Auch in Hessen ist eine negative Wende im Wohnungsbau erkennbar. - Symbolbild: Pixabay

REGION Bauindustrie Hessen

"Negativer Trend für Wohnungsbau absehbar!"

19.06.22 - Das Ziel der Bundesregierung, 400.000 Wohnungen bundesweit in 2022 zu errichten, rückt in immer weitere Ferne. Zwar war die Zahl der Baugenehmigungen bundesweit seit Jahren gestiegen, 2021 zuletzt auf mehr als 380.000 Wohnungen. Fertiggestellt wurden 2021 aber weniger als 300.000 Wohnungen. Erstmals seit Jahren war das ein Rückgang.

"Auch in Hessen ist eine negative Wende im Wohnungsbau erkennbar. Die Lücke zwischen neu geschaffenem Wohnraum und tatsächlichem Bedarf wird eher größer als kleiner", kommentiert Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen, den Trend. 2021 wurde zwar (lt. Statistischem Landesamt) mit Baugenehmigungen für 24.659 Wohnungen ein Höchststand erreicht, auch die Genehmigungen für den Bau von 7.761 Wohngebäuden lagen auf dem sehr hohen Niveau der jüngsten Jahre. Aber fertiggestellt wurden 2021 22.952 Wohnungen. Im Februar 2022 ist der Negativtrend bereits ablesbar. Es wurden Baugenehmigungen für 490 Wohngebäude (Februar 2021: 602) und für 1.290 Wohnungen (Februar 2021: 1.830) erteilt.

"Diese Entwicklung wird sich verstärken. Neue Projekte werden häufig zurückgestellt. Dafür gibt es viele Gründe, die zusammen sehr ungute Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau ergeben. Die Kostensteigerungen sind für viele Bauherren mittlerweile unkalkulierbar, und zwar nicht mehr nur in den Ballungsräumen, sondern auch in wirtschaftsstarken ländlichen Gebieten. Nicht nur das Bauen selbst wird deutlich teurer werden, weil Baumaterial, gerade der für den Wohnungsbau wichtige Stahl, viel mehr kostet und weil Lieferketten unterbrochen sind. Auch die Finanzierung wird immer schwieriger: Die Zinsen für Hypotheken liegen bei etwa 2,5 Prozent und sind damit so hoch wie zuletzt 2013, die Inflation lag im März 2022 bei fast acht Prozent. Burkhard Siebert fordert: "Es bedarf entschlackter Bebauungspläne sowie schnellerer Genehmigungsprozesse. Auch die Entscheidung, Sand und Kies aus Bannwäldern auszuschließen, sollte überdacht werden, um das Rohstoffproblem zu entschärfen." (pm) +++


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