Das "Gestrandete Schiff" - Fotos: Christopher Göbel

BAD HERSFELD Aus dem Kulturausschuss

Versetzung des "Gestrandeten Schiffes" wird erneut vertagt

01.07.22 - Sieben Tagesordnungspunkte standen auf dem Plan des Ausschusses für Bildung und Kultur, der sich am Mittwoch in der Kathuser Solztalhalle getroffen hatte. Allerdings fielen zwei Punkte gleich aufgrund von Krankheit weg, so dass die Sitzung nach rund 45 Minuten vom Ausschussvorsitzenden Dr. Thomas Handke beendet wurde.

Dr. Tanja Roth, die das Louis-Demme-Stadtarchiv betreut, gab einen Überblick auf die Tätigkeiten und Aktivitäten des zweiten Halbjahres 2021. Wegen Corona hätten ihr zwei ehrenamtliche Mitarbeitende zur Seite gestanden, die sich ebenfalls mit den Hauptaufgaben eines Stadtarchivs beschäftigt hätten: Bestände verpacken und Dokumente für die Zukunft zu sichern.

Das Bad Hersfelder Stadtarchiv nimmt seit 2018 am hessischen Archivprogamm "Arcinsys" teil. "Bisher haben wir dort 6.272 Verzeichniseinheiten gelistet", so Roth. Im Coronajahr 2021 seien etwas weniger Neuzugänge dort zu verzeichnen gewesen, "aber immer noch alles im Rahmen." Das Archiv habe im genannten Zeitraum 158 Anfragen bearbeitet, was zu 2.158 Euro Einnahmen durch Gebühren geführt habe. Auf Nachfrage des stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Gerhard Finke antwortete Roth, dass wenige wissenschaftliche Anfragen ans Archiv gestellt worden seien. "Etwa 50 Prozent beziehen sich auf das Personenstandsregister wie beispielsweise für Sterbeurkunden, die andere Hälfte sind allgemeine Anfragen wie beispielsweise zur Ahnenforschung", so Roth. Je nach Anfrage unterschieden sich Aufwand und Recherchearbeit. Neu war für die Ausschussmitglieder, dass Roth die Stadt Bad Hersfeld zum 30. September verlassen wird, um eine Stelle im Kasseler Stadtarchiv anzutreten. "Die Stelle wird demnächst ausgeschrieben", sagte Bürgermeister Thomas Fehling auf Nachfrage Handkes.

Wie geht der Bau des neuen Stadtarchivs voran?

In diesem Zusammenhang stellte der Ausschussvorsitzende dem Bürgermeister die Frage, wie es mit dem Bau eines neuen Stadtarchivs vorangehe. "Das ist ein sehr zähes Unterfangen", so Fehling. Er warte seit Anfang April auf eine beschlussfähige Aufbereitung der Zahlen. Der Magistrat habe bereits eine fehlerhafte Beschlussvorlage zurückgewiesen. Fördergelder - wie beispielsweise aus Hessentagszuschüssen und Städtebau-Fördermitteln - seien nicht in Gefahr. "Das ist eine unschöne und unbefriedigende Situation", so Fehling.

Dem Kommunalen Archivverbund, dem seit 2019 bisher 15 Gemeinden aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg angehören, möchten die Gemeinden Cornberg und Niederaula beitreten. "Ziel und Aufgabe des Verbundes ist ein geschlossenes Vorgehen und die Archivtätigkeit aufrechtzuerhalten, da sich nicht jede Gemeinde einen Archivar leisten kann", sagte Dr. Tanja Roth. Der Landkreis stelle das Personal und die Gemeinden könnten Dienstleistungen "einkaufen". Der Beschluss zum Beitritt der beiden Gemeinden wurde einstimmig im Ausschuss angenommen.

Das "Gestrandete Schiff"

Derzeit wird eine Verlegung des Kunstwerks diskutiert...

... um mehr Platz für die dort ansässige Außengastronomie zu haben

Das Thema "Versetzung des ,Gestrandeten Schiffes' am Marktplatz" stand erneut auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bildung und Kultur. Das Kunstwerk, das seit beinahe 50 Jahren am selben Platz vor dem Durchgang zum Kirchplatz steht, soll auf Wunsch der dort ansässigen Gastronomen versetzt werden. Fehling sagte, dass auch städtische MitarbeiterInnen "um das Kunstwerk herum arbeiten" müssten und es nicht zuletzt bei Schnee und Eis eine Gefahr darstellen könne. Laut Fehling habe sich der Künstler mit einer Versetzung einverstanden erklärt, "wenn ein angemessener Platz gefunden wird". Abgebaut sei das Werk "innerhalb weniger Stunden", so der Bürgermeister.

Der Stadtverordnete Rolf Malachowski wies darauf hin, dass etwa 20.000 Euro nötig seien, um das "Schiff" zu versetzen. "Wer das Kunstwerk versetzen will, soll sich auch an den Kosten beteiligen", sagte Malachowski. Andreas Rey fügte an, dass man zunächst mit den Betroffenen sprechen solle, ob sie sich an den Kosten beteiligen würden. Andrea Zietz stellte klar, dass sie gegen eine Verlegung sei, "weil zwei Gastronomen zwei Tische mehr aufstellen wollen". Dem stimmte Barbara Eckart zu. "Das ist ein Kunstwerk. Das kriegen wir so nie wieder aufgebaut", meinte Silvia Schönemann.

Handke erwähnte, dass es bereits Pläne gebe, den gesamten Bereich umzugestalten und einen "innerstädtischen Ruhebereich" zu schaffen. Diese Pläne wolle der Ausschuss nun abwarten und sich zu gegebener Zeit anschauen. Bis dahin wurde eine Entscheidung über das Kunstwerk per einstimmigem Beschluss erneut vertagt.

Abschließend erwähnte Handke noch die Hinweisschilder an der ehemaligen Stadtkasse in der Fußgängerzone, die seiner Meinung nach sehr unschön "schief und mit einer ganzen Rolle Klebeband" angebracht seien. "Kleine Aufreger" seien auch verschmutzte Hinweisschilder im Stiftsbezirk, die keinen guten Eindruck auf Touristen machten. Fehling dankte für die Hinweise und verwies auf den "Mängelmelder" in der Bad-Hersfeld-App, bei dem jeder Auffälliges melden könne. Das funktioniere sehr gut. (Christopher Göbel) +++


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