Stadtpfarrer Stefan Buß, der mitarbeitende Priester Dr. Cornelius Roth in der Stadtpfarrkirche - Foto: privat

FULDA Was Christsein bedeutet

Dank für ehrenamtlichen Einsatz - Ehrenamtsfest in der Innenstadtpfarrei

02.10.21 - Das Ehrenamtsfest der Innenstadtpfarrei begann mit einem Gottesdienst im Dom. Stadtpfarrer Stefan Buß, der mitarbeitende Priester Dr. Cornelius Roth und Diakon Michael Friedrich standen ihm vor. Stadtpfarrer Stefan Buß bedankte sich bei allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz gerade auch in der Coronazeit. In seiner Predigt betonte er, es sei in einer Zeit, wo so viel Kritik die Kirche überkommt, nicht immer einfach sich zu engagieren, aber es lohne sich durch das eigene Leben Hinweis zu geben auf Jesus Christus, der das Leben trägt.

Im Bild der Biene machte er dies deutlich. Mitarbeiten am Reich Gottes oder anders gesagt: Mithelfen, dass Toleranz und Verständnis unter den Menschen wachsen können, dass Menschen ausruhen und aufatmen können – das könnten wir von den Bienen lernen: Die Theologen der ersten Jahrhunderte, die sog. Kirchenväter, haben diesen Gedanken entfaltet, allen voran der heilige Ambrosius, der meistens mit einem Bienenkorb dargestellt wird. Die Bienen saugen aus den Blüten den Nektar, um ihn zu nahrhaftem Honig zu verarbeiten. Damit lässt sich wunderschön umschreiben, was Christsein bedeutet: Aus den Blüten der Heiligen Schrift Nektar saugen, um ihn zum Honig aufbauender Worte und helfender Taten zu verarbeiten. Die Botschaft Jesu so in sich aufnehmen, dass sie im täglichen Leben umgesetzt wird, dass sie in unserem Verhalten, in unserem Umgang miteinander wohltuend erlebt werden kann. "Alle Gruppen und Kreise in unserer Gemeinde, in denen Sie sich engagieren, dienen ja letztlich dazu, diesen Umsetzungsprozess zu fördern."

Mitarbeiten am Reich Gottes, oder anders gesagt: Mithelfen, dass Hilfsbereitschaft und Solidarität unter den Menschen wachsen können – das könnten wir von den Bienen lernen: Die Biologen haben entdeckt, wie selbstlos und sozial eine Biene ist: Wenn sie im Umkreis von 100 Meter Nektar gefunden hat, dann behält sie das nicht für sich, sondern beginnt auf der Wabe einen Rundtanz. Je ergiebiger die Quelle, desto flotter der Tanz. Liegt die Nektarquelle weiter entfernt, zeigt die Biene das den anderen mit einem "Schwänzeltanz". Sie läuft die Figur einer liegenden Acht, und an der Tanzrichtung, an der Anzahl der Umdrehungen und an der Tanzgeschwindigkeit können die anderen genau ablesen, wo sich die neue Quelle befindet. Auch das lässt sich leicht auf eine wichtige Dimension unseres Glaubens und unseres Gemeindelebens übertragen: Nicht für sich behalten, aus welcher Kraftquelle wir leben. Anderen den Weg zeigen, auf dem wir selbst gute, bereichernde Erfahrungen gemacht haben. Alle helfen so, andere näher heranführen an Jesus Christus, an die Kraftquelle unseres Glaubens. Die tanzende Biene, die anderen einen Weg zeigt – auch an diesem Bild lässt sich weitermalen. Mitarbeiten am Reich Gottes oder anders gesagt: Mithelfen, dass auch andere Orientierung und Freude in ihrem Leben finden – das können wir von den Bienen lernen: Wir alle wissen, was entsteht, wenn das Leben im Bienenkorb harmoniert: Wachs und Honig. Wachs, das wir für unsere Kerzen brauchen und das uns so Licht, Geborgenheit und Wärme schenkt, und Honig, der gesund und heilsam ist.

Etwas ausstrahlen vom Licht Jesu, eine Atmosphäre der Wärme und Geborgenheit anbieten, in der Menschen heil und gesund werden können – das gehört auch zur Aufgabe einer christlichen Gemeinde. Nach dem Gottesdienst durfte sich jeder Mitfeiernder ein Gläschen Honig mitnehmen. Weitergefeiert wurde bei einem guten Abendessen im Antonius in Neuenberg. Dort war die Gelegenheit zu Austausch und Gespräch, was nach den Monaten der Pandemie und Einschränkungen allen guttat. (Stefan Buß)+++


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