Leiteten das Seminar der Jungen Union zur Digitalisierung: Bezirksvorsitzender Lukas Kaufmann, seine Stellvertreter Julia Henke und Johannes Kreuzer sowie Referent Dr. Felix Zeidler - Fotos: JU Osthessen

HILDERS (RHÖN) Klausurtagung

Junge Union: "Zukunftsthemen Digitalisierung und Industrie 4.0"

18.11.21 - Mit "fremdem Sachverstand" haben sich osthessische Mitglieder der Jungen Union bei einer Klausurtagung in Oberbernhards bei Hilders mit Fragen zur Digitalisierung und Industrie 4.0 beschäftigt. Der JU-Bezirksvorsitzende Lukas Kaufmann (Wartenberg) durfte mit Johannes Rothmund, Bürgermeister der "Smart City" Eichenzell, sowie Dr. Felix Zeidler als Projekt- und Abteilungsleiter eines großen Industriekonzerns zwei ausgewiesene Experten als Referenten begrüßen. Neben den Vorträgen und Diskussionen wanderten die jungen Christdemokraten aus den Landkreisen Fulda, Vogelsberg und Hersfeld-Rotenburg auch auf die malerische und sagenumworbene Milseburg.

Johannes Rothmund, Bürgermeister der Gemeinde Eichenzell, stellte zunächst die erfolgreiche Bewerbung seiner Gemeinde in das Förderprogramm "Smart City" des Bundesinnenministeriums vor, welches eine Bezuschussung in Höhe von rund 10,6 Millionen umfasst. "Das Programm stößt Entwicklungen an, wie die Gemeinde schneller, effizienter und bürgerfreundlicher im Sinne der Einwohner arbeiten kann", erklärte Rothmund. Digitalisierung bringe neue Chancen der Bürgernähe, denn mit dem Onlinezugangsgesetz werden demnächst viele Leistungen der Städte und Gemeinden von zuhause aus möglich, unterstrich der CDU-Bürgermeister. Auf Nachfrage der stellvertretenden JU-Bezirksvorsitzenden Julia Henke (Bad Salzschlirf) stellte Rothmund klar, dass das Projekt digitale Strategien erprobe, damit Städte und Gemeinden in Zukunft klimaschonender und lebenswerter werden.

Bürgermeister Johannes Rothmund (links) stellte JU-Bezirksvorsitzendem Lukas ...

Die Gemeinde Eichenzell sehe hierzu Handlungsoptionen in sechs inhaltlichen Bereichen vor, die von der Pflege und Gesundheit bis hin zur Mobilität unterschiedliche Projektideen beinhalten. So werden beispielsweise unter letzterem bei "Car-Sharing" in den einzelnen Ortsteilen die Chancen und Herausforderung des Teilens von Automobilen erprobt. Der Vize-Bezirksvorsitzende Johannes Kreuzer (Fulda) lobte die Gemeinde Eichenzell als Vorreiter der Digitalisierung, wobei aus den gewonnenen Erfahrungen die komplette Region Osthessen profitiere.

Herausforderungen im Industriestandort Deutschland

Dr. Felix Zeidler, Projekt- und Abteilungsleiter bei einem global handelnden Industriekonzern in Unterfranken, stellte die zukünftigen Herausforderungen des Industriestandortes Deutschlands sowie insbesondere der osthessischen Region heraus. Der promovierte Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur beschrieb dabei sowohl aus universitärer wie auch aus praktischer Sicht die aktuellen Entwicklungen der Industriebranche. "Mit der Industrie 4.0 werden effektive Interaktionen zwischen Arbeitnehmern sowie Maschinen im Zeitalter der Digitalisierung fokussiert. Ziel sind hochflexible und gleichzeitig kostengünstige Produktionsabläufe", stellte der aus Schlitz stammende Referent dar.

Der Industriestandort Deutschland stehe vor einem tiefgreifenden Wandel, wobei in Zeiten des globalen Wettbewerbs mit China die Industrie 4.0 große Potenziale biete. "Dabei geht es um die intelligente Steuerung von Produktionsabläufen, sowie die ganzheitliche Vernetzung ganzer Fabriken, vom Facharbeiter in der Produktion bis hin zur Geschäftsleitung", erklärte Zeidler, der eine Doktorarbeit zur Industrie 4.0 verfasste. Industrie 4.0 biete hierbei schnelle Kommunikations- und Entscheidungswege zwischen allen Abteilungen. So könne auf schnellstem Wege eine optimale Produktions- und Absatzstrategie erreicht werden. Betriebswirtschaftlich seien verschwendungsfreie Produktions- und Lieferketten mithilfe digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien anzustreben. Diese "Smart Factorys" verlangen als technische Grundlage eine digitale Computersteuerung, wobei jedes technische Endgerät an die zentrale Werkssteuerung angeschlossen sei, um den aktuellen Sachstand der Produktion jederzeit festzustellen und gegebenenfalls optimierend einzugreifen.

Im globalen Marktwettbewerb seien deshalb schnelle und effiziente Zulieferungen, die den Bedürfnissen des Endkunden entsprechen, notwendig. Herausforderungen eines Industriekonzerns seien hierbei insbesondere schnell ausgelieferte kundenindividualisierte Produkte. "Größtes Problem des Industriestandorts Deutschlands und auch in Osthessen ist der Fachkräftemangel, insbesondere mit Bezug auf Fähigkeiten aus dem IT-Sektor", hob Zeidler hervor. Hier stehe die Politik vor der Herausforderung, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen neue Wege zu finden, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, unterstrich JU-Bezirksvorsitzender Kaufmann. Mit besserem Netzausbau im 5G-Format, verstärkter Ausbildung des Forschungsnachwuchses sowie neuer Verkehrsinfrastruktur könne man außerdem den Industriestandort weiter stärken. Die osthessische Region mit ihrem automobilindustriellen Schwerpunkt sei den Herausforderungen der Zukunft gewachsen, wenn sie für die verlangten innerbetrieblichen Reformen bereit sei, prognostizierte Zeidler. (pm) +++


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