Jessica Stoll, die Klimaschutzmanagerin des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, und Jörg Peters, der Tourismusbeauftragte - Fotos: Privat

KREIS HEF-ROF Klimaschutz tut Not

Jeder kann in die Zukunft der Menschheit investieren

04.07.22 - Klimaschutz ist eines der akutesten Probleme unserer Gesellschaft. Der Klimawandel ist kaum noch aufzuhalten. Außer, dass gesetzte Klimaziele weltweit, bundesweit und kreisweit gesetzt und umgesetzt werden. OSTHESSEN|NEWS sprach mit Jessica Stoll, der Klimaschutzmanagerin des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, darüber, was in der Region für den Klimaschutz bereits getan wird und noch getan werden kann.

"Bei unserer Klimakonferenz am Montag waren etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei", so Stoll. Die Interessenten seien zum größten Teil Privatpersonen gewesen, gefolgt von Vertretern der Kreis-Kommunen und hiesigen Unternehmen. Die Referenten kamen zum größten Teil aus dem Landkreis und informierten die interessierte Zuhörerschaft über mögliche Maßnahmen zum Klimaschutz in den eigenen vier Wänden, der Firma oder dem Wohnort.

Jessica Stoll, Klimaschutzmanagerin

Als Klimaschutzmanagerin des Landkreises hat Jessica Stoll zunächst mit dem Büro Infrastruktur & Umwelt ein Klimaschutzkonzept erstellt. Ihre nächste Aufgabe wird es sein, die im Konzept enthaltenen Maßnahmen im Landkreis umzusetzen. Seit Juni dieses Jahres sind alle hessischen Landkreise Teil der "Klimakommunen" (ein Bündnis des hessischen Umweltministeriums), der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist bereits seit Juli 2020 dabei. "Wir haben bisher zwei unserer geplanten Maßnahmen umgesetzt", sagt Stoll. Die erste sei das Stadtradeln gewesen (O|N berichtete), das mithilfe des Tourismusbeauftragten Jörg Peters kreisweit umgesetzt worden war. Durch das Stadtradeln wurden laut Stoll 23 Tonnen CO₂ vermieden. Am Ende der zweiten in Angriff genommen Maßnahme stand die erfolgreiche Klimaschutzkonferenz.

Neue Projekte stehen an

Nun geht es an die nächsten Projekte, die Stoll zunächst alleine stemmen muss. Es sei allerdings geplant, eine zurzeit unbesetzte zweite Halbtagsstelle im Bereich Klimaschutz beim Landkreis wieder zu besetzen. Auf dem Programm steht eine Öffentlichkeitskampagne im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg ab August 2022. "Wir schauen uns klimafreundliche Projekte und Initiativen im Kreis an und wollen fünf Leuchtturm-Projekte prämieren", so Stoll. "Das nächste wird ein Energiemanagementsystem sein, das wir für die kreiseigenen Liegenschaften aufbauen wollen." Dabei geht es beispielsweise um energetische Sanierungen an Gebäuden, wo sie nötig sind. 

Der Landkreis geht dabei mit gutem Beispiel voran, denn der neue Anbau des Landratsamtes wurde im vergangenen Jahr für nachhaltige Regenwasser-Bewirtschaftung vom Land Hessen mit einem mit 10.000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet. "Das Regenwasser wird aufgefangen und weiter genutzt", sagt Kreis-Pressesprecherin Jasmin Krenz. Der zuständige Architekt werde das System bei einem Tag der offenen Tür im Landratsamt am 24. September vorstellen und erläutern.

Fördermittel für energetische Sanierung

"Das Interesse der Menschen am Klimaschutz ist da", so Stoll. Ein Viertel des Energieverbrauchs in Deutschland werde durch den Gebäudesektor verursacht. "Es gibt viele Beratungsstellen, bei denen sich die Bürgerinnen und Bürger informieren können. Dazu gehört auch die Fördermittel-Beratung der Landesenergieagentur", sagt Stoll. Es könnte zwar 20 bis 30 Jahre dauern, bis sich die Investition in Gebäudesanierung amortisiert habe, aber es sei eine Investition in die Zukunft unserer Nachkommen. Trotz der bisher bestehenden Beratungsangebote sieht Stoll einen Mangel an Energieberatern sowie Handwerkern, die die Maßnahmen umsetzen können in Deutschland. Es gebe aber dennoch Beratungen, bei denen beispielsweise anhand von Beispielrechnungen festgestellt werden könne, wo sich bestimmte Sanierungsmaßnahmen (Heizungsanlagen, Dämmungen, Installation einer Solaranlage) lohnen würde. "Die Menschen finden Unterstützung und es gibt viele Förderprogramme", so die Klimaschutzmanagerin.

Der Landkreis bietet Workshops an, wie jeder und jede den Klimaschutz im Landkreis mitgestalten können. "Und jeder kann sich bei Fragen gerne an den Landkreis wenden." Dort werden übrigens demnächst Ladesäulen für E-Autos installiert. Der Kreis selbst möchte zukünftig vermehrt auf das Leasing von E-Autos für den eigenen Fuhrpark setzen und auch E-Bike-Leasing für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anbieten. "Die Menschen wissen, dass etwas getan werden muss. Und bei uns finden sie Unterstützung", versichert Jessica Stoll. (Christopher Göbel) +++


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