Was geschah genau am vergangenen Sonntag am Pfordter See in Schlitz? Das will die Polizei nun herausfinden. - Archivfoto: O|N

SCHLITZ Es steht Aussage gegen Aussage

Ausflug am Pfordter See endet mit Polizeieinsatz: Zeugen sollen Klarheit bringen

29.07.22 - Was genau ist am vergangenen Sonntag am Pfordter See in Schlitz (Vogelsbergkreis) passiert? Ein Mann wollte, gemeinsam mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern, einen schönen Tag am See verbringen. Doch der Tag endete mit einem Gerangel, Körperverletzungen und einem Polizeieinsatz. Und zwei unterschiedlichen Aussagen über den Tatvorgang.

Doch erst einmal von vorne: "Wir sind am Sonntagmorgen zum Pfordter See gefahren, haben unser Stand-Up-Paddling-Board aufgebaut und unsere zwei Kinder, 6 und 2 1/2 Jahre, fertig fürs Wasser gemacht", beginnt der Familienvater im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS zu erzählen. Die Freude war allerdings von kurzer Dauer. Laut dem Mann fuhr die zuständige Badeaufsicht in ihrem Boot in erhöhter Geschwindigkeit an den Badegästen vorbei. "Die Wellen schlugen bis ans Ufer, an dem wir und viele andere Badegäste mit ihren Kindern im Wasser waren. Diese hatten Angst und wollten nicht mehr ins Wasser. Darauf hin wurden die Herren in ihrem Motorboot von anderen Badegästen darauf angesprochen, doch bitte etwas langsamer zu fahren. Eine Einsicht schienen die Herren jedoch nicht zu haben und zogen weiterhin ihre Runden mit dem Boot und machten sich einen Spaß daraus, nah an den Boards vorbeizufahren, um mit den Wellen die Leute von ihren Brettern zu schmeißen."

Aussage gegen Aussage

Dabei sollen sie der Frau über das Board gefahren sein, touchierte sie dabei am Oberkörper. "Als wir sie mit dem Benehmen konfrontiert haben, bekamen wir die Antwort, "Alter was willste denn, wir haben noch keinen tot gefahren oder? Bleib mal locker." Darauf sagte meine Frau, dass dieses Verhalten nicht geht. Dann lief das Fass über. Der Herr, der die besagte Aufsicht hatte, schrie meine Frau mit den Worten "Halt's Maul, du Fotze", an und ging einen Schritt auf mich zu." Bei einem Schutzreflex habe der Familienvater sich die Badeaufsicht mit einem Schubser ferngehalten - doch daraus sei eine Rangelei zwischen der Aufsicht und dem Mann entstanden. "Meine Notwehr nutzten die Herren der Badeaufsicht aus, zu behaupten, ich hätte ihn mehrfach ins Gesicht geschlagen."

Bürgermeister Heiko Siemon bestätigte auf O|N-Nachfrage den Vorfall am Sonntag am Pfordter See und sagt zu den Äußerungen des Familienvaters: "Unser Mitarbeiter schildert alles ganz anders. Nach dem Vorfall ist er aufgrund seiner Verletzungen ins Krankenhaus gefahren. Jetzt liegt es an anderen, die Wahrheit herauszufinden", so der Bürgermeister. 

Beide Parteien erstatteten Anzeige

Denn eine Streife wurde nach dem Zwischenfall zum Pfordter See gerufen und machte sich selbst ein Bild von der Lage. Beide Parteien erstatteten Anzeige. Das bestätigte auch die Pressestelle des Polizeipräsidiums Osthessen im Gespräch mit O|N. Demnach gab der Mann der Badeaufsicht an, der Familienvater habe ihn mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dabei sei die Sonnenbrille ins Wasser gefallen und beschädigt worden. Der Ehemann hingegen erstattete Anzeige wegen Beleidigung. "Am Montag hatte meine Frau Beschwerden im Bereich der Rippen und suchte einen Arzt auf. Das Board hatte beim Überfahren des Motorbootes Schaden genommen." Deshalb erfolgte später noch eine Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. 

Stand jetzt ist also auch für die Polizei unklar, wie sich der Vorfall genau ereignete. Auch die Sicherheitsfirma, die von der Stadt Schlitz hauptsächlich für die Zuteilung der Parkplätze zuständig ist, konnte im Nachgang auf O|N-Anfrage nicht sagen, was sich genau am besagten Ort zugetragen hat. "Das muss jetzt ermittelt werden. Aktuell steht Aussage gegen Aussage. Es gibt allerdings genug Zeugen, die wir jetzt dazu befragen werden", so die Pressestelle der Polizei. 

"Verurteile Angriffe auf Rettungskräfte"

"Ich verurteile Angriffe auf Rettungs- und Einsatzkräfte auf das Äußerste, jedoch sehe ich mich nicht als Angreifer, sondern als Familienvater und Ehemann, der seine Kinder und auch sich selbst vor Leuten beschützen wollte, denen die Aufgabe übertragen wurde, Leben zu sichern und bei Bedarf auch zu retten", sagt der Mann abschließend.

"Ich habe mir noch nie etwas zuschulden kommen lassen - sollte ich dennoch im Eifer des Gefechts jemandem weh getan haben, tut mir dies leid", heißt es. "Gegen die Behauptungen und auch die Anzeige werde ich mich, vertreten durch meinen Anwalt, mit aller Macht entgegenstellen." (ld) +++


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