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Die ehemalige Industriellenvilla aus den 50er Jahren an der Haimbacher Straße war schon beinah dem Verfall preisgegeben. Die Sanierung machte eine vorhergehende Entkernung bis auf den Rohbau notwendig.

29.06.09 - DARMSTADT

Denkmalschutzpreis für vorbildlich sanierte Industriellenvilla in Fulda

„Sie haben mit großartigem ehrenamtlichen Engagement, mit ideellem und finanziellem Einsatz Denkmälern in Hessen ihren früheren Glanz zurückgegeben. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unseres historischen Erbes und unserer kulturellen Identität.“ Das hat Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann bei der Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises 2009 heute Vormittag im Jugendstilbad Darmstadt hervorgehoben. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann, und dem Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, Prof. Dr. Gerd Weiß, zeichnete sie die Gewinner aus. Die Jury hatte aus 49 Vorschlägen neun Preisträger ausgewählt - darunter Privatpersonen, bürgerschaftliche Initiativen und die Stadt Darmstadt. Verliehen werden vier Geldpreise und fünf Urkunden für vorbildliche Sanierungen.

Der Denkmalschutzpreis wird von der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen gestiftet und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er würdigt denkmalpflegerische Leistungen, die über das denkmalrechtlich Gebotene hinausgehen und überregionale Bedeutung beanspruchen können. Die Auszeichnung wurde zum 24. Mal vergeben.

Den ersten und mit 5.000 Euro dotierten Preis erhielt der Förderkreis „Synagoge in Vöhl“ e.V. (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Die Jury würdigte, dass mit hohem ehrenamtlichem Engagement eine außerordentliche Sanierungsleistung gelungen sei, die zur Instandsetzung der Synagoge und damit zu deren Erhaltung geführt habe. Durch das Angebot von kulturellen Veranstaltungen des Förderkreises sei die Synagoge mittlerweile auch zu einem kulturellen Leuchtturm weit über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus geworden.

Das Ehepaar Anke und Jens Kauer aus Wettenberg/Krofdorf-Gleiberg (Landkreis Gießen) erhielt den mit 4.000 Euro dotierten zweiten Preis für die vorbildliche Sanierung ihrer Hofreite. Erst durch diese Sanierungsarbeiten wurde der hohe Denkmalwert des Wohnhauses offensichtlich, dessen Fachwerk und Bruchsteinsockel zuvor verputzt waren und unscheinbar wirkten. Auf Anregung der Eigentümer wurde das bis dahin nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäude in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen.

Mit jeweils 3.000 Euro wurden Verena und Markus Vogt aus Fulda und das Diakoniezentrum Groß-Bieberau (Landkreis Darmstadt-Dieburg) ausgezeichnet. Das Ehepaar Vogt hatte eine 1957 errichtete Industriellenvilla, ein bemerkenswertes Zeugnis für das Wohnen in den Wirtschaftswunderjahren in Fulda, wiederhergestellt. Die von Gerhart Laage 1957 konzipierte Villa sei ein herausragendes Beispiel für die qualitätvolle Architektur der 50 er und 60er Jahre in Fulda",hatte Oberbürgermeiter Gerhard Möller dazu erklärt. "Den Gewinner des diesjährigen Denkmalschutzpreises möchte ich ganz herzlich gratulieren und sie zu ihrem architektonischen Kleinod beglückwünschen. Für Fulda hat der Denkmalschutz einen hohen Stellenwert. Deshalb freue ich mich sehr, dass unsere Stadt mit dem von Kaspar Zehetmayr behutsam sanierten Entwurf Laages ein gelungenes Beispiel für den Erhalt moderner wegweisender Bausubstanz vorweisen kann."

Die übrigen fünf Preisträger wurden für ihre außerordentlichen Verdienste mit Urkunden geehrt. Auszeichnungen erhielten die Stadt Darmstadt für die Sanierung des Jugendstilbades, der Hessische Wasserverband Diemel für die Sanierung der Alten Mühle Trendelburg (Landkreis Kassel), der Förderverein Kleiner Tannenwald in Bad Homburg (Hochtaunuskreis) für die Wiederherstellung der gleichnamigen Gartenlandschaft, die Evangelische Kirchengemeinde Babenhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) für die Sanierung der evangelischen Stadtkirche sowie Ilse Heigert-Becker und Robert Becker für die Sanierung einer 1908 erbauten Landhausvilla in Bensheim (Landkreis Bergstraße) .

Staatsministerin Kühne-Hörmann lobte das Engagement der Preisträger: „Sie haben es ermöglicht, dass diese Denkmäler ihren ehrwürdigen Charakter vollständig wieder gewonnen haben und zugleich für moderne Zwecke genutzt werden können. Denkmalschutz und Erinnerungskultur können nicht ausschließliche Aufgaben des Staates sein. Das würde zum einen kaum ausreichen, die Vielfalt der Denkmäler zu sichern, noch würde es der gesellschaftlichen Bedeutung insgesamt gerecht werden. Das Engagement der Bürger spielt hierbei eine herausragende Rolle. Mit dem, was wir erhalten und wie wir es erhalten, bieten wir den Reisenden und Besuchern aus aller Welt beste Gründe, unser schönes Bundesland Hessen mit seinen reichen Kulturschätzen zu besuchen. Darüber hinaus bieten wir unseren Bürgern, unseren Kindern und insbesondere den künftigen Generationen die Chance, sich Ihrer Wurzeln und Geschichte zu erinnern. Auch dafür haben die Preisträger Wichtiges geleistet.“ +++

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