Das Team der Gefäßchirurgie am Krankenhaus des Vogelsbergkreises (KKA): Dr. Salima Nabitaka (von oben), Dr. Volker Weipert, beide Oberärzte der Gefäßchirurgie am KKA, und Dr. André Schneider, Sektionsleiter Gefäßchirurgie, machen im September auf die gefährliche „Schaufensterkrankheit“, die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), aufmerksam. - Foto/Collage: KKA

ALSFELD Monat der Sensibilisierung

Verkalkung in Arterien: Mehr Aufmerksamkeit für die "Schaufensterkrankheit"

17.09.21 - Ein Spätsommerspaziergang durch den Vogelsberg, abgeerntete Felder, die ersten Vorboten des Herbstes – und ein Ziehen in den Beinen, das immer am gleichen Stück des Weges auftritt. Dort wo es etwas bergan geht. "Das könnte eines der vielen kleinen Vorzeichen einer häufig vorkommenden Krankheit sein", sagt Dr. André Schneider, Sektionsleiter Gefäßchirurgie am Krankenhaus des Vogelsbergkreises (KKA).

Denn die landläufig "Schaufensterkrankheit" genannte periphere arterielle Verschlusskrankheit sorgt mit Verkalkungen in den Arterien der Beine und einer deutlich reduzierten Blutzufuhr bei älteren Menschen immer wieder für unterschiedliche Symptome.

Auf Gefahren aufmerksam machen

"Wir möchten im September auf die Gefahren aufmerksam machen, die die Krankheit mit sich bringen kann. Und darüber aufklären, welche Möglichkeiten wir haben, Schlimmeres zu verhindern", skizziert Dr. Schneider die Motivation der Alsfelder Gefäßchirurgie.

Wir? "Das ist das Team der Gefäßchirurgie des KKA – Dr. Salima Nabitaka und Dr. Volker Weipert, beide Oberärzte der Gefäßchirurgie am KKA, Dr. Steffen Lancee, Chefarzt der Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie sowie die Ärzte des Facharztzentrums Alsfeld", berichtet Dr. Schneider. Gerade das Augenmerk auf die Warnzeichen der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) könne gezielt dabei helfen, schlimme Folgen für die Gesundheit zu minimieren.

Unerkannt: Krankheit verschlechtert sich

Denn unerkannt und unbehandelt verschlechtere sich die Krankheit zunehmend und führe zu kritischen Durchblutungsstörungen der Beine (englisch: critical limb ischemia, CLI). "Verkennt man die Warnzeichen und scheut den geschulten Blick der Fachleute, kann es sogar sein, dass ein betroffenes Bein amputiert werden muss", warnt Dr. Schneider. Weiterhin sei eine fortgeschrittene pAVK Warnzeichen für weitere arterielle Baustellen im Körper, fügt der Mediziner an.

"Ein großes Risiko an der pAVK zu erkranken, haben Menschen über 50 mit Diabetes oder Übergewicht", skizziert Dr. Schneider. Allerdings auch Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen, Bluthochdruck oder zu hohem Cholesterin-Werten seien gefährdet. Zudem erhöhe das Rauchen das Risiko, Durchblutungsstörungen an den Beinen zu entwickeln, immens. "Auch familiäre Vorbelastung kann ein Faktor sein", ergänzt der Fachmann. Zeichen für eine pAVK oder schwerwiegende Durchblutungsstörungen der Beine können beispielsweise Schmerzen oder Krämpfe in der Hüfte, dem Ober- oder Unterschenkel beim Laufen oder anderen Belastungen, Taubheitsgefühl und Schwäche in den Beinen, kalte, blasse Füße und Zehen, schlecht heilende Wunden oder Schmerzen in Beinen und Füßen in Ruhe sein. "Wir wollen den September nutzen, das Bewusstsein für diese Erkrankung zu schärfen und so einen Beitrag dazu zu leisten, die pAVK frühzeitig zu therapieren", sagt Dr. Schneider. Nur so könne frühzeitig behandelt und Schlimmeres vermieden werden.

Drastische Operationen bei fortgeschrittener Erkrankung

Dr. Schneider als Mitglied CLI Global Society, einer internationalen Initiative von Medizinern, die sich dem Thema CLI widmen, will gemeinsam mit seinem Team dabei helfen, die pAVK früh zu diagnostizieren und zu behandeln, um massive medizinische Eingriffe zu verhindern.

"Als #CLIFighters, wissen wir, dass bei weit fortgeschrittenen Erkrankungen drastische Operationen nötig sein können. Das mindert Mobilität und Lebensqualität – dem kann mit frühzeitiger Behandlung begegnet werden", sagt Dr. Schneider. Behandlungsmöglichkeiten umfassen beispielsweise minimal invasive, interventionelle Kathetereingriffe, Gefäßaufdehnung mittels Ballonkatheter, Einlage eines Stents oder sogar das Auffräsen der Gefäße, Bypassoperationen, medikamentöse Therapien mit Blut "verdünnenden" Medikamenten, Cholesterinsenkung, intensive Wundpflege und -therapie sowie regelmäßige Nachschau. "Vor allem aber ein gesunder Lebensstil", macht Dr. Schneider klar. (pm) +++


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Twitter
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön