Noch vier Trassenvarianten sind möglich. Die finale Entscheidung, in welchem Korridor die Bahnstrecke Fulda-Gerstungen verlaufen soll, wird Anfang des nächsten Jahres getroffen. - Grafik: Deutsche Bahn

REGION HEF-ROF Finaler Korridor wird Anfang 2022 vorgestellt

Bahnstrecke Fulda-Gerstungen: Vier Trassenvarianten noch möglich

07.10.21 - Die Spannung steigt: im zehnten Beteiligungsforum Fulda-Gerstungen am Mittwoch wurde lebhaft und sachorientiert in einer Hybrid-Veranstaltung diskutiert. Im Ergebnis steht zwar keine festgelegte Antragsvariante, allerdings sind lediglich noch vier Trassenvarianten übrig. Die Entscheidung, in welchem Korridor (bis zu einem Kilometer breit) die Bahnstrecke verlaufen soll, wird im ersten Quartal des kommenden Jahres bekannt gegeben. Dabei spielen viele Einflüsse, wie Umwelt, Auswirkungen auf den Deutschlandtakt und viele weitere Faktoren eine entscheidende Rolle.

Der Projektleiter der DB Netz, Jochen Stüting. Fotos: Kevin Kunze

"Es war ein sehr guter Austausch, es wurde kontrovers und lebhaft mit den 50 Teilnehmern im Beteiliungsforum diskutiert. Nun stehen vier Varianten zur Auswahl, die wir in den kommenden Monaten unter verschiedenen Aspekten prüfen werden. Anfang des kommenden Jahres wird dann die Antragsvariante dem Beteiligungsforum transparent vorgestellt werden", erklärt Jochen Stüting, Projektleiter der DB Netz im Pressegespräch.

Die Deutsche Bahn (DB) spricht dabei von den Varianten "pink", "türkis", "violett" und "orange". Nur diese vier Trassenkorridore sind noch im Rennen. Auf sie konzentriert sich die DB in den nächsten Monaten. Anfang 2022 soll der Vergleich der verbliebenen Varianten abgeschlossen sein und feststehen, in welchem Korridor die neue Bahntrasse am besten verläuft. 

Fernverkehrshalt in Mecklar, Bad Hersfeld oder Unterhaun


Die Variante "pink" fädelt in Langenschwarz aus der Schnellfahrstrecke aus. Sie verläuft über Bad Hersfeld und fädelt bei Ronshausen in die Bestandsstrecke ein. Variante "türkis" fädelt ebenfalls in Langenschwarz aus und bei Ronshausen ein. Sie verläuft aber nördlich von Unterhaun an Bad Hersfeld vorbei. Die Varianten "violett" und "orange" verlassen die Schnellfahrstrecke in Kirchheim oder in Neuenstein und führen getrennt bis südlich von Gerterode. Sie verlaufen dann auf der gleichen Linie nach Mecklar und fädeln ebenfalls in Ronshausen ein.

Auch ein ICE-Halt in Bad Hersfeld ist noch im Rennen. Das Bahnhofgebäude (im Hintergrund) ...Archivfoto: O|N/Stefanie Harth

Alle vier Varianten haben einen hohen Anteil an Tunneln. Die möglichen Halte für den Fernverkehr liegen bei den Varianten "orange" und "violett" bei Mecklar. Bei Variante "pink" ist ein Fernverkehrshalt in Bad Hersfeld geplant - das Bahnhofgebäude würde dabei erhalten bleiben und müsste nicht neu gebaut werden. Bei Variante "türkis" liegt dieser bei Unterhaun. Damit steht fest, dass die Neubaustrecke Fulda-Gerstungen östlich von Ronshausen an die vorhandene Bestandsstrecke anschließt.

Auch der Vorschlag der Hersfelder Eisenbahnfreunde und einiger Fachverbände (OSTHESSEN|NEWS berichtete) wurde im Beteiligungsforum diskutiert: "Der Vorschlag führt fast ohne Tunnel von Niederaula über Bad Hersfeld nach Wildeck. Er sieht weitestgehend vor, die bestehenden Strecken auszubauen. Die DB Netz hat den Vorschlag umfassend geprüft. Es gibt zahlreiche Konflikte, die nicht aufgelöst werden konnten. So ist die Strecke der Durchfahrung von FFH- und Vogelschutzgebieten doppelt so lang wie in allen anderen Vorschlägen zusammen. Hinzu kommen die – im Vergleich zu den anderen Varianten - umfangreichen Eingriffe in das Eigentum Dritter. Der Vorschlag wird aus Sicht der DB Netz daher nicht weiterverfolgt", so Stüting.

Zum Hintergrund des zehnten Beteiligungsforums: Die DB Netz stellte den Teilnehmenden das Ergebnis des "Segmentvergleichs" vor. In den letzten Monaten hat das Unternehmen 28 verschiedene mögliche Verläufe für die neue Bahntrasse zwischen Fulda und Gerstungen im Detail untersucht und miteinander verglichen. Dazu haben Gutachter und die DB Netz die möglichen Trassenkorridore in kleine Abschnitte, "Segmente", zerlegt. Sie haben untersucht, wie sich die neue Bahntrasse im jeweiligen Abschnitt auf die Umwelt und die Ziele der Raumordnung aus- wirken würde. Außerdem haben sie geschaut, wie gut oder schlecht das jeweilige Segment verkehrlich und wirtschaftlich abschneidet. Die jeweils besten Segmente haben sie anschließend zu sogenannten "ernsthaft in Betracht kommende Trassenkorridore" zusammengesetzt.

Vom 9. Oktober bis zum 31. Oktober 2021 veranstaltet die DB Netz zum zweiten Mal einen virtuellen Infomarkt. Unter www.infomarkt.fulda-gerstungen.de haben interessierte Bürger:innen die Möglichkeit, sich über den aktuellen Projektstand zu informieren und Fragen an das Projektteam zu stellen. Am 18. Oktober findet zudem eine Online-Bürgerinformationsveranstaltung statt. (Kevin Kunze)+++


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