FULDA Nach langer Corona-Pause

In die Welt von Mozart eingetaucht: Wintersaison mit Domkonzerten eröffnet

07.11.21 - Nach sehr langer und auch schmerzlicher Corona-Chorkonzertpause im Fuldaer Dom eröffnete der Domchor und der JugendKathedralChor mit zwei Konzerten am Samstagabend im Fuldaer Dom die neue chorische Wintersaison. Aufgeführt wurde nach mehreren Jahren wieder die Musik des Requiems von Wolfgang Amadeus Mozart.

Beindruckendes Konzert nach langer Pause; Domchor,JugendKathedralChor, Originalklangorchester ...Alle Fotos: Martin Engel

Immer wieder tief berührend ist die Requiem-Komposition von Mozart auch dadurch, dass er während der Arbeit an diesem Requiem im Alter von 35 Jahren gestorben ist. Häufig hat es Versuche von Komponisten gegeben, die wegen des Todes unvollendete Partitur in eine abschließende Vollständigkeit zu bringen. Auch unterliegt dieses Werk, da damals von einem vermeintlichen geheimnisvollen Auftraggeber Anfang 1791 bestellt, immer weiter einer Legendenbildung.

Domkapellmeister Franz-Peter Huber.

der neue Domdechant Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez

Gedenken an verstorbene Frau

Heute ist wissenschaftlich eindeutig geklärt, dass der Auftrag zur Komposition von Franz Graf Walsegg zum Gedenken an seine jung verstorbene Frau ergangen ist und dass Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayr, der bis zu des Meisters Tod am 5. Dezember 1791 in großer Treue eng in seiner Nähe war, nach mancherlei Vorgaben von Mozart das Werk in bester Weise vollendet hat. Die sogenannte "Süßmayer-Fassung" des Requiems – weiter unübertroffen - wird jetzt im Dom zur Aufführung kommen.

Mozart versteht die Totenmesse als "memento mori" und "meditatio mortis". Im September 1791, also zwei Monate vor seinem Tod, schreibt er in einem Brief an einen Freund: "Ich fühle es an meinem Befinden, dass die Stunde schlägt. Ich bin bereit zu sterben. Das Leben war doch schön, die Laufbahn begann unter so glücklichen Vorzeichen". Mozarts Frau Constanze hat mehrfach bestätigt, dass Mozart wiederholt erklärt hat, er schreibe das Requiem für sich.

Sopranistin Anna Nesyba

Musikalisch-seelsorgerliche Bedeutung

Das weist auf eine musikalisch-seelsorgerliche Bedeutung des Werkes hin: Der liturgische Text bietet dafür die Sprache, er weist dem Ich vor Gott die Rolle des Bittenden zu. Und an seinen Vater schreibt Mozart 1787: "Da der Tod der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe ich mich seit ein paar Jahren mit diesem wahren, besten Freunde des Menschen so bekannt gemacht, dass sein Bild nicht allein nichts Schreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel Beruhigendes und Tröstendes!"

Entgegen verbreiteter Auffassung zielt der stark aufrüttelnde "Dies irae"-Teil in Mozarts Requiem letztlich nicht darauf ab, durch den Schrecken des Endgerichtes die christliche Hoffnung zu verdunkeln. Vielmehr drückt sie an zentraler Stelle die paulinische Erlösungslehre aus: "Sola gratia" – allein aus Gnade wird/ist der Mensch gerettet. (pm) +++


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