Felix Martella im Ziel - Foto: privat

FULDA Triathlon in Ingolstadt

Der Fuldaer Felix Martella schildert in einem Bericht seine Erfahrungen

03.06.22 - Felix Martella von TriForce Fulda nahm am 29. Mai am Triathlon in Ingolstadt teil. Er startete auf der Mitteldistanz. Für O/N schilderte er seine Erfahrungen in einem Rennbericht. 

"In der Theorie klang alles gut. Die Wetter-App war zuversichtlich, und auf dem Rad sollte es frisch sein mit anschließend perfektem Laufwetter. Auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände zeigte sich die Sonne - also alles wie prognostiziert. Auf dem Plan standen 1,9 Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen.
Der Wettkampf fand komplett ohne Einschränkungen durch die Corona-Pandemie statt.

Schwimmen: Start um 8 Uhr

Es wurde alle fünf Minuten in Blöcken gestartet. Da war er wieder, ein kleiner Massenstart mit 220 Athleten. Irgendwie verrückt, aber es war so ein Moment wie vor der Pandemie, der sich einfach gut anfühlte. Nach einer kleinen Wasserschlacht bis zur ersten Boje hatte sich das Feld eingefunden und man konnte so langsam in einen Schwimmrhythmus kommen - ohne dass einem jemand auf die Beine schlägt, ohne dass jemand die Orientierung verloren hatte und man plötzlich von der Seite fast "überschwommen" wird. Jetzt musste man sich nur noch gut orientieren und gegen die Algen kämpfen, die fast bis zur Wasseroberfläche rankten. Mit 33 Minuten und 41 Sekunden war ich zufrieden. Im Vergleich zum letzten Start in Ingolstadt habe ich mich um viereinhalb Minuten verbessert.

Der Wechsel vom Schwimmen zum Rad war mal wieder sensationell, man läuft in die Wechselzone und
wird durch einen Kanal von Menschen durch Anfeuerungsrufe gepeitscht. Neo ausziehen und ab aufs Rad.

Radfahren - 8.36 Uhr

Auf den ersten zwei Kilometern galt ein Überholverbot. So konnte man erstmal ganz locker in den Tritt kommen
und warten, bis das Rennen so richtig freigegeben wurde. "Nur nicht überpacen", waren die Worte
meines Trainers. Gerade am Anfang hatte ich die Werte gut im Blick, damit das nicht passiert.

Doch was war das? Nach 25 Minuten auf dem Rad bekam ich die ersten Tropfen ab. Bestimmt nur ein kleiner Schauer... Aber weit gefehlt: Es folgten zwei Stunden Regen beziehungsweise Starkregen und ein Temperatursturz von 8 Grad Celsius. Bei Temperaturen um die 10° Celsius und einem sehr kalten Wind hatte der Triathlon für etliche schon während des oder nach dem Radfahren sein Ende. Man sah viele, die in der Wechselzone einfach nur noch ihren Chip
abgaben und eine Rettungsdecke bekamen, weil sie ausgestiegen waren und komplett unterkühlt aufgegeben hatten.

Als ich die 80 Kilometer nach zwei Stunden und sieben Minuten (Durchschnittsgeschwindigkeit 38 Kilometer/Stunde) absolviert hatte und in der Wechselzone ankam, brauchte ich zehn Minuten, um meine Socken und Schuhe anzuziehen. So ein Gefühl hatte ich noch nie. In den Händen Fehlanzeige und der ganze Körper zitterte. Ich wollte alles - nur nicht aufgeben! Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt meine Familie, die mich begleitete, noch nicht gesehen, da diese wahrscheinlich genauso vom Regen überrascht wurde wie alle anderen Starter auch.

Laufen - 11 Uhr

Mit halb gebunden Schuhen ging es auf die Laufstrecke und der Regen fand endlich sein Ende. Nach sieben Kilometern sah ich dann erstmals meine Familie und legte einen Stopp ein, um mir endlich die Schuhe richtig zu binden, da ich nun auch etwas Gefühl in den Händen hatte. So konnte ich noch kurz ein Update über die Situation geben und dann ging es weiter, die neue Laufstrecke des Ingolstadt-Triathlons war gelungen.

Der Untergrund wechselte zwischen Asphalt und Schotter und führte erstmals durch die Innenstadt. Es gab ein paar Stimmungsnester und so merkte man nicht, wie am Ende die 21 Kilometer auf der Uhr standen.

Erst im Ziel hatte ich erfahren: Von mehreren hundert Athleten erfahren, dass von etwa 230 AthletInnen auf der Mitteldistanz viele das Rennen nicht beenden konnten. Um so glücklicher war ich, es trotz ewiger Zeit in der
Wechselzone auf die Strecke und bis ins Ziel geschafft zu haben. Vielen Dank an meine Frau und meine Kinder, die mich an dem Tag unterstützt und auf der Reise begleitet haben." (pm/wk) +++


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