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Julius Stark an Land...

...und beim Rennen

12.06.09 - SPORT

Kanu: Deutsche Wildwassermeisterschaft Obervellach - "Starke Nerven gefragt"

In Kärnten trifft sich zurzeit die Deutsche Wildwasserelite zu den nationalen Titelkämpfen. Die gastgebenden Kommunen Obervellach und Reißeck haben beste Bedingungen für diese Titelkämpfe geschaffen. Athleten, Trainer und Betreuer genießen sichtlich die Gastfreundlichkeit, auch wenn bei einigen deutliche Anspannungen festzustellen sind.

Zwischen Sieg und Niederlage liegen im Wildwasserrennsport meist nur Bruchteile von Sekunden. Neben Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Geschicklichkeit, sind eine gehörige Portion Mut, ein große Portion Glück und das optimale Material erforderlich, um auf einen Medaillenplatz zu fahren. Ca. 1.800 Euro müssen die Sportler für ein High-Tech-Boot und 400 Euro für ein Carbon-Paddel aufbringen.

Im gestrigen Sprint-Rennen der nationalen Titelkämpfe der Wildwasserkanuten, mussten alle diese Punkte passen, um unter die Besten zu kommen.

Während der Sprint-Wettkämpfe kam ein böiger Gegenwind auf, der sich zu einem mächtigen Unwetter mit Blitz und Hagel entwickelte. Ein großes Manko für viele Teilnehmer und einer Herausforderung für die Jury der Veranstaltung. Da blieb dem verantwortlichen Hauptschiedsrichter Harald Piaskowski aus Fulda keine Wahl! Die Rennen mussten vorübergehend unterbrochen werden.

Das war aber nicht das einzige Problem, das dem Fuldaer Vereinsvorsitzenden mächtig auf den Magen schlug und an die Nerven ging. Julius Stark, der mit Siegerambitionen ins Rennen gegangen war, lag nach dem ersten Lauf mit einem Rückstand von 55-hunderstel Sekunden auf Rang 2. Er war sichtlich geschockt, denn er hatte in diesem Jahr noch kein Rennen verloren. Und die Trainer waren sprachlos. Wie konnte sich der Siegburger Andreas Mohr hier die Führung holen, war die entscheidende Frage. Piaskowski und seine Co-Trainer waren erst einmal ratlos. Was war zu tun, um im zweiten Lauf den Spieß umzudrehen? Lag es am Boot? Das Rennboot von Julius brachte immerhin 13 kg auf die Waage. Das Mindestgewicht von 11 kg wurde deutlich überschritten. Konnte man hier mit einem anderen, leichteren Boot einen Vorteil für Julius schaffen?

Jörg Zentgraf nutzte die Pause zwischen den Wettkämpfen und passte die neueste Errungenschaft des Kanu-Club-Fulda, einen neuen Kajak aus der Bootsschmiede der Hamburger Herrmann Roock und Norbert Schmidt, auf Julius Bedürfnisse an. Schnell musste das Boot noch verwogen werden. 10,56 kg – zu leicht! Mit den entsprechenden Auftriebkörpern wurde das Boot – eine gigantische, handgearbeitete Rennmaschine aus Carbon-Kevlar-Gewebe – auf Wettkampfgewicht getrimmt. Das gab den entscheidenden Schub. Als letzter Starter ins Rennen gegangen, sicherte sich das osthessische Nachwuchstalent mit einem Vorsprung von 0,58 Sekunden den Sieg. Das neue Boot hatte ihm eine deutliche Leistungssteigerung, damit verbunden eine Verbesserung seiner Zeit von insgesamt 1,13 Sekunden und damit den Sieg gebracht und den Medaillenspiegel für den Kanu-Club-Fulda um eine Goldmedaille bereichert.

Genauso spannend machte es das Fuldaer Herren-Team in der Besetzung Johannes Baumann, Josef Baumann und Lars Walter. Im ersten Lauf lag der Rückstand zu den Erstplatzierten bei 2 Zehntel Sekunden. Sie konnten sich leider nicht mehr verbessern, aber die Angriffe der Konkurrenz abwehren. Letztendlich mussten sich die Drei lediglich den Blau-Weißen aus Köln geschlagen geben und konnten sich zeitgleich mit den Österreichern die Silbermedaille holen.

Komplettieren konnte die Medaillensammlung der Osthessen Janina Piaskowski, Felix Stark und Julius Stark im Team-Sprint der Junioren im Kajak-Einer. Gold holte sich hier das Kanu-Sport-Team Köln vor dem Wassersportverein Süderelbe Hamburg.

Enttäuscht war Janina Piaskowski von ihrem Einzelergebnis im Sprint. Im ersten Lauf lag sie mit 2/10 Sekunden Rückstand auf den Goldrang auf Platz 3. Eine Windböe warf sie im zweiten Lauf auf der Bahn und den 5. Platz zurück.

Auch Lars Walter und Johannes Baumann waren nicht wirklich zufrieden. Sie kamen im Zweiercanadier der Herren auf Rang 4 und wurden ihren eigenen Anforderungen nicht wirklich gerecht.

Am heutigen Freitag finden die finalen Entscheidungen auf der klassischen Distanz zwischen Obervellach und Kolbnitz statt. Trainer Piaskowski zeigt sich optimistisch, dass die Ostehessen auch auf der Langstrecke noch Medaillenhoffnungen im Feuer haben. +++



Baumann und Walter wurden Vierte...

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