Meister der Kreisoberliga Süd und Aufsteiger in die Gruppenliga: die TSG Lütter - Fotos: Verein

EICHENZELL Aufstieg zum 100-Jährigen

Daniel Bolz, Sportlicher Leiter der TSG Lütter: Jubiläen liegen uns

18.06.22 - Dass die Fußballer der TSG Lütter als Meister der Kreisoberliga Süd in die Gruppenliga aufsteigen - passend zum 100-jährigen Vereinsbestehen - ist nicht neu. Schon am 13. Mai hatten sie es geschafft, mit dem 5:2-Heimsieg gegen den ärgsten Rivalen, den TSV Rothemann. Was aber dahintersteckt, welche Tugenden das Team aus der Gemeinde Eichenzell auszeichnen, das hat OSTHESSEN/NEWS erkundet. Mit Hilfe von Daniel Bolz aus der Sportlichen Leitung, des Trainers Marco Lohsse sowie den Spielern Konstantin Höhl und Maximilian Müllers. 

Über Jahre hinweg sei die Mannschaft gereift, sagt Konstantin Höhl. Und das ist nicht irgendeiner. Der 28-Jährige ist Kapitän des Teams - schon seit 2013, als er 19 wurde, trägt er Verantwortung in diesem Job. Höhl ist gebürtiger Lüttner, so etwas wie das Gesicht der TSG, zur Identifikationsfigur taugt er in jedem Fall. "Wir spielen die letzten fünf, sechs Jahre oben mit. Und wir haben es gelernt, Rückschläge wegzustecken." Dazu half nicht zuletzt die mannschaftliche Geschlossenheit.

Rückschläge wegstecken. Nicht aufgeben. Zurückkommen.

Rückschläge wegstecken. Wieder aufstehen. Wie an jenem Abend im Mai. 0:2 lag die TSG auf eigenem Platz im Derby gegen Rothemann zurück. "In diesem Moment wären andere Mannschaften schachmatt gewesen", betont Max Müllers selbstbewusst. Er, der zehn Jahre beim Kontrahenten spielte - und seit fünf Jahren am Sauerbrunnen in Lütter kickt. Es war der ultimative Vergleich, der Meisterschaft und Aufstieg entscheiden sollte. Nach zehn Minuten führte der Gast plötzlich mit 2:0 - ehe sich die TSG versah. In solchen Duellen, in denen auch Nerven und Tagesform entscheiden, kommt nicht jedes Team zurück. Doch Lütter kam zurück. "Wir haben nicht aufgegeben. Daran geglaubt. Und wir wussten, dass wir den längeren Atem haben", betont der Kapitän noch Wochen danach. Lüttner Eigenschaften eben.

In diesem Moment kommt der Trainer ins Spiel. "Als ich in Lütter zugesagt habe", blickt Marco Lohsse zurück, "hat mich überzeugt, dass der Verein Ziele hat". 2020 gab er der TSG sein Ja-Wort. Dass, seitdem Corona einen Schleier über die Fußballer gelegt hatte, nur der Meister aufsteigt, das habe ihn und seine Mannschaft motiviert, ergänzt Lohsse. "Wir waren so gefestigt", schiebt der 42-Jährige nach, "dass wir auch zuvor aufgestiegen wären". Auch da befanden sich Rothemann und Lütter im Clinch, der TSV lag mit einem Punkt vorn. 

Meisterlich war Lütters Bilanz. 21-mal siegte die TSG in 22 Spielen - 15 in der normalen Runde, sieben in der Aufstiegsrunde. 57 Tore schoss das Team, das spricht für offensive Qualitäten. Vier Niederlagen gab es - zweimal gegen Bad Sodens Zweite, plus die unbedeutenden gegen Rückers (zwei Tage nach dem  Meisterschaftstriumph) und zum Abschluss in Huttengrund. "Unsere Mannschaft ist zusammengerückt und zusammengewachsen", lobt auch Lohsse. Und er bedankt sich bei Raphael Groß. Der Keeper bot starke Leistungen - und das ohne Konkurrenten. Weil das lange so war, stellte sich gar Daniel Bolz als Ersatzkeeper zur Verfügung.

Zuletzt immer vorn dabei - Lohsses Verpflichtung krönt die Erfolgsgeschichte

Stichwort Bolz. Der bezeichnet den Aufstieg - zuletzt schaffte seine TSG einen Sprung in die höhere Klasse im Jahr 2013, auch von der Kreisober- in die Gruppenliga - als "absoluten Mannschaftserfolg". Als es nach dem Aufstieg vor neun Jahren wieder bergab ging, habe sich der Verein erst einmal konsolidieren und um den Klassenerhalt kämpfen müssen. "Seit fünf, sechs Jahren versuchen wir, und zu verbessern", erklärt Bolz - und mit Marco Lohsses Verpflichtung sei das endgültig gelungen und vorangetrieben worden. Bolz und der Verein fassten es ins Auge, "zum 100-jährigen Jubiläum in 2022 wieder in die Gruppenliga zu kommen".

Und der Ausblick auf die neue Umgebung? "Es gibt viele Derbys, und wir müssen uns an die Klasse gewöhnen", blickt Lohsse voraus. "Der Ball läuft schneller. Körperlich und läuferisch müssen wir 'ne Schippe drauflegen. Wir müssen gleich zu Beginn eines Spiels hellwach sein. Gegen eine etwas bessere Qualität kommst du nicht mehr zurück", warnt der Coach. Juri Dieterle, Mario Müller, Paul Birkenbach, Dennis Dechant und Marcel Janka gehen - Johannes Ihrig aus Bronnzell und der Ex-Künzeller Andreas Becker, der zuletzt pausiert hatte, kommen. Auf der Zugangsseite muss die TSG noch etwas tun, um einen konkurrenzfähigen Kader zu bekommen.

Als wolle Bolz, der in der Sportlichen Leitung tatkräftig von Christoph Wahl und Christian Dittmer unterstützt wird - allesamt namhafte Ex-Fußballer des Vereins -, den Faden noch einmal zurück, ergänzt er: "Die Gruppenliga war jahrelang unsere Heimat. Und da wollen wir wieder hin. Es ist die Heimat, in der sich alle Lüttner sehen." Und eine geschichtsträchtige Anmerkung hat er abschließend noch parat. "Zum 90-jährigen Bestehen sind wir aufgestiegen. Damals unter unserem Trainer Dirk Odenwald über die Relegation. Und zum 100-Jährigen haben wir es wieder geschafft. Jubiläen liegen uns." (wk)

OSTHESSEN/NEWS stellt die Meister der drei Fußball-Kreisoberligen der Region vor. Was hinter ihrem Erfolg steckt, was auch den Verein ausmacht. Nach dem SV Hofbieber ist jetzt die TSG Lütter an der Reihe. Beiträge über den FSV Hohe Luft folgen in der nächsten Woche. Lesen Sie in der nächsten Folge jedoch Hintergründiges über die TSG Lütter. +++


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