Das Team von "Dirt Torpedo" bewegt sich auf die Zielgerade. Seit einer Woche verweilen die elf dual Studierenden, die hinter der Idee des "Dirt Torpedos", der eventuell schnellsten Tunnelbohrmaschine der Welt, stecken, in Las Vegas. - Foto: Region Fulda GmbH, Florian Albinger.

FULDA / LAS VEGAS Nachwuchsingenieure im Finale

Jetzt gilt's! Jungs von "Dirt Torpedo" fiebern dem großen Tag entgegen

12.09.21 - Mojave-Wüste Las Vegas. Das Team von "Dirt Torpedo" bewegt sich auf die Zielgerade. Seit einer Woche verweilen die elf dual Studierenden, die hinter der Idee des "Dirt Torpedos", der eventuell schnellsten Tunnelbohrmaschine der Welt, stecken, in Las Vegas. Auf diese Tage haben fast ein Jahr hingearbeitet.

Am Sonntag, den 12. September 2021 um 9 Uhr Ortszeit ist es so weit. Dann werden Nachwuchsingenieure ihre Tunnelbohrmaschine in einer 5 Fuß (1,52 m) tiefen Grube inmitten der Glücksspielmetropole Las Vegas versenken. Sie soll sich in der Geschwindigkeit und Genauigkeit gegenüber den Konstruktionen der anderen elf internationalen Teams durchsetzen. Von den zwölf Finalisten sind nur acht angereist. Darunter zwei deutsche Teams. Der Bohrer, der als erster das Zielloch in 30 Meter Entfernung erreicht, gewinnt.

"Sind zuversichtlich"

"Wir sind ziemlich zuversichtlich, dass wir, dass unser Dirt Torpedo den Herausforderungen gewachsen ist", erklärt Teamleiter Adrian Fleck aus Fulda. Vor Ort angekommen, stand nicht wie üblich in Vegas der Casino-Besuch auf dem Programm, sondern die Baumärkte von Vegas. Material, Notwendigkeiten und Equipment mussten angeschafft werden. Seit Montag dürfen sie auf das Gelände der "Boring Company". Bei täglich 42 bis 45 Grad Celsius arbeitet das Team auf der "Dig-Site" wie die "Boring Company" die Wettbewerbsfläche nennt. Niemand anderes als der Multimilliardär Elon Musk steckt hinter dem Wettbewerb "Not-a-Boring-Competition".

Sein Ziel ist es, den Straßenverkehr in Großstädten mit autonomen Fahrzeugen unterirdisch zu legen. In Vegas hat er mit seiner "Boring Company" bereits eine Teststrecke gebaut und sich als Ziel für die kommenden zwei Jahre ein 30 km langes Tunnelsystem unterhalb der Hotelmetropole gesetzt. Eine Teststrecke, den sogenannten Vegas Loop, hat er bereits erfolgreich gebohrt. Das "Dirt Torpedo"-Team war zu Beginn der Competition eingeladen mit dem in Europa noch nicht gelaunchten Tesla Y, den Vegas Loop zu fahren. Für die Öffentlichkeit ist dieses Projekt nicht zugänglich. Elon Musk hat hier sensible und vertrauliche Einblicke gewährt. "Das war ein einmaliges Erlebnis. Hinter diese Kulissen schauen zu dürfen, ist ja nun mal nicht jedem möglich", so Martin Will aus Dipperz.

Live-Ticker für Familie und Freunde

"Elon Musk ist ein echter Visionär", so Adrian Fleck aus Langenbieber. Das Team ist stolz nun bei stehender Hitze die Maschine zusammenbauen zu dürfen und mit ihr in wenigen Tagen in der Probe zu bohren.

Vor Ort wird klar, dass die Unterstützung vieler Unternehmen dieses Projekt möglich gemacht hat. Ganz gleich, ob überregionale Firmen oder kleine Fertigungsbetriebe. Die Dankbarkeit steht den Nachwuchstunnelbohrern ins Gesicht geschrieben. Wirtschaftsförderung der Region Fulda GmbH hat dem Team Florian Albinger zur Unterstützung im Bereich Kommunikation mitgeschickt. "Motiviert sind sie. Oh, und großes Durchhaltevermögen haben sie. Bei diesen Hitze-Bedingungen diese körperliche Arbeit auszuhalten. Hut ab", so Albinger. Er hat für Familie, Freunde und Fans der "Dirt Torpedos" einen Live-Ticker eingerichtet. So wird der Anhang der Jungs in ganz Deutschland täglich mit Fotos und Videos versorgt.

Letzte Vorbereitungen für Sonntag

Die "Dirt Torpedos" haben sich vor Ort eine Zentrale aufgebaut, in der die drei Programmierer sitzen und am letzten Feinschliff der Codierung arbeiten. Die Laptops überhitzen in regelmäßigen Abständen. Zur gleichen Zeit wird die Maschine von den sechs Mechanikern montiert und von den beiden Elektronikern der "Kabelsalat" im Inneren der Maschine verlegt. Gute Laune und ein super Arbeitsklima herrscht in der Panik-Zentrale, wie Martin Will das "Dirt Torpedo"-Lager nennt. "Wir freuen uns über jeden Interessenten, der anderen Teams. Sie schauen bei uns vorbei und möchten über unsere Konstellation mehr erfahren", so Daniel Klassen aus Steinbach. Mitstreiter aus der Schweiz, England oder Indien besuchen die jungen Entwickler mit neugierigen Blicken. Je mehr die Tunnelbohrmaschine wieder ihre Form annimmt, so größer die neugierigen Augen der benachbarten Teams.

Zurzeit tüfteln die Jungs noch an der einen oder anderen Problematik im Bereich Codierung und Befestigung des Bohres in der Start-Grube. "Kleine Unachtsamkeiten können schnell zu größeren Fehlern werden", sagt Fleck ganz tiefenentspannt. Mit einer Geschwindigkeit von circa von 2,5 Millimetern pro Sekunde soll sich die Tunnelbohrmaschine mit ihren 1,2 Tonnen und 4,2 Metern Länge am Sonntag durch die Mojave-Wüste bohren. (pm) +++


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