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Borussias Fußballer wollen wieder jubeln - so wie beim Saisonauftakt am Sonntag in Niederaula. - Foto: Iris Rohrbach

Das Präsidium von Borussia Fulda am gestrigen Montagabend. Von links: Jürgen Kress, Walter K. Goth, Heinz Straeter, Jörg Dietz, Horst Burschel, Roland Hohmann - Fotos: Hendrik Urbin
28.07.09 - FULDA
Borussias Zukunft: "Klassenerhalt in 3 Ligen" - Straeter: "Mehr Engagement"
Vertrauen, Geld und Engagement - so lauten momentan die wichtigsten Themen bei Borussia Fulda. Das Präsidium des angeschlagenen Traditionsvereins zog in der Mitgliederversammlung am Montag Abend eine Bilanz der ersten acht Monate seiner Amtszeit. Präsident Heinz Straeter machte dabei deutlich, dass die neue Spitze viel "Vergangenheitsbewältigung" betrieben habe. "Jetzt wollen wir wirklich den Blick nach vorne richten", erklärte Straeter die Zielrichtung. Der Präsident zeigte sich enttäuscht darüber, dass so viele Spieler den Verein verlassen haben. Der Traditionsverein hatte Anfang Juni Insolvenz beantragt (ON berichtete: http://osthessennews.de/beitrag_A.php?id=1167228 ). Für den Weggang habe es sicher unterschiedliche Gründe gegeben, räumte Straeter ein, kritisierte aber zugleich die Einstellung der Betroffenen: "Keiner dieser Spieler sagt: Wir sind abgestiegen - jetzt ziehen wir die Karre wieder aus dem Dreck!" Aus Zusagen seien Absagen geworden. "Woran liegt das?", fragte der Präsident. "Geld? Sportlicher Erfolg? Vertrauen?"
Auch an die knapp 30 - von 400 - erschienen Vereinsmitglieder richtete Heinz Straeter klare Worte: "Helfer brauchen wir", machte er deutlich. Es reiche nicht aus, Verbesserungsvorschläge zu machen - die Ideen müssten auch umgesetzt werden. Straeter schlug vor, für bestimmte Bereiche Arbeitsgruppen einzusetzen, zum Beispiel für den Förderverein, dessen Gründung ein Mitglied beantragt hatte.
Einen Einblick in die finanzielle Situation des Fußballclubs gab anschließend Walter K. Goth, stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums. "Der Insolvenz-Antrag bewirkt nicht zwangsläufig das Ende unserer Borussia", betonte Goth. Präsidium und Aufsichtsrat arbeiteten weiter daran, Sponsoren zu finden. Ziel sei es, die Insolvenz abzuwenden. Weitere Details zum Insolvenz-Verfahren gab Goth nicht. Auch zu der offenen Forderung, die der vorläufige Insolvenzverwalter Raimund Schraad vor einigen Wochen in den Kassenbüchern der Borussen entdeckt hatte (ON berichtete: http://osthessennews.de/beitrag_A.php?id=1168280 ), gab es in der Sitzung nichts Neues. Der Gesamt-Etat für die neue Saison beläuft sich nach Goths Angaben auf 130.000 Euro. 55 Prozent davon entfallen auf den Spielbetrieb der Senioren, 25 Prozent auf den der Junioren, die restlichen 20 Prozent auf sonstige Kosten wie (Energie, Versicherungen und Ähnliches).
Zum neuen stellvertretenden Präsidiums-Vorsitzenden wurde Jörg Dietz (39) gewählt, der bisher als Schriftführer tätig war. Jürgen Kress gab schließlich einen Ausblick auf die aktuelle Saison aus sportlicher Sicht. "Dreimal Klassenerhalt" laute die Devise (für die Seniorenmannschaften in der Verbandsliga und Gruppenliga sowie die A-Junioren in der Hessenliga). "Wir müssen von Spiel zu Spiel denken und fleißig Punkte sammeln", erklärte Kress. Der Jugendarbeit komme eine besondere Bedeutung zu.
Die Lage ist schwierig, doch es lohnt sich zu kämpfen - diese Überzeugung machten die Mitglieder des Präsidiums deutlich. Und in der Tat blickt die Borussia nach vorne: Im Jahr 2014 will der Verein die Stadtmeisterschaft austragen. (th) +++

"Machen, tun, umsetzen": Borussen-Präsident Heinz Straeter forderte die Mitglieder zu mehr Engagment auf.

Kaum Interesse der Mitglieder...

Walter K. Goth

Jörg Dietz wurde einstimmig zum stellvertretenden Präsidiums-Vorsitzenden gewählt.

Die Spieler der Senioren-Mannschaft kamen im Lauf der Versammlung dazu.

Nach dem Training zum "Pflichttermin": Borussias Fußballer...