Der Ehrgeiz war groß: ein Symbolbild des 10. Fulda Cup - Alle Fotos: Jonas Wenzel/yowegraphy

FULDA 10. Fulda Cup im Inklusionssport

Wenn junge Menschen mit und ohne Handicap miteinander spielen

03.07.22 - Es war eine spezielle Begegnung. Nicht alltäglich - auch wenn sie das sein sollte in Deutschand. Bunt war das Treiben sprichwörtlich, als sich am Samstagvormittag auf dem Sportgelände des Traditionsvereins FT Fulda 13 Fußball-Teams verschiedener Regelschulen in zwei Altersklassen trafen, um den Sieg des 10. Fulda Cups auszuspielen. Das Besondere: Es ging um Inklusionssport. Aus diesem Grund tummelten sich in jedem Team junge Kicker "normalen" Hintergrunds und solche mit Behinderung, oder besser gesagt: Handcap.

Entspannt war die Atmosphäre, locker das Treiben, fair der Umgang miteinander -  ehrgeizig aber die jungen Fußballer. So würde man sich so manchen Wettkampf wünschen. Stellvertretend die Meinung zweier Kicker im Lager: der eine ohne, der andere mit Handicap. Ohne Handcap, das ist Johannes Schlender aus Eichenzell. Der 15-Jährige, der für den SV Flieden aktiv ist und Schüler der 9b der Freiherr-vom Stein-Schule, die später Turniersieger wurde, meinte: "Eine tolle Möglichkeit ist das heute, Fußball zu vermitteln. Egal, wer man ist. Ob man behindert ist oder nicht behindert: Es ist schön, zusammenzuspielen. Es macht einfach Spaß." 

Glücksgefühle bei Niko Görlich: "Das war ein richtig geiles Tor"

Unterdessen machten sich Augenblicke später bei einem jungen Kicker mit Handicap Glücksgefühle breit. Setzten sich Emotionen frei und bahnten sich ihren Weg. Aufschrei und Jubel waren groß bei Niko Görlich, als der sein Team der Konrad-Adenauer-Schule fast in letzter Sekunde zum 1:0-Sieg gegen die Vertretung der Geschwister-Scholl-Schule schoss. Der Gegner hatte zigmal die Latte getroffen, doch Görlich entschied die Partie. Der 28-Jährige, der am Aschenberg in Horas wohnt, wusste nicht wohin mit seiner Freude: "Das war ein richtig geiles Tor." 

Im antonius-Heim war er in der Küche beschäftigt, derzeit absolviert er ein Praktikum im Domgymnasium, zuvor weilte er fünf Wochen an der Bardoschule. "Ich spiele richtig gern hier", meinte er, "es macht richtig Spaß. Man lernt neue Personen kennen. Ich blühe immer auf, wenn ich hier spiele." So koexistiert Inklusion. So funktioniert Neben- und Miteinander.

Freiherr-vom-Stein-Schule und das Marianum gewinnen - tolle Preise

Sieger gab es natürlich auch. Im älteren Jahrgang, in dem vier Teams teilnahmen, gewann die Freiherr-vom-Stein-Schule nach einem 2:1-Endspielsieg gegen die Fußballfreunde Burghaun/Hünfeld. Die Rabanus-Maurus-Schule wurde dritter, die Heinrich-von-Bibra-Schule vierter Sieger. Während sich der Zweitplatzierte über den Besuch eines Heimspiels der Fulda Saints freuen darf, kommt der Erste in den Genuss eines Heimspiels der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.

In der jüngeren Altersklasse setzte sich im internen Vergleich die Vertretung des Marianums 2 gegen das  Marianum 1 durch - mit 6:5 nach Siebenmeter-Schießen. Diese Teams gewannen die adäquaten Preise wie die Finalteilnehmer des älteren Jahrgangs. 

Ein Ball mit Unterschriften der Spieler von Eintracht Frankfurt - Tickets inklusive

Zentraler Bestandteil des Wettbewerbs: eine Fair-Play-Wertung. Die entsteht, indem Schiedsrichter-Beobachter bei jedem Spiel Punkte für folgende Kriterien vergeben: Spiel nach Regeln, sportliches Verhalten, respektvoller Umgang, Akzeptieren von Schiedsrichter-Entscheidungen und Zusammenspiel. Und hier lockte einiges. Den Fair-Play-Preis des jüngeren Jahrgangs das "Marianum 1" - der Lohn: ein Ball mit den Unterschriften des Bundesligisten und Europa-League-Siegers Eintracht Frankfurt mit den Unterschriften aller Spieler sowie Eintrittskarten für ein Heimspiel der Eintracht. Beim älteren Jahrgang gewann die Rabanus-Maurus-Schule - die Schüler kamen in den Genuss desselben Preises; auch in seinem Umfang. Zu guter Letzt durfte sich auch Henri Vey über einen Ball des Champions-League-Teilnehmers freuen. 

Der veranstaltende Inklusionssport Fulda e.V. war froh, "das Turnier nach zweijähriger Corona-Pause endlich wieder durchführen und das Jubiläumsturnier nachfeiern zu können, betonte Daniel Plappert vom Vorstandsteam in seiner Anmoderation. Dr. Ulf Brüdigam, Schulleiter der Freiherr-vom-Stein-Schule, fügte hinzu, dass seine Schule ja im Hintergrund liege und die Jungs jetzt auf dem Platz spielten, auf dem seine Schüler ansonsten Schulsport betreiben. "Inklusion ist immer eine gute Idee", sagte er, in den letzten Jahren sie manchen klar geworden, was gefehlt habe. "Der Fulda Cup ist ein Stück weit Kontakt zwischen den Schulen, und Sport ist ein Inklusions-Motor."

Nachdem sich auch Christian Bayer, Geschäftsführer des antonius-Heims, an die Eltern und Jungs gerichtet hatte, sagte Dr. Albert Post von der Stadt Fulda: "Die Veranstaltung besitzt ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Wir werden den Fulda Cup auch weiterhin unterstützen." Einer durfte gewiss nicht fehlen: Dr. Wolfram Geiger. Der Burghauner Zahnarzt stellte die von ihm ins Leben gerufene Initiative "Get a kick" vor. Er warb im Rahmen der Begrüßung um eines: "Wir würden gerne einmal gegen eine Mannschaft von euch spielen." Dr. Geiger gründete vor zwölf Jahren auch das Projekt Fußball-Freunde. Und er machte sich um den Gedanken eines Spielfestes verdient. Auch in Fulda. Das war die Geburtsstunde des Fulda Cup. Dass der auch vom Sportkreis Fulda-Hünfeld, für den der 2. Vorsitzende hagen Triesch vor Ort war, unterstützt wird, sollte nicht unerwähnt bleiben.  Auch nicht die musikalische Umrahmung durch die Band der Freiherr-vom-Stein-Schule. (wk) +++


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