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Vierte Corona-Impfung bietet aktuell keinen ausreichenden Schutz vor Omikron
19.01.22 - Israel ist das Corona-Versuchslabor der Welt. In keinem anderen Land wurde so früh und so flächendeckend geimpft. Daher bekommen Forschende rund um den Globus die ersten Daten meist aus dem Land am Mittelmeer. Israel war schon beim Boostern am schnellsten. Nun gibt es erste Daten zur vierten Coronaimpfung und die sind leider ernüchternd.
Eine erste Studie an bereits vierfach geimpften Menschen hat gezeigt, dass selbst diese Serie an Impfdosen wohl keinen ausreichenden Schutz gegen eine Infektion mit der Omikronvariante bietet. Laut einer noch nicht veröffentlichten Studie beobachte man zwar nach der vierten Impfung einen deutlichen Anstieg der Antikörper, dieser sei jedoch nicht genug, um vor einer symptomatischen Omikroninfektion zu schützen. Die Studie aus Israel läuft aktuell noch und ist an einer relativ kleinen Anzahl an Probanden gemacht worden. Dennoch zeichnet sich ein Trend ab, den man auch in Deutschland beobachten kann. Als geimpfte und geboosterte Person sollte man sich im Zweifel aktuell so verhalten, als trage man das Virus in sich. AHA+L Regeln und regelmäßige Schnelltests sollte man beherzigen, besonders bei Kontakt mit Alten, Vorerkrankten oder Ungeimpften.
Impfung schützt noch immer vor schwerem Verlauf und dem Tod
Wichtig bleibt: Die Impfung und vor allem der Booster schützen auch bei Omikron vor schweren Verläufen und dem Tod. Der Gedanke, mit der Impfung auch Ungeimpfte verlässlich schützen zu können, indem man mit den Geimpften eine Herdenimmunität erzeugt, scheint jedoch begraben zu sein. Gesundheitsminister Karl Lauterbach meldete sich beim Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort: "Einzige Studie zu vierter Dosis Biontech/Moderna weltweit läuft in Israel und zeigt bisher enttäuschende Ergebnisse: Trotz vierter Dosis infizieren sich viele mit Omikron. Omikron Vakzine jetzt dringend gebraucht. Trotzdem gilt: Booster verhindert schwere Krankheit." Große Probleme bereite Omikron also Ungeimpften. Aber auch Quarantäne und Isolation bei Infektionen von Geimpften könnte das gesellschaftliche Leben massiv einschränken und Teile der Infrastruktur belasten.
Hoffnung machen könnte der gegen Omikron angepasste Impfstoff von Biontech und Pfizer. Mit diesem wird schon im zweiten Quartal 2022 gerechnet. Infrage käme dann eine vierte Impfung mit dem angepassten Medikament für besonders gefährdete Menschen und zum Beispiel für medizinisches Personal mit einem hohen Expositionsrisiko. Wie die Impfstrategie weiter geht, wenn das Virus endemisch wird, sich also gleichmäßig und permanent in der Bevölkerung verteilt, bleibt abzuwarten. (Adrian Böhm)+++