03.07.09 - ROTENBURG/F.
Der Handballsport in Deutschland ist ein Dauerbrenner - ein Thema, das die Schlagzeilen beherrscht in den Sportgazetten des Landes. Landauf, landab. Die abgelaufene Saison 2008/2009 hatte es in sich. Negative Meldungen ganz im Norden der Handballrepublik sorgten dafür, dass das runde Leder nun auch, allerdings ungewollt, in den Fokus der elektronischen Nachrichtenmedien geriet, und dies zu prominenter Sendezeit. Ohne dass sportliche Entscheidungen die Meldungen bestimmten. Die Welle der bis heute nicht verifizierten Manipulationsvorwürfe in Richtung des deutschen Rekordmeisters von der Kieler Förde war nicht mehr aufzuhalten. Ein Imageschaden für das handballverrückte Deutschland, das – davon offenbar unberührt - in den Hallen der Republik und im europäischen Ausland reichlich sportliche und damit positive Ausrufezeichen setzte. Und Schlagzeilen verfasste, die einmal mehr unterstrichen, dass Handball „Made in Germany“ ganz zu Recht Handballsport auf Weltniveau verheißt, prickelnde Sport-Events von Flensburg bis nach Balingen bietend.
Beispiele gefällig? Gleich fünf deutsche Teams aus dem Oberhaus des Handballs erreichen die Halbfinals in den Europapokalwettbewerben. Der VfL Gummersbach triumphiert am Ende im EHF-Pokal, während der THW Kiel trotz anhaltender Untersuchungen und Vorwürfe souverän den DHB-Pokal gewinnt, ins Champions-League-Finale einzieht und mit neuem Ligarekord zum fünften Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft feiert. Die Deutsche Nationalmannschaft um Bundestrainer Heiner Brand qualifiziert sich eindrucksvoll für die Handball-EM 2010 im Januar in Österreich. Ein Team im Umbruch, wie so vieles sich nach dieser außergewöhnlichen Saison verändern dürfte. Der „Handballsport unter Generalverdacht“ wird künftig noch massiver das öffentliche Interesse wecken. Dass dabei die Augen nicht mehr nur auf die Spielfläche gerichtet sein werden, sollten alle Beteiligten auch als große Chance verstehen. Deutschland einig Handball-Land ist dazu aufgerufen, mit faszinierendem, ehrlichem Mannschaftsport eine Geschlossenheit zu demonstrieren, die über alle Zweifel erhaben sein wird. Die Saison 2009/2010 wird richtungweisend sein und sie hat ihr prominentes Vorspiel vom 11. bis 15. August im erneut hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld des 14. Sparkassen-Handballcups in Hessen und Thüringen.
Deutschlands größtes Saisonvorbereitungsturnier ist längst eine feste Größe im deutschen Spitzensport. Das renommierte Turnier wird nunmehr im 14. Jahr ausgetragen. Alljährlich versammeln sich deutsche und europäische Top-Teams des Männerhandballs in Hessen und Thüringen, um sich mit der unmittelbaren Ligakonkurrenz zu messen und wichtige Fingerzeige für die neue Saison unter Wettkampfbedingungen zu erhalten. Der veranstaltenden Turniergemeinschaft unter Federführung von Heide Aust, Thomas Giesler und Jürgen Bauer, ist es erneut gelungen, ein attraktives Teilnehmerfeld für das fünftägige Großereignis zu gewinnen. Zum 16 Mannschaften umfassenden Teilnehmerfeld gehören allein 8 Erst- und 4 Zweitligisten, 1 Regionalligist sowie 3 europäische Teams aus Polen, Dänemark und der Schweiz. Sie treffen an den fünf Spielorten Bad Wildungen, Felsberg, Melsungen, Eisenach und Rotenburg a.d. Fulda aufeinander. Der Sieger des Endspiels am 15. August in der „Göbel Hotels Arena Rotenburg“ darf den begehrten Pokal der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen sein Eigen nennen und sich in die Liste der namhaften Gewinner eintragen.
Europa ist mit drei Teams vertreten: Aus der Schweiz kommt der Traditionsclub Grashoppers Zürich (Vorrundengruppe 4 in Rotenburg) zum Turnier. Der polnische Spitzenclub Wisla Plock (Vorrundengruppe 2 in Eisenach) schickt nach der Vorjahresteilnahme erneut ein Klasse-Team ins Turnier. Aus dem Land des amtierenden Europameisters Dänemark, wird Erstligist Nordsjaelland Handball (Vorrundengruppe 1 in Bad Wildungen) sein Können demonstrieren. Mit Spannung wird erwartet, inwieweit sich das kontinentale Trio gegen die bärenstarke Konkurrenz aus der 1. und 2. Handballbundesliga behaupten kann.
Insgesamt 13 Mannschaften aus Deutschland sind in den fünf Arenen im wichtigsten nationalen Vorbereitungsturnier hautnah zu erleben. Gesucht wird der Nachfolger von Vorjahressieger TBV Lemgo. Ins Finale am 15. August nach Rotenburg a.d. Fulda wollen Champions-League-Teilnehmer Rhein-Neckar Löwen, die SG Flensburg-Handewitt, die HSG Düsseldorf, der TSV Dormagen, die MT Melsungen, GWD Minden, die HSG Wetzlar und der TSV Hannover-Burgdorf aus der 1. Handball-Bundesliga. Eine Außenseiterrolle kommt den Zweitligisten TV Emsdetten, ThSV Eisenach, Wilhelmshavener HV und Bergischer HC zu. Komplettiert wird das Tableau durch den Regionalligisten HSG Gensungen-Felsberg.
Die Vorrundenspiele beginnen jeweils um 18.15 und 20.15 Uhr. Tickets sind zum Preis von 26 Euro (Dauerkarte Erwachsene), 13 Euro (Dauerkarte Jugendliche) und 12 Euro (Tageskarte Erwachsene) und 6 Euro (Tageskarte Jugendliche) erhältlich. Die VIP-Karte kostet 55 Euro. Neben den bekannten regionalen Vorverkaufstellen sind die Tickets ab dem 9. Juli auch über die Internetseite www.sparkassenhandballcup.de zu erwerben. Die Veranstalter, Ausrichter und Sponsoren wünschen allen teilnehmenden Mannschaften erfolgreiche Spiele und eine verletzungsfreie Saisonvorbereitung in Hessen und Thüringen. Und den Fans natürlich begeisternden Handballsport und viele Tore der Extraklasse. (Heide Aust) +++