Das Bild entstand im Caritas-Haus Iwano-Frankiwsk und zeigt ein Mädchen von einer Flüchtlingsfamilie zwischen den abgepackten Lebensmittel- und Hygieneartikelpackungen zur Versorgung der Flüchtlinge. - Fotos: Caritas Iwano-Frankiwsk

FULDA Hilfe kommt aus Fulda

Caritas Iwano-Frankiwsk stellte Flüchtlingshilfe in den Mittelpunkt ihrer Arbeit

10.06.22 - Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar dieses Jahres wandten sich bereits mehr als 15.000 Familien hilfesuchend an die Caritas Iwano-Frankiwsk. Das sind 29.943 Menschen, davon etwa 12.000 Kinder.

Diese Familien wurden wegen der Kriegshandlungen im Osten des Landes – ausgelöst durch den Angriff Russlands – obdachlos, weil sie aufgrund von Bombenangriffen und Beschuss aus ihren Häusern und Ortschaften fliehen mussten. Viele Regionen sind durch die Kriegsereignisse vollkommen zerstört, so dass die Menschen dort auch nicht mehr in der Lage sind, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen und ihren Familien ein sicheres Leben zu ermöglichen: Verpflegung, Unterkunft, Hausrat, Bettzeug, Wäsche, Freizeitaktivitäten für Kinder – all dies gab es im Leben dieser Familien vor dem Krieg, und dieser normale Alltag ist nun auf einmal in vielen Landstrichen der Ukraine nicht mehr möglich.

Etwa 200 Personen, so berichtet die Caritas Iwano-Frankiwsk, suchen täglich das Aufnahmezentrum für Flüchtlinge der Fuldaer Partner-Caritas im Westen des Landes, rund 200 Kilometer vor der polnischen Grenze entfernt, auf. Zu den Hilfsmaßnahmen der Caritas gehört die Versorgung mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Babynahrung, Windeln für Kinder und Erwachsene. Verstärkt arbeitet auch das Personal der Caritas-Armenküche gegenüber der Kathedrale von Iwano-Frankiwsk in der Flüchtlingshilfe mit. Zurzeit werden jeden Tag mehr als 1.000 Portionen warmes Mittagessen in Einwegbehältern an Flüchtlinge und Einheimische in schwierigen Lebensumständen verteilt.

Das Bild zeigt die Schlange der wartenden und zu versorgenden Flüchtlinge am Caritas-Haus ...

Das Caritas-Kinderzentrum Iwano-Frankiwsk organisiert täglich Veranstaltungen zur Betreuung und Integration der Kinder von geflüchteten Familien. Es gibt Workshops und Trainings, bei denen die Kinder ihre negativen Emotionen und Ängste durch künstlerischen und weitere Methoden zum Ausdruck bringen und somit zum Teil womöglich verarbeiten können. Darüber hinaus gibt es interaktive Kurse und psychologische Beratungen.

Psychologische Unterstützung für Flüchtlinge gibt es sowohl in Iwano-Frankiwsk als auch in den territorialen Gemeinden im Landkreis Iwano-Frankiwsk und Kalusch, westlich von Iwano-Frankiwsk. In den Landkreisen Iwano-Frankiwsk und Kalusch existieren insgesamt elf Caritas-Hilfszentren.

Die Caritas im Bistum Fulda unterstützt die Flüchtlingshilfe ihrer Partner-Caritas in Iwano-Frankiwsk unmittelbar seit Kriegsbeginn. So wurden durch die Fuldaer Hilfskooperation mit dem Bistum, dem Malteser Hilfswerk und Kolping bereits mehrere Transporte von Hilfsgütern nach Osten geschickt. Auch Spendengelder wurden überwiesen, und demnächst soll noch ein Kleinbus für die Ukrainer angeschafft und auf die Reise nach Iwano-Frankiwsk gehen, um dort für die Caritas-Tätigkeit nötige Beförderungsdienste zu übernehmen. "All diese Fuldaer Hilfe ist möglich durch die großzügigen Spenden der Menschen hier in Osthessen für unsere Ukraine-Partnerschaft", betont Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch. "Wir sind dafür sehr dankbar und garantieren auch, dass die Spendengelder in voller Höhe dort ankommen, wo sie benötigt werden und noch mehr Gutes bewirken können. Herzlichen Dank!" 

Auch die Arbeit mit Menschen mit Behinderung, so teilte die Caritas Iwano-Frankiwsk mit, wird in diesen Tagen wiederaufgenommen. Lange Zeit war das nicht möglich, denn alle Räume im Caritas-Haus dienten als Lager für Hilfsgüter oder zur Betreuung der geflüchteten Menschen.  Nun sollen die Menschen mit Handicap nach Auskunft der Caritas Iwano-Frankiwsk aber endlich wieder einen Alltag mit verlässlichen Strukturen und Begegnung haben. "Darüber freuen wir uns sehr", unterstreicht Markus Juch. "Die Behindertenhilfe ist ja der eigentliche Gegenstand unserer Partnerschaft. Wir bauen gemeinsam in der Region Iwano-Frankiwsk Selbsthilfestrukturen auf. Dieses Projekt wird sogar von der Aktion Mensch mit gefördert. So hoffen wir, dass diese Zusammenarbeit ungeachtet des Krieges wieder gefestigt und im vollen Umfange fortgesetzt werden kann – zum Wohl der betroffenen Menschen mit Handicap und ihrer Angehörigen."  (pm) +++


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