Christina Lander ist Autorin bei OSTHESSEN|NEWS für die Serie "Nachgedacht". - Foto: O|N-Archiv / Hendrik Urbin

REGION Von Christina Lander

Nachgedacht im August: Ein trauriger Sommer

02.08.21 - Habe ich noch im Juni über die neu gewonnene Freiheit geschrieben, muss ich im Juli traurig feststellen: Wir können wohl kaum behaupten, dass der Sommer uns vollends gepackt hat. Die Realität bot uns wenig laue Nächte mit Gezirpe und Grillgeruch. Ja nicht einmal die Poolpflege hat bisher Kosten gegen Nutzen aufgewogen. Wie schade. Ja, das ist es wohl für viele. Doch viel schlimmer ist doch, dass sich neben der Pandemie noch ein anderes Thema in die Präsenz drückt. Das Wetter ist nicht mehr nur einfach schlecht, es zeigt uns auf eine weitere Weise, wie fragil unser Alltag doch ist. Wir alle haben die Bilder aus dem Juli im Kopf. Regen ist nicht mehr nur Regen. Und aus dem Frühjahr wissen wir, dass auch die Winde immer stärker werden.

Man kann jetzt resignativ behaupten, dass es einfach nur dieses Jahr so ist. Aber man kann auch - und das ist wohl die bessere Variante - genauer hinsehen. Zum Fall der Flut und ihrer Gründe gab es viel Material zu lesen. Mir besonders im Gedächtnis geblieben ist die Aussage, dass dies die dritte, aber heftigste Flut in diesem Gebiet gewesen sei. Deswegen sei nach der zweiten Katastrophe eine Art Becken geplant (sehr einfach ausgedrückt) gewesen, das das viele Wasser schnell auffangen könne. Leider nur wurde entschieden, dass anstelle des dafür bereitgestellten Geldes der Nürburgring gebaut werden solle. Interessant, nicht wahr? Der Nürburgring, an dem im Juli Spenden gesammelt und Hilfen für die Flutopfer organisiert wurden. Für mich bleibt da eigentlich nur eine Schlussfolgerung: "Aufs falsche Pferd gesetzt! Hätte man mal …" Und das ist doch das, was man ständig fühlt, wenn man auf die Zukunft schaut und sich ganz klar fragt, wie das werden soll.

Im Schöpfungsbericht steht nichts davon, dass wir die Erde ausnutzen dürfen. Es ist kein Herrschaftsauftrag, sondern ein "Hüteauftrag". So haben das schon zahlreiche Theologen immer wieder beschrieben. Doch auch wenn man nicht daran glaubt, dass wir hier auf Erden als Gottes Geschöpfe leben, dann bleibt doch aber trotzdem die Liebe zum eigenen Werk, zum eigenen Leben, zur eigenen Heimat. Die Spendenbereitschaft hat gezeigt, wie sehr wir Menschen aufeinander bauen können, die Katastrophenhilfe war geprägt von so viel Bereitschaft, Aufopferung und Nächstenliebe. Und im Angesicht solcher Bilder kann man doch nur schlussfolgern, dass es dazu nicht mehr kommen soll. Sondern dass wir uns gemeinsam auf einen Weg begeben müssen, der solche Gefahren von uns abwehrt. (Christina Lander) +++


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