Die Junge Union (JU) Main-Kinzig bedauert den Ausstieg des Main-Kinzig-Kreises aus der Finanzierung der kommunalen Bäder. Die JU sieht den Kreis bei der Unterstützung kommunaler Bäder weiterhin in der Pflicht. Schließlich nutzen kreisweit zahlreiche Schülerinnen und Schüler regelmäßig die Bäder im Rahmen ihres Sportunterrichts. Hier sollte der Kreis stärker involviert bleiben und sich nicht nach einer Abstandszahlung aus der Finanzierung kommunaler Bäder zurückziehen. „Gerade für die Schülerinnen und Schüler ist es wichtig, dass der Kreis sich nicht aus der Finanzierung der Schwimmbäder zurückzieht, sondern aktiv mitfinanziert. Hier hat der Kreis eine Verantwortung, aus der er sich nicht zurückziehen sollte“, unterstreicht der stellvertretende JU Kreisvorsitzende Rüdiger Rein die Meinung des Verbandes.
Dazu komme, dass immer weniger Kinder schwimmen lernen, bevor sie in die Schule kommen. Dadurch wächst die Verantwortung des Schulsports in diesem Bereich: „Der Schwimmunterricht gewinnt eine immer stärkere Bedeutung. Spricht man mit Vertretern der Schulen oder der Sportvereine, so räumen diese ein, dass der Schwimmunterricht in klassischen Schwimmbädern, nicht in Spaßbädern, an Bedeutung gewonnen hat. Vor diesem Hintergrund ist der Ausstieg des Kreises fraglich“, so die JU-Kreisvorsitzende Julia Heil.
Immer mehr Aufgaben würden vollkommen auf die Kommunen ausgelagert sich der Kreis sich aus wichtigen Bereichen zurückzieht. Für die Junge Union Main-Kinzig ist dies die falsche Tendenz. Auch die angedachten Abstandszahlungen reichen für die Kommunen nicht aus. „Die Junge Union ist davon überzeugt, dass das Ausstiegsszenario erneut überarbeitet werden muss. Die Finanzierung und der Betrieb kommunaler Schwimmbäder ist eine wichtige Aufgabe, die nicht die Kommunen alleine schultern dürfen“, betonen Julia Heil und Rüdiger Rein übereinstimmend. Aus der kommunalpolitischen Arbeit heraus seien die Mitglieder des JU-Kreisvorstands davon überzeugt, dass die Städte und Gemeinden weiterhin den Kreis als verlässlichen Partner bräuchten, um eine Finanzierung der Schwimmbäder, die in den Kommunalhaushalten eine erhebliche Belastung darstellen, in Zukunft sicherzustellen.
Rein und Heil verwiesen auf das Sonderinvestitionsprogramm (HAI) der Hessischen Landesregierung, die mit großem finanziellen Aufwand über fünf Jahre hinweg Zuschüsse für Sanierungen der Schwimmbäder vor Ort in Höhe von insgesamt 50 Millionen Euro gibt, da der erhebliche Sanierungsstau bei vielen Schwimmbädern aus kommunalen Mitteln nicht zu schultern sei. Die große Resonanz der Kommunen auf das Landesprogramm mache den hohen Finanzbedarf der Städte und Gemeinden bei diesem Thema deutlich. "Der Kreis sollte in unseren Augen diesem Beispiel folgen und einen Beitrag dazu leisten, damit die Schließung kommunaler Schwimmbäder verhindert und notwendige Attraktivierungsarbeiten durchgeführt werden können".
Nur durch eine Bereitstellung attraktiver Schwimm- und Sportbäder könne es gelingen, eine Trendwende bei der Senkung der Nichtschimmerquote unter den Jugendlichen einzuleiten, betonten Heil und Rein. Sie verwiesen zudem auf den ökologischen Aspekt, die von einer ausreichenden Finanzierung der Schwimmbäder ausgehe. „Durch ausstehende Sanierungsmaßnahmen, insbesondere bei der Wärmedämmung, kann ein wichtiger Beitrag zur CO2-Reduzierung geleistet werden“, betonte die Junge Union abschließend. +++