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Bei Simone Müller sieht das Klettern spielerisch leicht aus - Fotos: Carina Jirsch

FULDA Meilenstein für die DAV Sektion Fulda

Wie Berge in der Stadt: Kletterzentrum feiert zehnten Geburtstag

24.02.22 - Über 8.000 Griffe und 170 verschiedene Routen auf insgesamt 1340 Quadratmeter. Das Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins Sektion Fulda ist einzigartig in der Region und nicht nur ein Anziehungspunkt für Kletterer aus Nah und Fern, sondern auch das Aushängeschild der DAV Sektion Fulda. Am 24. Februar feiert das Kletterzentrum zehnjährigen Geburtstag.

Am 24. Februar 2012 wurde die Sportlandschaft der Region um eine besondere Sportstätte reicher, denn: an diesem Tag öffnete das DAV Kletterzentrum Fulda in der Goerdelerstraße in Petersberg seine Tore. Mit einer Wandhöhe von bis zu 14 Metern ist es seit diesem Tag der ideale Ort, um den Klettersport auszuüben oder für das nächste Projekt in den Bergen zu trainieren.  

v.l.: Markus Bindernagel, Anke Vogt, Manfred Hagemann, Carmen Huder, Josef Schwarz, ...

Das DAV Kletterzentrum von außen

Langer Weg bis zur Eröffnung 

Wie kam es zum Bau dieser für die Region einzigartigen Sportanlage? Die DAV Sektion Fulda, seit mehr als 100 Jahren nicht nur in der Region, sondern auch vor allem in den Alpen aktiv, beobachtete, dass das Klettern sich immer stärker von einem Nischen- zu einem Breitensport entwickelte. Lange hatten die Mitglieder der Sektion ihren Klettersport neben dem von der Sektion betreuten Klettergarten Steinwand/Rhön auch an kleineren künstlichen Wänden in der Region ausgeübt. Nachdem diese dem Verein aber nicht mehr zur Verfügung standen, suchten engagierte Mitglieder nach einem Weg, das Klettern für die Vereinsmitglieder weiterhin zu ermöglichen. Denn: Fulda war bis dato ein weißer Fleck auf der Kletterhallenlandschaft Deutschlands - die nächste Kletterhalle über 100 km entfernt. "Mit der Kletterhalle wollten wir nicht nur eine Sportstätte errichten, sondern auch unsere Jugendaktivitäten fördern und eine Begegnungsstätte für alle Vereinsmitglieder schaffen", so Norbert Weber, damaliger 1. Vorsitzender der DAV Sektion Fulda. Und von befreundeten Sektionen, die bereits eine Kletterhalle besaßen, wusste Weber: das Bergsteigerleben blüht, wo es eine Kletterhalle gibt. 

Der Vorstand des DAV Fulda im Gespräch mit der Presse

Carmen Huder,

Michael Rutkowski

Manfred Hagemann

Josef Schwarz

Und so traf sich im November 2007 erstmals ein Planungsteam aus dem Mitgliederkreis der Sektion, um das Projekt "Kletterzentrum" zu starten. Auch der DAV Hauptverband in München gab im Januar 2008 sein positives Votum und so wurde das Projekt "Kletterzentrum" erstmals auf der Mitgliederversammlung im März 2008 vorgestellt. Diese gab dem Projektteam schließlich den Auftrag zur weiteren Konzeption, bei der insbesondere der grundsätzliche Bedarf und die Finanzierung des Millionen-Projektes eingehend geprüft werden sollten. Hier konnte sich die Sektion schließlich über Förderzusagen aus der kommunalen Familie von Landkreis und Stadt Fulda und der Gemeinde Petersberg freuen sowie über Förderungen des Landes und Landessportbundes Hessen sowie des DAV Hauptverbandes in München, der der Sektion auch fachlich beratend zur Seite stand. Bereits in der Planungsphase konnte die Sektion außerdem zusätzliche Sponsoren für das Projekt gewinnen. Als Standort entschied man sich nach intensiven Gesprächen für das Gelände der Konrad-Adenauer-Schule, da es von der Erreichbarkeit am Günstigsten erschien. 

Am 10. November 2009 stimmten die Mitglieder erstmals in der Geschichte der DAV Sektion Fulda auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über die Umsetzung des Projektes ab. 157 Mitglieder stimmten für das Projekt, vier waren dagegen und zwei enthielten sich.  Die Umsetzung konnte also beginnen. Am 8. Juli 2011 fand schließlich der Spatenstich für das neue Kletterzentrum statt. Ein Projekt, das für Fulda und darüber hinaus große Bedeutung habe, sei gestartet, resümierte damals Norbert Weber. 

Neben Bauunternehmen aus der Region waren es - vor allem beim Innenausbau des Kletterzentrums - die ehrenamtlich Aktiven der Sektion, die in mehr als 3.500 Ehrenamtsstunden IHR Kletterzentrum zu einer Herzensangelegenheit machten und u.a. 8.000 Klettergriffe an die Wände schraubten, bevor dann der große Tag für die Sektion kam: am 24. Februar 2012 feierte die DAV Sektion Fulda ihr 125-jähriges Jubiläum mit der Eröffnung des neuen DAV Kletterzentrums Fulda. Gekostet hatte das Ganze 1,2 Millionen Euro.

Die Berge in der Stadt - vielfältige Sportstätte begeistert (nicht nur) Alpinisten 

Seitdem ist das DAV Kletterzentrum Fulda zu einem echten Anziehungspunkt für Klettersportler aus der Region und darüber hinaus geworden. Über 30.000 Besucher jährlich (Vor-Coronazeit) entdecken die immer wieder neu geschraubten Kletter- und Boulderrouten verschiedener Schwierigkeitsgrade im Innen- und Außenbereich des Kletterzentrums. Neben den Toprope- und Vorstiegsrouten in den bis zu 14 m hohen Kletterwänden ergänzt der Boulderbereich, der Klettern in Absprunghöhe bis zu 4 m ermöglicht - das sportliche Angebot. Neben dem Individualsport können Einsteiger und Klettercracks in Kursen ins Klettervergnügen starten oder an ihrer Technik feilen. Sportliche Abwechslung bieten außerdem das Ferienklettercamp für Kinder- und Jugendliche sowie die Kindergeburtstage. 

Darüber hinaus haben die Vereinsgruppen der DAV Sektion Fulda ihren festen Platz im Klettergeschehen. Neben den über zehn Jugendgruppen der Sektion finden auch die Gruppenstunden der Familien- und die inklusive Klettergruppe regelmäßig im Kletterzentrum statt. Einen großen Anteil hat nach wie vor das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder: neben dem Gruppen-, Kurs- und Veranstaltungsangebot des Kletterzentrums wird zum Beispiel auch der Routenbau ehrenamtlich organisiert. 

Auch die Geschäftsstelle der DAV Sektion Fulda mit ihrem Ausrüstungsverleih und der Bibliothek hat im Kletterzentrum ihre Heimat und ist zu einer festen Anlaufstelle der regionalen Alpinisten geworden, deren Zahl seit Eröffnung des Kletterzentrums von 3.000 auf rund 6.000 Mitglieder gestiegen ist.

Wachstumsmarkt Klettersport 

Die Entwicklung des DAV Kletterzentrums Fulda soll noch weitergehen und das sportliche Angebot in den kommenden Jahren erweitert werden, denn: nicht erst, seit Klettern im letzten Jahr erstmals zu den olympischen Disziplinen gehörte, findet der Klettersport immer mehr Anhänger. Vor allem die vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten kombiniert mit dem mentalen Anspruch machen das Klettern zu einer Sportart, die den ganzen Körper fordert. Zusätzliches schult das Klettern das Selbstvertrauen sowie das Verantwortungsbewusstsein - ein Aspekt, der sich gerade auch für Kinder- und Jugendliche sehr positiv auswirkt. 

Das führt dazu, dass der DAV die Zahl der Klettersportler auf über 500.000 in Deutschland schätzt und 30% der DAV-Mitglieder - neben dem Klettern an Felswänden - auch indoor klettern. Aktuell gibt es in Deutschland über 200 DAV-Kletterhallen, mit einer Gesamtkletterfläche von rund 200.000 m². Der Besucherrekord der größten Kletterhallen liegt bei 1.000 Besuchern am Tag. (pm/fh)+++


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