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12.05.09 - SPORT
Kanu: Baumann - Walter schaffen Sensation und qualifizieren sich für EM
Beim Sprint-Ranglistenrennen auf dem Augsbuger Eiskanal lieferten sich die osthessischen Kanuten packende Wettkämpfe mit der Sprint-Elite aus ganz Deutschland. Doch es kam alles anders als erwartet. Am Ende traten die Sportler des Kanu-Club Fulda mit gemischten Gefühlen die Heimreise an. Zum einen waren da die strahlenden Sieger Johannes Baumann und Lars Walter, die im Canadier-Zweier die gesamte deutsche Elite überraschten und deklassierten. Sie fuhren auf der Olympiastrecke von 1972 einen souveränen Sieg ein und qualifizierten sich somit direkt für die diesjährigen Europameisterschaften. Dabei ging das Duo als Außenseiter ins Rennen. Denn sie fuhren in dieser Saison bisher erst einen Wettkampf zusammen und saßen insgesamt höchstens eine Handvoll mal zusammen zum Training im Boot.
Doch schon nach dem ersten Durchgang führte das KCF-Boot mit einer guten Sekunde Vorsprung vor der Konkurrenz aus Siegburg und Oberkassel. Im zweiten Lauf packten die Sprintspezialisten dann noch ein Pfund drauf und fuhren mit dem Rekordvorsprung von drei Sekunden über die Ziellinie. „Das wir so gut zusammen im Boot sitzen hätte wohl niemand erwartet. Aber die Harmonie zwischen uns beiden stimmt im Zweier, und die Kondition erarbeiten wir uns eben im Kajak.“ erläutern die beiden ihr Erfolgsgeheimnis. „Doch jetzt vor der EM müssen wir wohl noch die ein oder andere Einheit im Zweier absolvieren und dann mal schauen was in Italien rauskommt.“
Nach einem super Rennen in Augsburg darf sich Janina Piaskowski ebenfalls Hoffnungen auf einen internationalen Startplatz machen. Nach zwei konstanten Läufen musste sie sich am Ende nur um die Winzigkeit von einer halben Sekunde mit Platz zwei begnügen und hat damit beste Chancen, Anfang Juni bei den Deutschen Meisterschaften ihre Nominierung zu den Junioren-Weltmeisterschaften perfekt zu machen.
Ähnliche Hoffnungen kann sich der Jugendfahrer Julius Stark nach seinem Premierenwettkampf in Augsburg machen. Nach zwei souveränen Läufen fuhr er in der höheren Altersklasse bei den Junioren mit dem dritten Rang einen spitzen Platz ein. Mit ähnlich guten Leistungen bei den Deutschen darf er auf einen Platz bei der Junioren-WM hoffen.
Dagegen stand nach dem Wettkampf Josef Baumann erst einmal die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Nach hervorragenden Sprintergebnissen bei den vergangen Rennen machte er sich Hoffnungen auf einen Startplatz im Sprint bei der EM. Dafür reiste er extra schon Montag nach Augsburg an, um auf der technisch so anspruchsvollen Strecke sich optimal vorzubereiten. Im Training und auch beim Testrennen am Freitag lieferte er eine Bestzeit nach der anderen ab. Doch im Rennen sollte es anders kommen. Nach einem kleineren Fahrfehler im ersten Lauf lag er abgeschlagen zur Spitze auf einem zwölften Rang. Doch dieses Ergebnis konnte und wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Also attackierte er im zweiten Durchlauf und hielt lange die Bestzeit im Ziel. Schließlich landete er noch auf einen respektablen fünften Platz.
Damit rückte er in der Quali-Wertung für die EM auf den vierten Rang vor und konnte sich somit berechtige Hoffnungen machen, als vierter Sprinter für die Nationalmannschaft an den Start gehen zu dürfen. Doch der Trainerrat um Bundestrainer Günter Schröter entschied sich gegen Baumann und nominierte stattdessen den fünftplatzierten der Quali-Rangliste für die EM. „Das ist natürlich Bitter, dass man so um seinen EM-Platz gebracht wird. Aber am Ende muss ich damit leben.“ , so der Sportstudent nach dem Rennen ziemlich geknickt. Als Grund nannte der Trainerrat, dass der fünftplatzierte Nils Verhoef aus Köln mehr internationale Erfahrung als Baumann hat und somit für die EM besser geeignet schien. „Der Frust sitzt jetzt sicherlich erst einmal tief. Aber der Blick geht natürlich nach vorne in Richtung Deutsche Meisterschaft. Da will ich wieder voll angreifen und vielleicht kann ich dort mit einem Sieg über Nils zeigen, dass ich auch ein Kandidat für die EM gewesen wäre". +++