Das Kandidaten-Trio: Jutta Stumpf, Thorsten Müller und Barbara Schlemmer. - Fotos: privat

HOMBERG (OHM) Rege Diskussion

Bürgermeisterkandidaten-Trio steht Rede und Antwort beim Bürgergespräch

04.03.22 - Bei strahlendem Sonnenschein haben sich am vergangenen Sonntag etwa 120 Menschen auf dem unteren Marktplatz in Homberg (Ohm) eingefunden, um mit dem Homberger Kandidaten-Trio für die Bürgermeisterwahl am 13. März 2022 ins Gespräch zu kommen. "Dianas Atelier hat uns ihre Räumlichkeiten als unterstützendes Bürgerbüro zur Verfügung gestellt. Und Frank Nagel, der bereits unsere Kandidatentalks auf unserem Youtube-Kanal moderiert hat, hat auch an diesem Tag dankenswerter Weise die Gesprächsleitung übernommen", so das Trio.

Die Fragen und Anliegen der Bürger waren weit gespannt vom Bau der A 49 über die Innenstadtentwicklung bis hin zu allgemeinen Verkehrsproblemen in Homberg. Einen breiten Raum nahm die teilweise hitzige Diskussion zum Lärmschutz beim Bau und Betrieb der A49 ein, besonders der Lärmschutzwall in Appenrod.

Ortsbeiräte machen Position deutlich

Das Kandidaten-Trio beim Bürgergespräch in Homberg (Ohm).

"Wir finden sehr gut, dass die Ortsbeiräte ihre Positionen noch einmal deutlich in der Öffentlichkeit klar, gemacht haben", so Schlemmer, Stumpf und Müller. "Das gab uns die Gelegenheit, auch einer breiteren Öffentlichkeit noch einmal zu erklären, dass aufgrund von Anträgen des Bürgerforums mit Unterstützung der Grünen-Fraktion seit September 2021 von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig die allerbesten Voraussetzungen für einen guten Lärmschutz für alle betroffenen Stadtteile beim Bau und Betrieb der A49 geschaffen wurden. Sie hätten einfach nur umgesetzt werden müssen", so Stumpf. "Die Blockade liegt nicht bei uns, sondern dort oben im Rathaus", so Schlemmer. "Es sind die Bürgermeisterin und der Magistrat, die die gültigen Beschlüsse einfach nicht umgesetzt haben, ohne ihnen aber auch zu widersprechen. Das hat eine Lage geschaffen, unter der jetzt alle leiden müssen."

Ortsvorsteher Fleischhauer monierte, dass aus dem Dannenröder Wald seit 21. Februar täglich kurz getaktet Erdmassen-Lkw nach Wetzlar starten. Das belaste die Durchfahrten der Kernstadt erheblich, wie Anwohnerin Schlemmer selbst berichten konnte. Um dem ein Ende zu machen, fordert das Trio vom Magistrat, "Rechtsanwalt Möller endlich von der Leine zu lassen und seine beauftragte Arbeit machen zu lassen".

Verkehr als Kritikpunkt

Die Verkehrssituation war auch allgemeiner Kritikpunkt in der Innenstadt, Parkchaos, verstopfte Straßen, zu wenig Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer wurden kritisiert. "Zusammen mit einem neuen Innenstadtkonzept benötigen wir auch ein neues Verkehrskonzept für die Innenstadt", war sich das Trio einig. Eine Teilnehmerin aus Ober-Ofleiden mahnte bessere Radverbindungen zwischen den Stadtteilen an und mehr Verkehrssicherheit für Radler insgesamt. "Da rennen Sie bei mir offene Türen ein", so Schlemmer. Auch brauche man mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

Buchhändlerin Sowa fragte, was man gegen die Leerstände in der Innenstadt tun wolle. Das Team ist sich bei diesem Thema einig, dass die Innenstadt neu gedacht werden muss. Der Weg zurück zur alten Einkaufsinnenstadt werde nicht mehr funktionieren. Schlemmer legte dar, was in ihrer Zeit als Stadträtin schon versucht wurde und sich als nicht zielführend herausgestellt habe. "Die alten Konzepte funktionieren nicht mehr. Wir müssen Innenstädte vernetzt und multifunktional denken. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Leben müssen miteinander stattfinden. Daher muss auch die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt besser werden. Mehr Flächen, auf denen die Menschen sich aufhalten können, Bänke, Spielgeräte für Kinder, Abstellmöglichkeiten für Räder, mehr Freizügigkeit für Fußgänger, Gastronomie mit Außenbereich. "Die Leerstände müssen mit Leben gefällt werden", so Stumpf und Müller. Dabei müsse man an die verschiedensten Nutzungsänderungen denken.

Kommunale Lage in Homberg "unbefriedigend bis desaströs"

Zur Lage in den Gremien führte ein Teilnehmer aus, dass er Bürgerforum und Grüne in den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung als Beobachter konstruktiv erlebe, "die anderen mauern nur". Das nehme er als Grund wahr, warum die kommunalpolitische Lage in Homberg "unbefriedigend bis desaströs" sei.

"Daher wollen wir es anders machen und setzen auf den Teamgedanken", so das Trio. Wenn auch nur einer von ihnen gewählt werden könne, so würde das Team über den Wahltag hinaus die gewählte Person unterstützen. Man habe die Hoffnung, dass dieser Stil sich in der Homberger Politik weiterverbreite.

Schlemmer und Stumpf betonten abschließend, dass es angesichts der aktuellen Lage in Europa durch die Ukraine-Krise umso deutlicher werde, wie wertvoll eine demokratische Auswahl bei Wahlen sei. "Die Menschen in der Ukraine wären froh, wenn sie unsere demokratischen Verhältnisse hätten." Es wurde auch darauf hingewiesen, dass am Bau der A49 ein russischer Oligarch aus dem engen Umfeld Putins mitverdiene. Hier könnten ernst gemeinte Sanktionen ansetzen. (pm) +++


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