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Jung, dynamisch, erfolgreich: das Brüderpaar Eliot (links) und Lorian Hasanaj - Fotos: Bernd Vogt

FULDA Besonderes Basketball-Brüderpaar aus Fulda

Lorian Hasanaj: Einer meiner Träume ist die NBA

30.03.22 - Dies ist eine besondere Geschichte. Die eines sympathischen Brüderpaares aus Fulda. Sie besitzen eine große Perspektive im Basketball. Lorian ist 15, spielt für den Landesligisten DAFKS Fulda - und die Doppel-Lizenz erlaubt es ihm, für die U18 des Bundesligisten Hanau White Wings auf Korbjagd zu gehen. Eliot ist Anfang Februar 19 geworden und geht für das Bezirksliga-Spitzenteam FT Fulda an den Start. OSTHESSEN|NEWS-Reporter Walter Kell hat sich mit ihnen in der BGS-Halle getroffen. 

Diese Frage muss bei einem Basketball-Talent unbedingt sein: Ist die nordamerikanische Profi-Liga NBA ein Ziel? "Ich versuche, es dorthin zu schaffen", sagt Lorian, "das ist einer meiner Träume". Der 15-Jährige weiß, "dass es noch nicht realistisch ist. Aber ich arbeite hart dafür. Ich gebe nicht auf. Ich habe ein Ziel, das ich streng verfolgen werde". Ihm ist bewusst, dass er sich dafür bald verändern muss. "Im nächsten Jahr muss ich das schon in Angriff nehmen. Ich muss länger und härter trainieren."

Hausaufgaben im Zug nach Hanau

Momentan ist das mit dem Training sechsmal pro Woche der Fall - einmal bei DAFKS, fünfmal in Hanau. Um 15 Uhr setzt er sich in Fulda in den Zug nach Hanau, gegen 22 Uhr ist er zurück. Seine Aufgaben macht der Schüler der Winfriedschule im Zug. Nichts will er unversucht lassen, sich neben den Hanau White Wings noch eine andere U19-Mannschaft suchen, Tipps von erfahrenen Spielern holen. Deutschlandweit. Und das Athletik-Training, das er schon mal angestoßen hatte, will er wieder intensivieren.

Die Familie Hasanaj stammt aus Suhareke im südlichen Kosovo. Vater Adnan war Kampfsportler, die Onkels betrieben Kickboxen. Eliot und Lorian wurden in Deutschland geboren, Eliot in Rüsselsheim, Lorian in Heilbronn. Von dort gelangten sie vor zwei Jahren nach Fulda. Sie wohnen am Aschenberg in Horas. Auch was Eliot zu sagen hat, klingt beeindruckend. Positiv, ausgewogen und gelassen kommt der 19-Jährige rüber. Er studiert an der Macoromedia-Hochschule in Frankfurt Internationales Management - und auch sein Ziel ist es, demnächst professionell zu spielen. In die Regionalliga möchte er kommen - am liebsten mit FT Fulda. "Ich fühle mich dort gut aufgehoben. Und ich denke, dass ich meine Fähigkeiten noch ausbauen kann." Leonardo Xholi, der auch mit Doppel-Lizenz für das Nachwuchsteam des Bundesligisten Gießen 46ers spielt, ist ihm bei FT eine große Hilfe. Auch Eliot betreibt mit vier- bis fünfmaligem wöchentlichen Training einen großen Aufwand.

Die Trainer Helmke und Popp geraten ins Schwärmen

"Eliot hat in diesem Jahr einen enormen Schritt nach vorn gemacht. Nicht nur auf dem Spielfeld, auch als Führungsspieler", lobt FT-Trainer Tim Helmke. "Vor zwei Jahren suchte er noch seinen Platz, jetzt gehört er zum Mannschaftskern." Der 41-jährige Coach, der bei FT nicht weniger als neun Mannschaften trainiert und einst selbst in zweiter und dritter Liga spielte, sieht Eliot als körperlich robusten Guard, "der Zug zum Korb passt bei ihm." Helmke schätzt seine Bereitschaft zum Rebound, "er ist einer der unterbewerteten Spieler, die ich kenne. Einer der Ersten, die zum Training kommen. Und einer der Letzten, die gehen".

Nach Vincent Stöckel und Leonardo Xholi ist Lorian Hasnaj der dritte Spieler aus Fulda, der den Sprung in ein Basketball-Leistungszentrum und die Bundesliga geschafft hat. Kein Wunder, dass Eugen Popps Beurteilung über seinen Schützling Lorian vielversprechend ausfällt. "Er ist athletisch sehr begabt. Und offensivstark. Beim Zug zum Korb ist er nur schwer zu halten. Für sein Alter ist Lorian auf einem hohen Level." Der DAFKS-Coach vergisst aber nicht, was der 15-Jährige verbessern sollte. "Sein Schuss und die Arbeit in der Defense. Und er sollte auf seinen Körper hören." Beherzige er dies, habe er eine große Zukunft vor sich.

Letzteres gelte auch für ein weiteres großes Talent, das bei FT heranwächst: den erst 14-jährigen Mario Toteski. Und Lorian schaute sich beim DAFKS-Ausnahmespieler Jan Dammann, der den Verein bereits wieder in Richtung Gelnhausen verlassen hat, einiges ab. Einen Move, den Basketballer "Hesial" nennen. Wer aber meint, der 15-Jährige sei nicht bodenständig, der irrt. Seine Worte klingen sehr bedacht. Er weiß genau, was er sagt. "Meine Eltern sagten mir: Wenn du Respekt, Freundlichkeit und Ehrlichkeit zeigst, kriegst du das auch zurück. So bin ich erzogen." Sein Bruder Eliot bemerkt, Lorian sei weit und reif für sein Alter. Er weiß es einzuschätzen. Eine besondere Geschichte eben. (wk) +++


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