Der SV 1919 Hofbieber wurde ins Leben gerufen, als viel Mut und Idealismus gefragt waren, um auf dem Gebiet des Sports etwas Neues zu schaffen. Zwar rollte in den Städten der Fußball schon damals über den Rasen, in den Dörfern stand man dieser Sportart skeptisch, wenn nicht ablehnend, gegenüber. Aus englischer Kriegsgefangenschaft brachten junge Männer aus Hofbieber das Fußballspiel mit in ihre Heimat. Trotz aller Hindernisse wurde im August 1919 der Beschluss zur Vereinsgründung gefasst und am 1. September der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Zu den 9 Gründungsmitgliedern stießen alsbald weitere Männer, so dass ein Spielbetrieb, wenn auch zunächst in bescheidenem Rahmen, möglich war. Das erste Fußballspiel fand gegen Steinhaus statt, gespielt wurde im Garten von Hermann Müller auf dem Gelände der heutigen Biebertalschule. Das Spiel endete mit einem 3:3, alle drei Tore gingen auf das Konto von Hermann Bleuel 2.
Die größte Sorge des jungen Vereins war das Finden eines geeigneten Platzes, um in geregeltem Rahmen Fußballspiele austragen zu können. 1921 gelang es vom Gut Weihershof eine Koppel zu pachten, Nach dem Anschluss an den Westdeutschen Spielverband konnte im Herbst 1922 das erste Verbandsspiel durchgeführt werden, es endete mit einem 1:0 Sieg gegen Eckweisbach. Torschütze war wiederum Hermann Bleuel 2.
Eine entscheidende Wende erfuhr das Sportleben in Hofbieber im Jahr 1927, als dem Verein am „Drehber“, ein schöner, ebener Platz zum Austragen der Spiele, zur Verfügung gestellt wurde. Zwei interessante Daten aus jener Zeit: Mitgliederzahl: 50 Personen,Einnahmen 359 RM, Ausgaben 265 RM. Die Weltwirtschaftskrise mit der hohen Arbeitslosigkeit im Gefolge ließ das Vereinsleben und einen geregelten Spielbetrieb immer schwieriger werden. Kaum hatte sich der Verein von dieser Zäsur erholt und 1933 einen neuen Vorstand demokratisch gewählt, erfolgte die Gleichschaltung nur ein Jahr später. Am 6. Januar 1934 wurde ein Vereinsführer ernannt, der Sport musste die nächsten Jahre funktionieren, die freiwillige Basis fehlte jedoch vollkommen, Mit Beginn des 2. Weltkrieges kamen der Sportbetrieb und das Vereinsleben nahezu völlig zum Erliegen. Nach Kriegsende verboten die Siegermächte zunächst jeglichen Sportbetrieb, dieses generelle Verbot wurde jedoch bald gelockert. Der Verein stellte am 27. Februar 1946 bei der Militärregierung in Fulda den Antrag auf Neugründung , die Genehmigung lag am 22. Oktober 1946 vor.
Die Voraussetzungen waren weitaus günstiger als im Jahr 1919. Bei der ersten öffentlichen Versammlung belief sich die Mitgliederzahl auf 43 Personen. Die Hermann-Lietz-Schule Bieberstein stellte in Ermangelung eines eigenen Sportgeländes dankenswerterweise ihr Sportgelände am Kugelberg zur Verfügung. 1946 startete der Verein zuversichtlich in die erste Verbandsspielsaison. Die Zuversicht war nicht unbegründet, am 1. Mai 1947 konnte die Meisterschaft und der Aufstieg in die A-Klasse (heute vergleichbar mit der Kreisoberliga) gefeiert werden. Bis heute spielt unser 1. Seniorenteam immer in dieser, oder einer höheren Spielklasse, damit ist der SV 1919 Hofbieber der einzige Verein vergleichbarer Struktur in der Region Fulda, dem diese Leistung gelang.
Sportkamerad Emil Bleuel hatte mittlerweile dem Verein das heutige Sportgelände zur Verfügung gestellt und damit die Grundlage für das weitere Aufblühen des Vereins gelegt. In der A – Klasse konnte der Verein in den folgenden Jahren immer Plätze in der vorderen Tabellenhälfte erlangen. Es sollte jedoch knapp 20 Jahre dauern, bis der Verein den nächsten Aufstieg feiern konnte. Unter Trainer Emil Maier gelang 1965 der Aufstieg in die Bezirksliga (heute Gruppenliga). Gegen namhafte Gegner, wie Künzell, Horas, Eiterfeld, Germania Fulda erspielte sich das Team einen beachtlichen 10. Tabellenplatz. Bedingt durch den Abgang einiger Leistungsträger war der Abstieg 1968 nicht zu vermeiden.
In dieser Zeit begann der Sportplatzneubau mit Erweiterung des Spielfeldes und der Errichtung des Umkleidehauses mit Duschanlagen. Dank enormer Eigenleistungen konnte am 5. Juni 1969, pünktlich zum 50. Geburtstag, die gesamte Sportanlage eingeweiht werden. Hauptspielgegner war damals der Hessenligist Hanau 93. Der SV Hofbieber zog sich mit einer 4:6 Niederlage achtbar aus der Affäre.
Das 60 jährige Jubiläum musste auf 1980 verschoben werden, da der Platz einer dringenden Sanierung bedurfte. Zum Einweihungsspiel konnte zu günstigen Konditionen der französische Erstligist Club Racing de Strasbourg verpflichtet werden. Eine Auswahl mit Spielern aus Hofbieber, Margretenhaun, Tann und Schwarzbach verlor die Begegnung vor großer Zuschauerkulisse mit 2 : 5.
In den Folgejahren war die A-Klasse Fulda Mitte die angestammte Heimat des SV 1919 Hofbieber. Meistens fand sich der Verein in der Spitzengruppe wieder, ein Aufstieg wollte aber nicht gelingen. 1982 erfolgte, trotz massiver Einsprüche unsererseits, die Umgruppierung in die A-Klasse Fulda Nord. Eine Entscheidung des HFV mit Happy-End, mit 6 Punkten Vorsprung konnte die Meisterschaft errungen werden. Das Jahr 1985 war wieder ein bedeutender Meilenstein der Vereinsgeschichte, unser Umkleidehaus wurde um ein Funktionsgebäude erweitert. Auch hier stellten viele Mitglieder ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Nach durchwachsenen Spielzeiten in der nunmehr in „Bezirksliga“ umbenannten A-Klasse drohte ausgerechnet im Jahr des 75 jährigen Jubiläums der Abstieg. Erst durch eine Energieleistung in der Rückrunde unter Interimstrainer Erwin Quell konnte der Abstieg gerade noch verhindert werden. 1994 kam Peter Gehring als Spielertrainer nach Hofbieber. Unter seiner sportlichen Leitung war ein stetiger Aufwärtstrend zu verzeichnen, der 1997 im Aufstieg in die Bezirksoberliga gipfelte. Im vorletzten Spiel konnte gegen Borussia Fulda II der Aufstieg perfekt gemacht werden. In der neuen Klasse fasste der SV H schnell Fuß. Die Saison schloss das Team mit dem 7. Tabellenplatz ab.
Zur neuen Saison übernahm Thomas Freier als Spielertrainer die Mannschaft. Nach Ende der Spielzeit titelte die Zeitung: „Der Glücksgriff Thomas Freier, Hofbieber ist Meister“ Das letzte Saisonspiel in Künzell musste die Entscheidung um die Meisterschaft bringen. Unsere Elf übernahm sofort das Kommando, und nach Toren von Marco Helfrich, Boris Tüllmann und Jochen Hosenfeld war mit einem 3:1 Sieg die Meisterschaft und der Aufstieg in die Landesliga unter Dach und Fach, der größte Erfolg in der 90 –jährigen Vereinsgeschichte.
Nun begann im August 1999 das erste Jahr Landesliga, mit Teamgeist, Einsatzbereitschaft und dem nötigen Selbstvertrauen konnte das große Ziel Klassenerhalt verwirklicht werden. Dank unserer Heimstärke konnten wir die 2. Saison bis gegen Ende der Vorrunde ausgeglichen gestalten, dann aber folgte eine Schwächephase, die nicht mehr egalisiert werden konnte. Unter diesen Voraussetzungen war der Klassenerhalt nicht zu realisieren, und nach zwei Spielzeiten mussten wir die Klasse wieder verlassen.
Nach dem Abstieg folgten durchwachsene Jahre in der Bezirksoberliga. Drei Spielzeiten gelang es, die Klasse zu erhalten. In der Saison 2004/2005 musste unser Team nach der Relegation den Weg in die Bezirksliga (heute Kreisoberliga) antreten.
Zwischenzeitlich wurde der Sportplatz saniert und im Jahre 2002 konnte ein neuer Trainingsplatz eingeweiht werden, das Sportgelände an der Egelmeser Straße hatte ausgedient. Auch angesichts unserer zahlreichen Jugendmannschaften ist der neue Platz ein Segen für den SV 1919 Hofbieber. In der Kreisoberberliga waren wir seither immer in der Spitzengruppe zu finden, 2007 scheiterten wir erst in der Relegation am Aufstieg in die Gruppenliga. Nachdem der SV 1919 Hofbieber als einziger der 48 Kreisoberligisten des Kreises Fulda in der gesamten Vorrunde keine Niederlage zu verzeichnen hatte, erreichte unsere Mannschaft mit Spielertrainer Frank Stenke pünktlich zum Jubiläum über die Relegation den Aufstieg in die Gruppenliga
Zur Zeit sind 2 Seniorenmannschaften, 1 AH-Mannschaft und 11 Jugendmannschaften für den SV 1919 Hofbieber, teilweise in Spielgemeinschaft mit dem RSV Margretenhaun und dem SC Wiesen, im Spielbetrieb. Ca. 120 Kinder und Jugendliche jagen für den SV 1919 Hofbieber dem runden Leder nach. Gymnastik, Kinderturnen und –tanzen runden das sportliche Angebot des SV 1919 Hofbieber ab.
Die zentrale Festveranstaltung beginnt am 2.7.2009, wenn um 19.00 Uhr die Meistermannschaft von 1999 auf die aktuelle Aufsteigermannschaft trifft. Sicherlich ein reizvolles sportliches, als auch kameradschaftliches Event. Am 3.7. beginnt in den Abendstunden ein Turnier für AH- und Sondermannschaften auf der Streetballanlage des HFV am Sportplatz in Hofbieber. Ein Jugendturnier, ebenfalls als Streetball, am 4.7.2009 von 10.00 – 18.00 Uhr beendet die sportlichen Veranstaltungen. Im Gemeindezentrum startet am Samstag 4.7.2009, ab 19.00 Uhr ein Dorfabend mit einem Spiel ohne Grenzen der örtlichen Vereine. Der Saal des Gemeindezentrums wird umgestaltet zu einem Biergarten, einem Weindorf und einer Cocktailbar. Die Band „Sound Box“ gestaltet den Abend musikalisch. Mit einem Festgottesdienst um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche „St. Georg“ beginnt der Sonntag. Daran schließen sich Frühschoppen und Mittagessen im Gemeindezentrum an. Der Nachmittag steht im Zeichen von Ehrungen, aufgelockert durch Einlagen der Jugendabteilung, der „Kicker Dales“ und Tanzvorführungen. Die Gymnastikabteilung hat ein großes Kuchenbuffet vorbereitet, Feinschmecker kommen bestimmt auf ihre Kosten.+++