Die Gründungsmannschaft "Gehfußball" beim TSV Kirchheim - Foto: Verein

KIRCHHEIM Gehfußball - eine neue Sportart

Auch der TSV Kirchheim ist dabei - von wegen belächeln, Respekt ist angesagt

21.07.22 - "Man muss, wie es der Volksmund sagt, die Bälle flach halten", bemerkte Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch zur Begrüßung - und sprach damit eine der schmalen Regeln an. "Eine Sportart, die bis ins hohe Alter betrieben werden kann", fügte Rainer Schmidt, Hersfeld-Rotenburgs Kreisfußballwart hinzu. Beide meinen den Gehfußball, der im Begriff ist, sich Respekt zu verschaffen. 22 Vereine gibt es mittlerweile in Hessen - auch Eintracht Frankfurt ist darunter. Und der TSV Kirchheim, der den Gehfußball jüngst auf seinem schmucken Sportgelände vorstellte - und nach dem ESV Hönebach der zweite Verein im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist, der diese Sportart mit in sein Programm aufgenommen hat.

Was ist Gehfußball? Was sich dahinter verbirgt, ist schnell erzählt. "Fußball im Gehen ist eine echte Alternative für Menschen, die gerne Fußball spielen und sich mit Ball bewegen wollen. Denen der reguläre Fußball aber mit zu viel Schnelligkeit, Körpereinsatz und zu hoher Belastungsintensität verbunden ist. Fußball ist dafür eine gute Variante. Da die Sportart bewusst für ältere SpielerInnen entwickelt wurde, zielen die meisten Regelanpassungen darauf ab, Verletzungen und körperliche Überbelastungen zu vermeiden", heißt es in einer offiziellen Verlautbarung des Hessischen Fußballverbandes. 

Ein Auszug aus dem überschaubaren Regel-Programm folgt. "Gespielt wird in zwei Mannschaften grundsätzlich mit je sechs Spielern. Die Spieler sollen mindestens 55 Jahre alt sein - nach oben ohne Begrenzung. Das Spielfeld hat die Maße von 20x40Metern. Die Tore sollen ein Meter hoch und drei Meter breit sein. Es können aber auch (zwei bis vier) Minitore verwendet werden.

Initiator Karl-Heinz Honstein - Unterstützung durch Herbert Kunz

Die Idee - und wie sie Fahrt aufnahm: Zurück zum Initiatoren TSV Kirchheim. Genauer gesagt zu Karl-Heinz Honstein. Der ist mittlerweile 68 - und jeder, der Fußball im Aulatal und speziell in Kirchheim kennt, kennt auch ihn, Vater der Aulataler Gruppenliga-Kicker Andre und Pascal.  Ende November vergangenen Jahres weilte er in Grünberg, um seine Lizenz verlängern zu lassen. Im Programm enthalten: ein Gesundheitstag. Der stieß verschiedene Dinge an - auch den Gehfußball. "Ich bin Vorstand im Ältestenrat unseres Vereins und habe das als Tagesordnungspunkt angesprochen", sagt Honstein, der durchaus angetan ist von der Fußball-Variante. 

In Kirchheims Schulturnhalle bekam er eine Hallenzeit, "wir haben zunächst Vier gegen vier gespielt", ergänzt Honstein, der von Herbert Kunz tüchtig unterstützt wird. Der 14. Mai gilt als Gründungsdatum der Gehfußball-Mannschaft des TSV Kirchheim. Mit - auf dem obigen Bild zu sehen: Hans--Heinrich Peters, Hermann Manns, Walter Reinprecht, Peter Schröter, Frank Diener, Herbert Kunz, Karl-Heinz Winter, Manfred Kehl (mit 74 der Älteste), Karl-Heinz Honstein, Armin Diebel.

Der Tag der Präsentation: Zurück zum Kirchheimer Sportplatz. Die Beteiligung war gut, hätte aber besser sein können. "Ich war froh", sagt Honstein, "dass einige von unseren Alten Herren ausgeholfen haben". Er meinte Horst Schmerer, Bernd Wacker und Hans-Heinrich Will. Einige konnten verletzungsbedingt nicht, wie Peter Schröter oder Karl-Heinz Winter, die gute Seele des TSV, der aber vor Ort war. Ebenso wie der 81-jährige Horst "Kuddel" Schaub, einst Bundesliga-Spieler bei Werder Bremen. Eingeladen war auch ein anderer Ex-Profi, der in Kirchheim wohnt: Wayne Thomas, einst DFB-Pokalsieger mit Bayer Uerdingen. 

"Das muss wachsen" - Ziel: ein Turnier am 24. August

Ziel und Zukunft: Gehfußball beim TSV Kirchheim - errichtet, aber noch passt es nicht so ganz. "Das muss wachsen", ist auch Honstein bewusst. Ein ehrgeiziges Ziel verfolgt er trotzdem: In der Sportschule Grünberg findet am 24. August ein Turnier im Gehfußball statt. Und der TSV Kirchheim will dabei sein. "Es ist wichtig, dass wir da hinfahren. Mit einem Bus. Ich werde alles versuchen, damit wir 15 Mann zusammenkriegen." 

Das hofft auch Heinrich Schenk, 1. Vorsitzender des TSV Kirchheim. Unterdessen brachten Werner Abraham die Idee des Gehfußballs von Seiten des Hessischen Fußballverbandes näher. Er gilt als "Mister Gehfußball" von Verbandsseite aus, war eigens aus dem Kreis Groß-Gerau angereist - und hatte in Reiner Held eine zweite unterstützende Kraft neben sich. Anwesend auch Wilfried Jacobi, Ansprechpartner auf Hersfeld-Rotenburger Kreisebene. Er freute sich, einen zweiten Verein mit im Boot zu haben, nachdem der ESV Hönebach kürzlich den Anfang gemacht hatte. Der ehemalige ESV-Torjäger Reiner Noll oder der Friedewälder Lutz Seibel machten da mit - Heinrich Döll aus Wölfershausen war dort als 81-Jähriger der älteste Teilnehmer.

Unterdessen hoffen Honstein und Kunz. Hofft der TSV Kirchheim. Das Projekt Gehfußball ist erst einmal angestoßen. Und: nicht belächeln. Respekt ist angesagt. (wk) +++


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