Workshop mit Poetry-Slammer Lars Ruppel am Dienstag. - Fotos: Finn Rasner

FULDA Workshop mit Poetry-Slammer Lars Ruppel

AWO-Projekt weckt Erinnerungen und Lebensfreude bei Demenz

22.09.21 - Gedichte für Menschen mit Alzheimer vortragen und die Senioren in den Altenzentren inspirieren - rund 15 Pflege- und Betreuungskräfte aus den AWO-Quartieren Eichenzell, Petersberg und Stadtallendorf waren am Dienstag ins Bürgerzentrum Ziehers-Süd in Fulda gekommen, um gemeinsam mit Poetry-Slammer Lars Ruppel die eigene Freude an bekannten und neuen Gedichten zu entdecken. Die Vortragenden wecken damit eigene Fähigkeiten und finden neue Wege, die Betreuten anzuregen und zu erfreuen. 

Frühere Generationen haben noch gelernt, Gedichte auswendig sprechen zu können. Ist das eine veraltete Kulturtechnik? Lars Ruppel, der sonst mit Poetry-Slam bei jungen Leuten große Resonanz erfährt, liegen ältere Menschen am Herzen. Mit seinem Projekt "Weckworte" fand er offene Türen bei der AWO-Stiftung LICHTBLICKE. Die beiden Partner einte der Wunsch, das Leben von an Demenz erkrankten Menschen zu bereichern. Mit Gedichten sei es ähnlich wie bei alten Liedern - sie können oft auch apathisch wirkende Menschen zu lebendigem Gesang und aktivem Mitsprechen bewegen. "Wir wollen Menschen, die gepflegt werden, Lust auf Gedichte machen und älteren Menschen, die alleine leben oder gepflegt werden, unterstützen", sagt Ruppel, der betont: "Ich habe mein erstes Gedicht mit gerade einmal acht Jahren geschrieben". Seit 2009 widmet sich der Poetry-Slammer dem Projekt.

Beleben und Aktivieren

In den Workshops lernen neben den Quartiersmanagern auch andere Interessierte, wie es geht: passende Gedichte finden, sie vorzutragen und dabei wichtige Worte richtig zu betonen. Dies sind die "Weckworte", die dem Vorhaben seinen Titel gaben - der melodische Klang klassischer Gedichte und die enthaltenen Schlüsselworte sprechen frühere Schichten der Erinnerung und heutigen Gefühle an. Sie können beleben und aktivieren.

Die Vortragenden erfahren, welche Kraft in der Poesie zum Ausdruck kommt. Sie erwerben neue Fähigkeiten und Kenntnisse und erhalten Einblick in ein Kulturgut. Das Vortragen, Anhören und Mitsprechen der Gedichte ist ein gemeinsamer kreativer Prozess. "Poesiebegeisterung bei Pflegenden wecken und damit die Lebensfreude in Menschen mit Alzheimer oder geistigen Behinderungen wecken - das ist das Ziel von Weckworte", so Ruppel. (Lea Hohmann/pm) +++


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