Gestern Abend, pünktlich um 17.50 Uhr rollte der Gesamtsieger der ADAC Hessen Rallye Vogelsberg, des dritten Laufes zur Deutschen Rallyemeisterschaft 2009, Hermann Gaßner jr. mit Kathi Wüstenhagen als Beifahrerin in ihrem Mitsubishi Lancer Evo9 durch das Zieltor in Schlitz in der Bahnhofstraße. Hinter ihnen lag eine spannende und atemberaubende Rallye vor einer grandiosen Zuschauerkulisse. Mehr als 30.000 Menschen säumten die Strecken rund um den Rundkurs in Willofs, die Strecke in Schotten, Storndorf, Schlitz und Niederaula bei grandiosem Rallyewetter. SIEHE AUCH EXTRA-Bericht mit großer Fotoserie.
Spannend wie kaum eine andere Rallye ging es her am gestrigen Samstag – während den ersten fünf Wertungsprüfungen wechselte die Gesamtführung ebenfalls 5 mal. Und dabei war kein einzigstes mal der spätere Gesamtsieger Gaßner jr. Dieser drehte auf den letzten 4 Wertungsprüfungen nochmal alles um und kitzelte alles aus seinem Mitsubishi Lancer Evo9 heraus. Insbesondere die Wertungsprüfung Niederaula mit einem hohen Grobschotteranteil hatte es ihm angetan. Hier konnte er seinem härtesten Verfolger Wallenwein und späterem Zweitplatzierten in der Gesamtwertung im ersten Durchgang 13 Sekunden, im zweiten Durchgang 10 Sekunden abjagen.
Aber auch die anderen Wertungsprüfungen hatten es „in sich“ – „die Autobahn“, wie Gaßner jr. die WP Schotten taufte, war die WP von Olaf Dobberkau in seinem Porsche 911. Hier war Leistung gefragt, die er mitbrachte. Mit einer „Durschnittsreisegeschwindigkeit“ von 124 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit jenseits der 200km/h Grenze zog Dobberkau seine Bahnen im Hohen Vogelsberg und setzte sich somit an die Spitze der Gesamtwertung. Allerdings stand am Samstag Vormittag nicht nur der Schottenring, sondern auch die WP rund um Storndorf mit ca. 45% Schotteranteil an. Hier konnten die allradgetriebenden Fahrzeuge zurückschlagen und das Klassement neu aufmischen. Der nach der vierten WP noch führende Dobberkau fand sich nach dem letzten Ritt durch das Motodrom in Storndorf und die umliegende Strecke auf Platz 6 mit 19 Sekunden Rückstand auf den nun führenden Stuttgarter Subaru-Piloten Sandro Wallenwein und in der Gesamtwertung auf Platz 2 wieder.
Isgesamt 10 Teams der einst in Willofs gestarteten waren nach den ersten 5 Wertungsprüfungen nicht mehr dabei – doch das große Sieben sollte erst mit der WP 6 in Schlitz beginnen. Wärend den letzten 4 Wertungsprüfungen (2x Schlitz und 2x Niederaula) verabschiedeten sich insg. 12 Teams mehr oder weniger spektakulär aus dem Rallyegeschehen. Allerdings ging es für die Fahrer immer glimpflich aus, was man für die Fahrzeuge leider nicht behaupten kann. Überschläge, abgerissene Reifen und Crashs werden in den kommenden Tagen für viel Arbeit in Werkstätten und Garagen der Teams sorgen.
Ab der 6. Wertungsprüfung drückte nun Herrmann Gaßner jr. seinen rechten Fuß etwas kräftiger auf das unter ihm liegende Gaspedal und fuhr somit promt Bestzeit auf WP6. Zwar reichte es noch nicht ganz, Wallenwein auch in der Gesamtwertung hinter sich zu lassen, doch Gaßners Lieblingsstrecken Niederaula sollten ja erst noch kommen. Und so war es dann auch. Kaum durch das Ziel in Niederaula gefahren, konnte man den Grund für die Vorfreude Gaßner jr. auf diese WP sehen. Mit einem Abstand von 13 Sekunden auf den zweiten WP-Zweiten Wallenwein kam Gassner jr. nun Sieger der WP 7 bis 2,7 Sekunden an den erstplatzierten der Gesamtwertung heran.
WP8 machte es perfekt – die Aufholjagd Gaßner jr. trug Früchte und er konnte sich an die Spitze der Gesamtwertung setzen – wenn bis dato auch nur mit einem Vorsprung von 0,8 Sekunden. WP 9 nutzte Gassner jr., um seinen Vorsprung noch auszubauen und somit seinen Gesamtsieg perfekt zu machen. Wallenwein sicherte sich Platz 2 mit einem Abstand von knapp 10 Sekunden. Peter Corazza sichert sich mit Platz 4 Rang 3 im Gesamt und behält die Führung in der Tabelle der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM). Corazza hadert mit einem Plattfuß. Das führende Trio musste also komplett das eine oder andere Mal während der Rallye erhebliche Probleme bewältigen. Olaf Dobberkau platziert den Porsche auf Rang 4 und damit so weit vorn bei der ADAC Hessen Rallye Vogelsberg wie noch nie. Das Duell Gaßner senior gegen den Neuling in der Topliga Florian Niegel entscheidet der Routinier für sich. Hermann Gaßner sr. hat die Titelverteidigung abgeschrieben, will aber den Evo10 weiter entwickeln.
Der Endstand der „ADAC Hessen Rallye Vogelsberg 2009“:
1. Hermann Gaßner jr. / Kati Wüstenhagen (D, Mitsubishi Lancer Evo9) 1:10:38,8 Stunden
2. Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (D/A, Subaru Impreza N14), + 0:10,1 min
10. Rausch, Michael / Schäfer, Thomas (D, Opel Ascona B 16V) +4:25,1
Nur 39 von 61 Startern im Ziel!
Beachtlich ist jedoch, dass unter den ersten 10 Teams der Gesamtwertung 3 Teams aus heimischen Gefilden sich wiederfinden – ein Zeichen dafür, welch großen Stellenwert der Motorsport in der Region Osthessen hat.
Im Ziel angekommen, gab es für die Siegreichen Teams erstmal eine Sektdusche (teils auch für die Zuschauer und Fotografen) sowie einen „Schlitzer Flitzer“, eine Sonderabfüllung der Schlitzer Korn- und Edelobstbrennerei. Auch der Rallyenachwuchs nutzte seine Gelegenheit, sich bei den Fahrerinnen und Fahrern den ein oder anderen Autogramwunsch auf T-Shirts, Basecaps oder Poster zu erfüllen. Anschließend ging es in das Festzelt am Serviceplatz, wo bis spät in die frühen Morgenstunden des heutigen Samstags die rund rum gelungene ADAC Hessen Rallye Vogelsberg 2009 gefeiert wurde. (cj) +++
Starke Handwerker aus der Region - präsentiert von OSTHESSEN|NEWS.
Gebündelte Kompetenz für Bau, Ausbau und moderne Projekte.
Qualität, Erfahrung und regionale Nähe aus einer Hand. Jetzt entdecken und Ihr Projekt erfolgreich umsetzen!