Bürgermeister-Kandidat Axel Schmidt (CDU) unterhalb vom Eisenberg - Fotos: Hans-Hubertus Braune

KIRCHHEIM Wahl am Sonntag: Die Kandidaten (2)

Herausforderer Axel Schmidt (43, CDU) will in das Rathaus seiner Heimat

Axel Schmidt:Axel Schmidt schreibt auf seiner Internetseite (schmidt-fuer-kirchheim.de) über sich selbst: Ich bin 1978 geboren und am Hattenberg in Kirchheim aufgewachsen. Seit 13 Jahren bin ich mit meiner Frau glücklich verheiratet und wir haben zwei Kinder (8 und 10 Jahre). Meine Ausbildung zum Bankkaufmann machte ich bei der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg. Anschließend erlangte ich im Rahmen meines Studiums bei der hessischen Polizei den Titel des Diplom Verwaltungswirts (FH). Seit 2008 bin ich bei der Kriminalpolizei. Nach verschiedenen Stationen in Deutschland kehrten wir 2011 in unsere schöne Heimat Kirchheim zurück. Ehrenamtlich engagiere ich mich seit sechs Jahren in der Kirchheimer Gemeindepolitik, zuletzt als Fraktionsvorsitzender der CDU.

13.05.22 - In der Gemeinde Kirchheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) wird am kommenden Sonntag der Bürgermeister gewählt. Amtsinhaber Manfred Koch (SPD) will in seine fünfte Amtsperiode. Zweiter Kandidat ist der Christdemokrat Axel Schmidt (43).

Rund 3.500 Menschen wohnen in der Gemeinde Kirchheim mit seinen elf Ortsteilen. Kirchheim ist vielen Autofahrern vor allem von der Autobahn und dem Kirchheimer Dreieck sowie den diversen Tankstellen, Gastronomie und Einzelhandelsgeschäften bekannt. Doch die Gemeinde hat viel mehr zu bieten.

Wie sich Kirchheim unter anderem als Wohnstandort weiter entwickeln möchte, wie sich das Areal am ehemaligen Jagdhof, am Wildgehege, die Mobilität und die Infrastruktur insgesamt entwickeln kann und soll - unter anderem dazu hat OSTHESSEN|NEWS die beiden Kandidaten befragt. Lesen Sie nachfolgend den zweiten Teil unseres Interviews mit - in alphabetischer Reihenfolge - mit Axel Schmidt (CDU):

Was hat Sie motiviert als Bürgermeister von Kirchheim zu kandidieren?

Das Rathaus in Kirchheim

Axel Schmidt: Politisch interessiert bin ich schon immer. Vor einigen Jahren hat sich dann die Gelegenheit ergeben, durch meine Wahl in die Gemeindevertretung Kirchheim, aktiv an der politischen Gestaltung mitzuwirken. Meckern kann schließlich jeder, aktiv werden muss man dann jedoch auch. Da meine bisherige kommunalpolitische Arbeit offenbar gut angekommen ist, ist dann, zusammen mit meinem Team, der Entschluss gereift, als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Dazu kommt, dass ich mich im richtigen Lebensalter sehe (43 Jahre, verheiratet, zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren) und damit die Probleme aller Altersgruppen kenne. Die richtige Vorbildung hat sich im Laufe des Lebens ergeben, schließlich kann man eine solche Kandidatur sicher nicht planen. Und das wichtigste dabei: Ich will die Arbeit, die anliegt, machen. Einend, verbindend, strukturiert, denn: Kirchheim kann mehr.

Kirchheim ist gefühlt der am meisten genannte Ort in den hessischen Radiosendern. Zumindest in den Verkehrsmeldungen. Ist der Verkehr mehr Segen oder Fluch für Kirchheim?

Axel Schmidt: Wie in der Frage schon genannt: sicher beides, eben teils Fluch, aber in erster Linie Segen. Wir müssen schaffen, wirtschaftlich noch mehr vom Verkehrsfluss zu profitieren, auf der anderen Seite natürlich unsere Wohngebiete vor dem Verkehr (der ja weiter zunehmen wird) zu schützen. Es wird ein Spagat bleiben, um den sich aber immer neu gekümmert werden muss.

Wie wollen Sie zum Beispiel junge Familien davon überzeugen, in der Gemeinde Kirchheim wohnen zu wollen?

Axel Schmidt: Viel Überzeugung muss man weder in Kirchheim, noch in den Ortsteilen leisten. Unsere zentrale Lage in schönster Landschaft ist unschlagbar. Was fehlt ist aktuell der Platz für junge Familien, ein Neubaugebiet ist daher unverzichtbar. Gleiches gilt aber auch für Entfaltungsmöglichkeiten in den Ortsteilen, wenn das gewünscht ist. Die nötige Infrastruktur (Kindergarten, Spielplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, etc.) muss immer passen und ständig angepasst werden. Außerdem müssen wir neue Nutzer für Bestandsbauten finden und diese bestmöglich unterstützen. Wir dürfen also nichts verschlafen.

Wie kann und soll sich die Gemeinde Kirchheim beim Thema Mobilität weiter entwickeln?

Blick auf Kirchheim

Axel Schmidt: In Kirchheim müssen wir das Thema immer zweiteilen, zum einen die Autobahn beziehungsweise die Möglichkeiten aus dem dort entstehenden Verkehr und zum zweiten unsere Heimat als Wohn- und Arbeitsort für uns einheimische Kirchheimer, wo Verkehr zu vermeiden ist. "Die Autobahn" wird sich, wenn denn der Umbau des Kirchheimer Dreiecks in einigen Jahren fertiggestellt ist und die Lärmschutzmaßnahmen komplett umgesetzt wurden, immer weiterentwickeln und wir müssen dabei zentraler Ort der E-Mobilität werden und den Nutzen daraus ziehen. Konkret: Von der Wirtschaftskraft des E-Auto-Laders müssen wir möglichst profitieren, zum Beispiel mit weiteren Einkaufmöglichkeiten und Cafés. Bei unserer Heimat hingegen muss der Focus unter anderem auf den Erhalt und weiteren Ausbau der Radwege liegen. Jeder, der schon einmal mit einem E-Bike gefahren ist, weiß: Das kann unsere Mobilität wirklich nachhaltig ändern.

Einige Bauprojekte werden diskutiert: Wie sehen Sie die Entwicklung am Standort, ehemaliger Jagdhof?

Axel Schmidt: Der Gebäudekomplex "Jagdhof" mit seinen Einrichtungen Feuerwehr, Sanitäranlagen für Sportplatz und –halle sowie Jugendeinrichtung (ehemaliger Restaurant-Bereich) ist, kurz gesagt, nur eins: Marode
Über kurz oder lang sehe ich da nur eine Möglichkeit: Abriss. Das geht nicht von heute auf morgen, auch muss dies durchdacht sein und die Finanzen dürfen dabei nicht aus den Augen verloren werden. Was wir dann aber hätten, wäre Platz. Und dann könnten Konzepte (die man vorher erstellen muss) greifen, die möglichst allen genannten Beteiligten Vorteile bringen, vor allem auch zum Thema "die Autobahn", wie eine Frage vorher von mir genannt. Generell muss es hochwertige Ansiedelungen geben, die auch zu den angrenzenden Wohngebieten passen, Logistik oder Spielotheken und ähnliches fallen also heraus. Man muss probieren, die ortsansässigen Unternehmer mit ins Boot zu holen, so kann auch die Thematik "Tagungen" an einem so zentralen Ort wie Kirchheim wieder eine Rolle spielen.

Auch das Thema Feuerwehren ist in vielen Kommunen aktuell. Wie wollen Sie die Feuerwehr in der Gemeinde Kirchheim für die Zukunft gerade auch beim Thema Feuerwehrgerätehaus im Kernort entwickeln?

Das Freibad in Kirchheim

Axel Schmidt: Dass sich in Kirchheim in Bezug auf die Feuerwehren und gerade in der Kerngemeinde Kirchheim etwas tun muss, ist seit Jahren bekannt. Zum derzeitigen Standort "Jagdhof" habe ich gerade meine Einschätzung abgegeben. Wir müssen uns bewusst sein, dass in näherer Zukunft Millionen-Investitionen für unsere Feuerwehren nötig sein werden. Dazu in der Kürze zwei Punkte: Der Landkreis und das Land Hessen müssen einsehen, dass eine Feuerwehr Kirchheim mit Lage und Zuständigkeiten an der A4, A5, und A7 nicht mit einer Feuerwehr aus anderen Gemeinden vergleichbar ist. Also müssen hier andere Fördermöglichkeiten geschaffen werden. Wir müssen immer an die Arbeit aller unsere Feuerwehren in jedem Ortsteil denken. Viel Arbeit, die angegangen werden muss.

Wie wollen Sie das Areal am ehemaligen Wildgehege entwickeln?

Axel Schmidt: Auch dem Letzten muss mittlerweile klar sein: Das Wildgehege existiert nicht mehr. Wohl aber eine superschöne und große Fläche, die anderweitig genutzt werden kann.
Punkte, die mir spontan einfallen, sind...
-    Die Erweiterung des Schwimmbadgeländes (zum Beispiel die Einrichtung eines Beachvolleyballplatzes), 
-    Treffpunkt für Jung und Alt als Multifunktionsspielplatz (zum Beispiel in Zusammenarbeit mit unseren Vereinen / Sportvereinen), Jugendzentrum 
-    Ort für die Errichtung eines Waldkindergartens.
Es ist Jahre gar nichts auf diesem Gelände geschehen, das kann so eben nicht bleiben, das müssen wir angehen.

Welches Potenzial sehen Sie beim Thema Tourismus?

Das ehemalige Wildgehege

Axel Schmidt: Seit kurzem ist der "Naturpark Knüll" existent. Alle Ortsteile, also wir, sind der Knüll. Unsere Besonderheit dabei: Große (Wald-) Flächen unserer Gemeinde sind in Privatbesitz. Ich weiß, dass die Baumbachsche Forstverwaltung für neue Ideen und Konzepte offen ist. So könnten wir unsere letzte, verbliebene Perle, den Eisenberg, endlich auch wieder besser fördern und vermarkten. Zwei Stichwörter dazu:  E-Bikes und Wanderer, einfach gesagt: mehr Öffentlichkeit! Der Verband des "Rotkäppchenlandes", dem wir angehören, muss sich weiter beweisen, unsere finanziellen Beiträge sind nicht unerheblich, der Nutzen muss messbar sein. Zumal Bad Hersfeld näher liegt, sowohl örtlich als auch "mental", als Schwalmstadt. Als Letztes zum Seepark: Hoffentlich ist hier nicht das Kind in den Brunnen gefallen. Außer stetigem Kontakt zum neuen Besitzer bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten, Fehler aus der jüngeren Vergangenheit zu kompensieren.

Wie planen Sie die interkommunale Zusammenarbeit der Zukunft mit den Nachbarkommunen?

Axel Schmidt: Interkommunale Zusammenarbeit, ein Schlagwort, welches mit Leben gefüllt werden muss. Meine Vorteile dabei sind, dass ich gute Kontakte zu den Nachbarkommunen habe, welche genutzt werden müssen. Potenzial bei Einsparungen sind da: Kläranlage im Betrieb mit Oberaula, Verwaltungstätigkeiten zentral für das Aulatal, Neue Medien (EDV-Lösungen) für mehr Digitalisierung, um nur einige Beispiele zu nennen. Wie weit das gehen kann, müssen dann irgendwann auch übergeordnete politische Entscheidungsträger beziehungsweise deren Wähler entscheiden. Es wird zukünftig größere Verwaltungsgemeinschaften geben, wahrscheinlich auch geben müssen.

Sie sollen eine "Liebeserklärung" für die Gemeinde Kirchheim schreiben. Was macht Kirchheim für Sie einzigartig und lebenswert?

Axel Schmidt: Das ist einfach: Land, Leute und Lage! Ich bin schon weit herumgekommen, schließlich um zurückzukehren, wo es am schönsten ist: in unserem Kirchheim. So soll es, im Herzen von Deutschland, auch bleiben, deshalb will ich ran an die Arbeit. (Hans-Hubertus Braune) +++


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