandler‘ – (von Kinderschänder) – umgeschrieben und den Zusatz: ‚der bekommt jetzt eine Tochter‘." Sein Appell nach draußen: "Gebt diesen Leuten nicht so eine große Plattform, gebt ihnen keine Aufmerksamkeit!"

Moderatorin Cathy Hummels hat für sich einen Weg gefunden, mit Hasskommentaren ‚umzugehen‘: "Ich glaube, wichtig ist, dass man sich bezüglich dem, was man tut, gar nicht mehr so rechtfertigt. Wenn man immer in diese Rechtfertigungs-Position geht, ist man leicht das Opfer. Ich sage allen, die gemobbt werden: Es ist total egal, was andere sagen. Wenn du mit dir im Reinen bist, dann ist alles gut!"

Auch die FFH-Moderatoren Daniel Fischer und Evren Gezer mussten bereits Erfahrungen mit Hate Speech machen. Fischer erhielt vor allem nach seinem zwischenzeitlichen Wechsel von FFH zum Hessischen Rundfunk im Netz einen regelrechten ‚Shitstorm‘. Täglich musste er sich in dieser Zeit Schimpfwörtern und verbalen Angriffen stellen, von denen auch seine Familie nicht verschont blieb.

Im Bild von links: Manfred Krupp (Intendant Hessischer Rundfunk), Marco Maier (Geschäftsführer ...

FFH-Geschäftsführer Marco Maier: "Es ist erschreckend, mit wie viel Hass und Hetze sich die Menschen mittlerweile im Netz begegnen. Der Ton in den sozialen Medien wird zunehmend schärfer. Durch die Möglichkeit, sich anonym im Netz zu bewegen, sinkt die Hemmschwelle im Internet. Wir von FFH positionieren uns klar gegen Hass und Hetze. Die Kraft der Reichweite als Medienunternehmen ist das, was wir einbringen können – wir müssen Flagge zeigen. Grenzen dürfen nicht überschritten werden. Es gehört zu unseren Aufgaben, kritisch zu berichten, Fake-News-Vorwürfe zu entkräften und ihnen mit guter qualitativer Berichterstattung entgegenzuwirken. Hass und Hetze dürfen uns nicht beeinflussen oder verunsichern."

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann betont: "Wir als Staat haben die Aufgabe, auch im Netz die Freiheit zu gewährleisten, die jedem nach den Grundrechten zusteht. Und das können wir nicht, weil sich dort Dinge ausgebildet haben, die die Identität der Täter verschleiern. Aktuell schützen die gesetzlichen Rahmenbedingungen die Täter und nicht die Opfer – das muss geändert werden! Deshalb fordere ich eine digitale Agenda, die das, was wir analog haben, auch im Netz abbildet, um die Meinungs- und Pressefreiheit zu schützen. Das ist der Auftrag in unserer Demokratie und Kern unserer Grundrechte.

Wie wichtig es ist, Hass und Hetze im Netz zu melden, zeigen aktuelle Zahlen der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT). Seit Beginn der Kooperation "#KeineMachtdemHass" im November 2019 konnten bislang über 6.000 Meldungen strafrechtlich überprüft, über 1.650 Ermittlungsverfahren eingeleitet und mehr als 500 Tatverdächtige bundesweit identifiziert werden (Stand Juli 2021). Um Betroffenen zu helfen, gibt es verschiedene Anlauf- und Meldestellen – darunter Organisationen wie "HateAid", "#ichbinhier" oder "Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung". Alle sind Teil der Kooperation "#KeineMachtdemHass". (pm) +++


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