Wenn man derzeit in der Verbandsliga Hessen-Nord gegen ein Team verlieren darf, dann wohl gegen die finanzkräftige Mannschaft aus Süsterfeld. Aber die Art und Weise, wie die Fuldaer Elf von Judmir Meta gestern Abend auftrat, war sehr enttäuschent. Wenig Laufbereitschaft, kein Kampf und kein Wille trugen zum Unmut der Fans bei. Je höher die Gäste führten, desto lauter wurden die hämischen Schlachtrufe aus dem rot-schwarzen Fan-Block des SC Borussia Fulda. „Hier regiert der SCB“ konnte selbst der eingefleischteste Borusse nicht ernst gemeint haben. Süsterfeld war in allen Belangen überlegen. Mit einfachsten Pässen wurde die Borussen-Abwehr ausgehebelt. In der der 15. Minute bediente Hutwelker seinen Mannschaftskameraden Jedediah Hohlbein, der Torwart Hohmann umkurvte und zum 0:2 einschob.
„Wir haben heute sehr konzentriert angefangen und sofort 100 Prozent gegeben. Dann nahm das Spiel einen etwas kuriosen Verlauf.“ resumierte Karsten Hutwelker (Foto). Von diesem Ex-Bundesligaspieler angeführt, gewann der VfB Süstefeld deutlich mit 0:9 (0:4). Dabei zeigte die Borussia kaum Gegenwehr und gab sich nach dem frühen Rückstand bereits auf (0:1 nach vier Minuten durch Daniel Möller). Mit zunehmenden Spielverlauf führte der Meisterschaftsfavorit aus dem Kasseler Stadtteil die Hausherren regelrecht vor. Einzig Torhüter Dennis Hohmann, der zuletzt in arge Kritik geraten war, stemmte sich mit einige tollen Paraden gegen den „Riesen“ aus der Verbandsliga.
Munteres "Schützenfest" in der Johannisau
Während die Borussen-Spieler als Slalom-Stangen fungierten, nahm der VfB die zahlreichen Einladungen zum Tore schießen gerne an und zeigte ansehnlichen Kombinationsfussball. Die Süsterfelder waren nicht nur auf Zaubern aus. Kapitän Jens Wörner (siehe Bild) sorgte für ordentlich Wirbel im Mitteldelf. Die Mannschaft von Osman Duygu zeigte sich gnadenlos im Torabschluss und nahm zu keinem Zeitpunkt das Tempo aus dem Spiel. Nachdem Latifahras auf 0:3 erhöhte (28.), bestrafte Hutwelker einen Abwehrschnitzer mit dem dem 0:4. Doch der Torhunger war noch lange nicht gestillt. In der 50. Minute erhöhte der 37-jährige Mittelfeldspieler auf 0:5. Nur fünf Minuten darauf traf Hohlbein zum 0:6, ehe Andreas Mayer den Spielstand auf 0:7 erhöhte (66.). In der 77. Minute schraubte Daniel Möller das Ergebnis hoch auf 0:8. Für den 0:9-Endstand sorgte Hutwelker per Kopf.
Hohmann nutzte Gunst der Stunde
Wenn man aus Fuldaer Sicht etwas Positives aus dem Spiel gewinnen will, dann die Leistungsexplosion von Dennis Hohmann. Mit einem gehaltenen Elfmeter und zahlreichen tollen Paraden hielt er das Ergebnis im einstelligen Bereich. Auch bei hohen Bällen hielt Hohmann heute souverän. Damit dürfte er sich im Rennen um die Nummer 1 im Tor des SCB wieder Luft verschafft haben. Während für Borussia Fulda diese Saison nur der Klassenerhalt zählt, nimmt der VfB Kassel-Süsterfeld höhere Ziele ins Visier.“Der Manager hat ja bereits die Richtung vorgegeben. Wir wollen den Aufstieg“, verriet Hutwelker. (Sascha Poldrack)
Borussia Fulda: Hohmann, Bloß, Jäpel, Hilfenhaus (46., Lehmann), Lind, Müller, Duga, Hasic, Hyseni, Apparicio, Enders
VfB KS-Süsterfeld: Schreiber; Möller, Hohlbein (79., Minne), Oez, Cihan, Hutwelker, Mayer, Schmidt, Latifiahvas (59., Cesar), Wörner (66., Susilovic), Buongiorno
Zuschauer 350
Schiedsrichter: Boris Reisert
Tore: 0:1 Möller (4.), 0:2 Hohlbein (15.). 0:3 Latifahras (28.), Hutwelker (40.), 0:5 Hutwelker (50.), 0:6 Hohlbein (55.), 0:7 Mayer (66.), 0:8 Möller (77.), 0:9 Hutwelker (85.) +++