Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Stadtbaurat Daniel Schreiner, Bildhauerin Valerie Otte (Berlin), Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann, Weinkönigin Valerie Gogus (Rheingau) - Fotos: Henrik Schmitt

FULDA Weinfest eröffnet

Spätlesereiter-Statue der neue "Schatz" im sanierten Schlosshof

02.09.21 - Kaum haben die Spitzenköche ihr Töpfe und Pfannen nach den Genusswochen geputzt und eingeräumt, übernehmen nun die Weinhändler das Zepter auf dem Schlosshof in Fulda. Zehn Tage lang öffnet jeweils von Mittwoch bis Sonntag das "Wein im Schlosshof – Das Spätlesefest" seine Pforten.

Bildhauerin Valerie Otte mit ihrem Reiter

Weinkönigin Valerie Gogus

Der Spätlesereiter ist der neue Schatz im Schlosshof

In der Bildmitte Bürgermeister Patrick Kunkel (Eltville)

Die Besucher erwartet neben den edlen Tropfen, Flammkuchen sowie Live-Musik, ein echter Hingucker: Inmitten des sanierten Schlosshofes ist eine Statue der neue Blickfang. Sie zeigt den legendären Reiter und sein Pferd. Die Bronzeskulptur stammt von der Bildhauerin Valerie Otte aus Berlin.

Sie stellte ihr Werk am Mittwochnachmittag vor und bekam viel Lob. Sie hatte sich zuvor in einem Wettbewerb durchgesetzt. "Es ist ganz rührend, was hier ermöglicht wird", sagte die Bildhauerin. Die Statue solle für sich sprechen. Bewusst steht der Reiter ebenerdig neben seinem Pferd. Der Betrachter solle sich vorstellen können, wie es damals vielleicht war.

Plakette für Informationen und Barrierefreiheit

"Die Statue wird ein neuer Schatz werden", sagt Stadtbaurat Daniel Schreiner. Und sicher ein beliebtes Fotomotiv. Er stellte zudem eine recht unscheinbare aber wichtige Plakette vor. Sie ist schlicht, ihre Funktionen sind jedoch wertvoll. "Ich kann erfühlen, was auf der Plakette steht", sagte Schreiner. Die Plakette enthält zudem einen, mit dem sich die können Bürger und Touristen im Internet näher über das jeweilige Bauwerk oder Denkmal ganz einfach informieren.

Das Hessentagspaar Vera Vogt und Max Dudyka

Alexander Günther am Backofen

Zurück zur Statue vom Spätlesereiter: "Den Standort haben wir bewusst aufgrund des historischen Bezugs gewählt, denn in den Schlosskellern wurden im 18. Jahrhundert die besten Weine aus der fuldischen Besitzung im Rheingau in Fässern eingelagert und dort später in Flaschen abgefüllt" erklärte der Stadtbaurat. Dem Reiter haben wir der Überlieferung nach die Entstehung der Spätlese zu verdanken: Im 18. Jahrhundert sollte er als Kurier aus dem Rheingau die Erlaubnis zum Beginn der Weinlese beim Fürstbischof in Fulda einholen, hatte sich aber bis zur Rückkehr nach Schloss Johannisberg derart verspätet, dass die Trauben bereits in die Edelfäule übergegangen waren. Wieso er sich verspätete, ist unklar. Jedenfalls entwickelte sich daraus die Spätlese. Das Menuett-Ensemble im Weinkonvent zu Fulda stellte zu Beginn der Eröffnung des Weinfestes diese Szene dar - samt Pferd und Reiter.

"Das war ein wunderbarer Auftakt", sagte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Er begrüßte zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Kultur und Geschichte. Und er konnte sogar die Weinkönigin Valerie Gorgus aus dem Rheingau und Bürgermeister Patrick Kunkel aus Eltville begrüßen. Die Eröffnung vom Weinfest, die Einweihung vom sanierten Schlosshof und die Einweihung des Denkmals - es gab am Mittwoch gleich drei Gründe, sich zu treffen. Wegen der Corona-Pandemie gibt es weniger Plätze. "Das Wichtigste ist, dass wir wieder Gemeinschaft pflegen können", sagte der Oberbürgermeister.

Das Menuett-Ensemble im Weinkonvent zu Fulda

"Wir wollen den Schlossinnenhof für die Bürger erlebbar machen", sagte Wingenfeld. Der Platz soll ein neuer Treffpunkt werden. In den vergangenen Jahren parkten dort Autos, die Fläche war uneben. "Es war an der Zeit, den Schlosshof herzurichten", sagte der Stadtbaurat. Sandsteinpflaster markieren die Wege zu den einzelnen Eingängen vom Stadtschloss. Nockenplatten helfen Menschen mit Sehschwächen. Die Barrierefreiheit war ein zentraler Faktor bei der Sanierung. Elvira Storch vom Beirat Menschen mit Behinderung lobte die Baumaßnahmen und die Zusammenarbeit. Blindenführungen und Rollstuhlführungen seien geplant.

Schreiner stellte in seiner Rede die Sanierungsarbeiten vor und dankte den beteiligten Baufirmen und Archäologen. Für den Umbau vom Schlosshof wurden rund 1,2 Millionen Euro investiert. Bei den archäologischen Arbeiten und Grabungen gab es einige interessante Funde etwa aus dem zwölften und 13. Jahrhundert. Für den sanierten Schlosshof wurden rund 65.000 Pflastersteine benötigt, dazu die 350 Quadratmeter großen Flächen aus Sandstein. Und mittendrin die neue Statue. Sie soll auch zeigen, dass Fulda weitaus mehr mit Wein zu tun hat als der eine oder andere denken mag. "Durch die Kunst wollen wir die Geschichte erlebbar machen", sagte der Oberbürgermeister.

Beim 40. Weinfest und der gleichzeitigen Premiere von "Wein im Schlosshof - Das Spätlesefest" haben die Gäste eine gute Gelegenheit, den Spätlesereiter zu bestaunen. Dazu gibt es edle Tropfen, einige kulinarische Gaumenfreuden und jede Menge Live-Musik. Die Nachfrage nach den personalisierten Eintrittskarten ist groß, rund 80 Prozent der Karten seien bereits verkauft. Beim Weinfest in Fulda gilt die 3 G-Regel. Weitere Informationen zu den Regelungen in Bezug auf die Corona-Pandemie und dem Programm gibt es im Internet unter der Adresse Wein im Schlosshof . (hhb) +++

Die barrierefreie Plakette

Elvira Storch

Zehn Tage lang öffnet jeweils von Mittwoch bis Sonntag das "Wein im Schlosshof – Das Spätlesefest" ... Fotos: Hans-Hubertus Braune


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