Angela Dorn während Sommertour zu Gast bei der Propstei Johannesberg - Fotos: Mathias Schmidt

FULDA "Grundideen sind sehr unterstützenswert"

Angela Dorn während Sommertour zu Gast bei der Propstei Johannesberg

03.08.22 - Am heutigen Mittwochmittag wurde die Propstei in Johannesberg von Angela Dorn, der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, besucht. Während ihrer Sommertour reiste die gebürtige Aschaffenburgerin zur ehemaligen Benediktinerpropstei in Fulda und bekam während einer kleinen Tour einen Eindruck der dortigen Fortbildung in Denkmalpflege und Altbauerneuerung.

Die Propstei in Johannesburg hat Einiges zu bieten: Eine wahnsinnige Geschichte, ein Konstrukt aus Halb-Kloster und Halb-Hof, einen äußerst ansehnlichen Gartenbereich und zwei Geschäftsführer, die nach ihrem Antritt vor zwei Monaten einiges in Angriff nehmen. Jürgen Krieg und Ulrich Thümmler haben sich vor allem aber zur Aufgabe gemacht, den Respekt und die Hochachtung für die Handwerkskunst den Leuten näherzubringen. "Handwerkskunst im Allgemeinen ist ein enormer Aufwand. Allein bei der Denkmalpflege und Altbauerneuerung wird die Arbeit massiv unterschätzt. Wir wollen Leuten auch zeigen, wie viel Schweiß und Blut seit Hunderten von Jahren in diesen Bereichen eingebracht werden", so Jürgen Krieg. 

"Diese Arbeit ist wichtig"

Zunächst durfte man die alte Schmiede bestaunen, in der bereits das Feuer loderte. Jörg Büchner, technischer Leiter und darüber hinaus zuständig für die Kurse und Schüler, beschrieb dabei den Nutzen und Stellenwert dieser Schmiede. "Es gibt so viele Teile, die hier per Handarbeit hergestellt werden müssen. Dabei wird deutlich unterschätzt, wie viel Arbeit und Können in noch so kleinen Dingen steckt. Deswegen haben wir hier auch Kinderworkshops, die seit Jahren stattfinden. In fünf Tagen lernen die Schüler (je nach Alter) Holzbearbeitung und Theorie sowie Praxis. Vor allem die Praxis ist essenziell für das Lernen der Handwerkskunst."

Der nächste Stopp der Tour war die Tischlerwerkstatt. Dort werden überwiegend die Theoriekurse abgelegt, die unter anderem Architekten, Ingenieure, Statiker und Energieberater fortbilden sollen. "Wir wollen die Leute fortbilden und ihnen die richtige und angemessene Behandlung mit historischen Gebäuden aufzeigen, aber auch die Denkmalpflege im Umgang mit Energie erläutern", so Ulrich Thümmler. "Wir bilden quasi alle Bereiche aus, die später an der Instandsetzung beteiligt sind. Im Moment ist die Anfrage für diese Kurse und Seminare dermaßen gewaltig, dass bereits die Kurse für nächstes ausgebucht sind. Natürlich sind die Kurse bundesweit, doch kommen die meisten dann doch hier aus der Umgebung." Wichtig zu erwähnen ist hier, dass die vorgestellte Arbeit und das Angebot der Kurse rein gemeinnützlich sind. Es gibt keinerlei Werbung von Firmen oder Ähnlichem. Ein solcher Fortbildungskurs dauert je nach Bereich mehrere Wochen - Architekten legen zum Beispiel vor Ort dann 60 tagelang den Kurs ab.

Ministerin Dorn zeigt sich begeistert

Die Ministerin für Wissenschaft und Kunst war hier genau die richtige Ansprechpartnerin und zeigte auch prompt ihre Begeisterung: "Wir als Staat sind mehr als dankbar für solche unabhängigen Zertifikate, wie eben jenes für die Denkmalpflege. Es ist eine Win-win-Situation für Bauexperten und Kommunen mit Denkmälern. In Anbetracht der heutigen Zeit ist der Umgang mit erneuerbaren Energien wesentlich. Man muss den richtigen Umgang lernen, auch mit Baustoffen und Altmaterialien, um ressourcenschonend und den ökologischen Standards entsprechend zu arbeiten. So eine Art Präqualifikation ist aber auch wichtig für die Anerkennung", so die Ministerin.

"Größter Fachkräftemangel in diesem Bereich"

Die Geschäftsführer hoben daraufhin auch nochmal erneut hervor, was für einen Stellenwert das Handwerk hat. "Es wird hier viel Planung betrieben, doch die ganze Planung kann nicht ohne das Handwerk funktionieren. Unser großes Pfund ist daher, die Planung und das Handwerk mithilfe unserer Werkstätten zusammenzuführen. Ohne das eine geht das andere einfach nicht. Wir brauchen Handwerker." Dorn griff daraufhin genau diese Thematik auf. "Wir haben bundesweit den größten Fachkräftemangel in diesem Bereich. Die Anerkennung für die handwerklichen Berufe steigt zwar, doch ist sie lange nicht dort, wo sie sein sollte. Da werde ich natürlich hellhörig, wenn solch eine Förderung stattfindet. Die Grundideen sind daher sehr unterstützenswert", freute sich Dorn. 

Restauration und Holzmalerei

Melani Nüsch am Malen

Im Anschluss durfte Jörg Büchner allen Beteiligten noch kurz einige Restaurationstechniken, benötigte Materialien und verheerende Fehler präsentieren, bevor es auch schon weiter ging. Vorletzte Station der Tour war die Holzmalerei. Dort verzauberte Melanie Nüsch mit ihrer künstlerischen Holzmalerei alle Anwesenden und kreierte eine Holzmalerei ganz nach deutschem Geschmack - mit abgestandenem Bier als Lasur. Ministerin Dorn bekam derweil ein Lesezeichen und ein eigenes Klemmbrett und durfte abschließend mit allen Beteiligten der Propstei lokale kulinarische Spezialitäten genießen.(Mathias Schmidt)+++


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